TÜV: So tanken Sie billiger

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Für eine billigere Tankfüllung fahren manchen Autofahrer meileinweit.

Klettern die Spritpreise, geht bei Autofahreren das Vergleichen los. Wo es geht, steuern Preisbewusste günstige Tankstellen an. Manche nehmen dafür auch gerne einen Umweg in Kauf, ob sich das lohnt? 

Umwege zu günstigeren Tankstellen lohnen sich selten. Meist verbrauche man auf Hin- und Rückfahrt bereits so viel Sprit, dass von der Ersparnis nichts übrig bleibe, erklärte der TÜV Süd am Montag.

Rechne man mit den echten Kosten inklusive Wartung, Steuern, Verschleiß und ähnlichem, die bei rund 40 Cent pro Kilometer lägen, falle das Ergebnis noch deutlicher aus.

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass jede Fahrt die Umwelt belaste und ein Unfallrisiko berge. Wer für eine Ersparnis von einem halben Cent pro Liter einen Umweg mache, sei bereits bei einer zwei Kilometer entfernten Tankstelle mit den Spritkosten in den roten Zahlen, rechnet der TÜV vor. Bei 60 Litern Super ließen sich so zwar 30 Cent sparen, die vier Kilometer Umweg für den Hin- und Rückweg kosteten bei einem Spritverbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometer aber bereits 42 Cent.

Die größten Spritschlucker der Straße

Hier sind die größten Spritfresser: Der sparsamste, der Pickup F-250 von Hersteller Ford, verbraucht im Schnitt etwa 16,2 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Bentley Flying Spur kam im Jahr 2006 auf den Markt. Er verbraucht 17,4 Liter auf 100 Kilometer bei 560 PS. © dpa
Die Limousine 57S von Hersteller Maybach ist mit 612 PS sehr leistungsstark. Allerdings verbraucht das Auto auch 18,1 Liter/100 km. © dpa
Auch Mercedes ist bei den Benzinverbrauchern vertreten. Der ML 63 verbraucht wie der Maybach etwa 18,1 Liter/100 km. © dpa
540 PS stark ist der Ferrari 612 Scaglietti, mit Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h - aber er schluckt auch knapp 19 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Bentley Azure war 1998 das teuerste Cabrio der Welt. Das heutige Modell verbraucht 19,6 Liter Super Plus im Schnitt. Im Stadtverkehr schluckt er ordentlich: Über 26 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Supersportwagen Veyron von Bugatti rast mit über 400 km/h nur so über die Straßen - im Schnitt verbraucht er 21,4 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Als Stadtfahrzeug ist der Bugatti allerdings nicht wirklich geeignet. Da erhöht sich der Verbrauch nämlich auf satte 30 Liter/100 km. © dpa
Murciélago, auf Spanisch Fledermaus, ist der Name dieses Lamborghini. Es war der Name eines erfolgreichen Kampfstiers in Spanien. © dpa
Aber er trinkt wohl mehr, als der Stier. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 331 km/h verbraucht der Murciélago im Schnitt 22,4 Liter - der Topschlucker. © dpa

Auch der Weg zu einer Tankstelle am Stadtrand mit drei Cent Ersparnis rechnet sich demnach kaum: Schon bei fünf Kilometern Entfernung lägen die reinen Spritkosten bei 1,10 Euro. So sei ein Großteil der bei 60 Litern möglichen Ersparnis von 1,80 Euro schon wieder weg.

Die echten Kosten lägen gar bei 4 Euro und machten aus dem Tankausflug ein Minusgeschäft. Weit mehr lässt sich beim Tanken im Ausland sparen.

Super sei in Österreich rund 20 Cent billiger - wer hier einen großen Tank fülle, könne durchaus bis zu 12 Euro sparen, erklärte der TÜV. Rechne man nur die Benzinkosten, rechtfertige dies zwar eine zusätzliche Strecke von insgesamt bis zu 110 Kilometern. Ziehe man aber die echten Kosten heran, sei bereits eine Strecke von 15 Kilometern zur Tankstelle im Ausland nicht mehr rentabel.

 Als Fazit rät der TÜV: “Auf überflüssige Fahrten verzichten, Sprit schonend fahren und bei ohnehin notwendigen Fahrten am besten immer direkt an der Strecke tanken.“

DAPD

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