Tuning-Regeln im Überblick

Tuning: Was ist erlaubt, was nicht?

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Tuning ist gefragt - Doch einige Regeln müssen beachtet werden.

Tuning ist beliebt, um Autos ordentlich aufzumotzen. Es gibt Profi-Tuner. Aber auch Laien hübschen gerne ihre Autos auf. Dabei sind ein paar Regeln zu beachten.

Tuning - also Umbauten oder Veränderungen an Pkw, Motorrädern und anderen Kraftfahrzeugen - ist sicher nicht jedermanns Sache. Meint man es aber ernst damit, bleibt kaum ein Fahrzeugteil unangetastet. Begeisterte Privattuner sollten aber Einiges beachten.

Zunächst einmal ist rein begrifflich zwischen optischen und technischen Veränderungen zu unterscheiden. So kann Tuning einfach 'nur' eine veränderte Lackierung oder Folierung - auch Wrapping genannt - bedeuten. Oder aber tiefgreifende Anpassungen an Motor, Getriebe, Fahrwerk, Karosserie oder Aerodynamik.

Hier die wichtigsten Tuning-Regeln im Überblick:

Ist Scheinwerfer-Tuning erlaubt?

Hierbei gilt zunächst: Andere Leuchtmittel als die vorgeschriebenen sind nicht zulässig. Viele kommen daher auf die Idee, Scheinwerfer zu lackieren oder tönen. Keine gute Idee, denn fest steht: Farbige Lacke sind keinesfalls erlaubt. In Paragraph 49a Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) sind die zulässigen Farben der Leuchten genau festgelegt: vorne allein weißes, am Heck - mit Ausnahme der Rückfahrscheinwerfer - ausschließlich rotes Licht.

Farbige Lacke sind also verboten. Ausnahme: Unter gewissen Umständen sind Klarlacke erlaubt. Diese müssen jedoch selbstverständlich vom TÜV abgesegnet werden.  Der TÜV Nord erklärt in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob gelbe Scheinwerfer auf deutschen Straßen zulässig sind.

Scheinwerferblenden hingegen dürfen lackiert werden - allerdings nur dann, wenn die Funktion der Scheinwerfer an sich nicht eingeschränkt wird.

Bei Verstößen können folgende Bußgelder verhängt werden:

  • Fahrzeug mit nicht zulässigen Beleuchtungseinrichtungen geführt: 20 Euro
  • Fahren ohne gültige Betriebserlaubnis: 50 Euro
  • Fahren ohne gültige Betriebserlaubnis, mit Gefährdung der Verkehrssicherheit: 90 Euro und ein Punkt in Flensburg

Spurverbreiterung eintragen lassen - Vorschriften, Kosten, Bußgelder

Ein weiteres beliebtes Mittel, ein Kraftfahrzeug aufzumotzen, ist die Spurverbreiterung. Soll das Fahrwerk getunt werden, kann etwa mit Distanzscheiben die Spurweite verbreitert werden. Für Tuning-Fans stecken meistens optische Argumente hinter dieser Maßnahme. Es gibt dabei aber ein paar Vorschriften.  

  1. Trotz der Spurverbreiterung müssen die Räder vollständig im Radkasten verschwinden. Das Fahrzeug ist dann unzulässig, wenn die Räder über die Radkästen hinausragen.
  2. Die Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE) erlischt, wenn sie nachträglich noch Hand an die Zubehörteile der Spurverbreiterung anlegen.
  3. Lassen Sie Spurverbreiterungen unbedingt eintragen. Neben der ABE gibt es dafür auch noch ein Teilegutachten, das im Wagen mitgeführt werden muss.
  4. Seien Sie vorsichtig bei der Spurverbreiterung durch Reifen - mit geringerer Einpresstiefe. Denn: An Fahrzeugen dürfen nur Reifen montiert sein, deren Einpresstiefe den Angaben des Autoherstellers entspricht.

Die Kosten dafür, eine Spurverbreiterung eintragen zu lassen, hängen von der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) ab. Für einen Nachtrag in einer ABE - das heißt für das dafür notwendige Gutachten - können laut bussgeldkatalog.org zwischen 170 und 350 Euro anfallen.

Die Bußgelder bei Verstößen gegen die Vorschriften bei Spurverbreiterungen sehen folgendermaßen aus:

  • Bauartgenehmigung nicht  im Fahrzeug mitgeführt: 10 Euro
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis: 50 Euro
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis mit Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit: 90 Euro und ein Punkt in Flensburg
  • Abmessungen überschritten: 60 Euro

Tieferlegung eintragen lassen - Vorschriften, Kosten, Bußgelder

Einfache Tuner-Regel: Je tiefer das Auto, desto besseres Kurvenverhalten und höhere Geschwindigkeit. Und natürlich eine sportlichere Optik. Beliebte Mittel sind beispielsweise Tieferlegungsfedern, eine Sport- oder Gewindefahrwerk, Luftfedern oder hydraulische Fahrwerke und der Einbau anderer Reifen beziehungsweise Felgen.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Grundregel: Die Karosserie darf nicht zu nah an den Reifen anliegen. Ansonsten drohen ernsthafte Schäden am Fahrzeug und Unfälle. Die StVZO enthält zahlreiche Bestimmungen über die jeweiligen Abstände und Abmessungen. Unzulässig ist etwa der Einsatz gestauchter statt neuer, verkürzter Federn, auf die einige Tuner setzen. Man sollte beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Zubehörteile jeweils mit einer ABE versehen sind.  

Pauschal lassen sich die Kosten nicht angeben. Die notwendige Änderungsabnahme kann zwischen 30 und 50 Euro kosten. Die TÜV-Kosten hängen vom jeweiligen Fall ab.  

Bei den Bußgeldern gelten folgende Regeln:

  • Fahren mit unzulässig umgebauten Auto: 25 Euro
  • Fahren mit unzulässig umgebauten Auto plus Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit: 90 Euro und ein Punkt in Flensburg
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis: 50 Euro
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis plus Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit: 90 Euro und ein Punkt in Flensburg

Wenn es professionell gemacht wird, können Tuning-Autos richtig schön aussehen. Natürlich kann es aber auch nach hinten los gehen - man betrachte nur diesen BMW-Fail aus Großbritannien. Ganz extrem ist auch diese ausgefallene Variante aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

mop

Mit diesen Tuningautos sind Sie der Star der Straße

TECHART GTstreet R: Ein Porsche 911 Turbo ist an sich schon alles andere als langsam. Das Tuninghaus aus Leonberg bei Stuttgart wollte aber mehr: Dank einer Leistungsspritze schafft der GTstreet R den Sprint von Null auf Hundert nun in nur 2,7 Sekunden.
TECHART GTstreet R: Ein Porsche 911 Turbo ist an sich schon alles andere als langsam. Das Tuninghaus aus Leonberg bei Stuttgart wollte aber mehr: Dank einer Leistungsspritze schafft der GTstreet R den Sprint von Null auf Hundert nun in nur 2,7 Sekunden. © TECHART Automobildesign GmbH
Auch im Innenraum zeigt sich der absolute Renncharakter dieses Autos: Schalensitze, Renngurte, Überrollkäfig.
Auch im Innenraum zeigt sich der absolute Renncharakter dieses Autos: Schalensitze, Renngurte, Überrollkäfig. © TECHART Automobildesign GmbH
G-Power M3 GT2 S HURRICANE: Dieser auf einem M3 Coupé aufgebaute Rennbolide leistet spektakuläre 720 PS bei 650 Newtonmeter Drehmoment. Sprintwert von 0 auf Tempo 200: 9,8 Sekunden. 
G-Power M3 GT2 S HURRICANE: Dieser auf einem M3 Coupé aufgebaute Rennbolide leistet spektakuläre 720 PS bei 650 Newtonmeter Drehmoment. Sprintwert von 0 auf Tempo 200: 9,8 Sekunden.  © G-POWER
Auch die Spitzengeschwindigkeit dieser Rennmaschine kann sich sehen lassen: Erst jenseits von 330 km/h ist Schluss.
Auch die Spitzengeschwindigkeit dieser Rennmaschine kann sich sehen lassen: Erst jenseits von 330 km/h ist Schluss. © G-POWER
Dieser Audi R8 V10 Spyder von Fostla aus Hannover besitzt nicht nur ein außergewöhnliches Design, sondern auch 620 PS und eine Vorfolierung.
Dieser Audi R8 V10 Spyder von Fostla aus Hannover hat nicht nur ein außergewöhnliches Design, sondern auch 620 PS. © Screenshot Twitter/@motormaniaci
Ein weiterer Knaller von G-POWER: Das BMW 6er Cabriolet ist mit brachialen 800 PS eines  der schnellsten offenen Cabrios weltweit.
Ein weiterer Knaller von G-POWER: Das BMW 6er Cabriolet ist mit brachialen 800 PS eines  der schnellsten offenen Cabrios weltweit. © G-POWER
Basis dieses Renn-Cabriolets ist ein deutlich optimiertes 4,4-Liter-Biturbo-V8-Triebwerk.
Basis dieses Renn-Cabriolets ist ein deutlich optimiertes 4,4-Liter-Biturbo-V8-Triebwerk. © G-POWER
The Exorcist von Hennessey Performance: Zur Abwechslung auch mal ein Amerikanisches Muscle Car - und dieses hat es in sich. 1000 PS auf der Basis des ZL1 Camaro.
The Exorcist von Hennessey Performance: Zur Abwechslung auch mal ein amerikanisches Muscle Car - und dieses hat es in sich. 1000 PS auf der Basis des ZL1 Camaro. © Hennessey
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...Höchstgeschwindigkeit 311 Stundenkilometer. Eigentlich unglaublich für einen mehr als zwei Tonnen Tonnen schweren SUV.
...Höchstgeschwindigkeit 311 Stundenkilometer. Eigentlich unglaublich für einen mehr als zwei Tonnen Tonnen schweren SUV. © TECHART Automobildesign GmbH
BRABUS 550 ADVENTURE 4x4²: Tuner BRABUS präsentierte kürzlich ein echtes Offroad-Ungeheuer: 550 PS, 800 Newtonmeter Drehmoment und allerlei Offroad-Ausrüstung.
BRABUS 550 ADVENTURE 4x4²: Tuner BRABUS präsentierte kürzlich ein echtes Offroad-Ungeheuer: 550 PS, 800 Newtonmeter Drehmoment und allerlei Offroad-Ausrüstung. © BRABUS
Basis dieses Extrem-Offroaders ist der Mercedes G 500. Auch dieser Koloss sprintet in nur 6,7 Sekunden auf Tempo 100.
Basis dieses Extrem-Offroaders ist der Mercedes G 500. Auch dieser Koloss sprintet in nur 6,7 Sekunden auf Tempo 100. © BRABUS
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BRABUS ULTIMATE 125: Wer es lieber kleiner mag, greift auf diesen aufgemotzten Smart zurück. Der in der Sonderfarbe Glu Glauco lackierte Flitzer mit 18-Zoll-Rädern leistet 125 PS bei 200 Nm Drehmoment. © BRABUS
Die Farbgebung außen setzt sich auch im Inneren fort. Damit ziehen Sie im Stadtverkehr auf jeden Fall einige Blicke auf sich.
Die Farbgebung außen setzt sich auch im Inneren fort. Damit ziehen Sie im Stadtverkehr auf jeden Fall einige Blicke auf sich. © BRABUS
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Wheelsandmore McLaren 570G: Einige Nummern größer und teurer ist wiederum dieses Ungetüm. Beim ohnehin nicht gerade untermotorisierten McLaren 570 GT wurden sämtliche Leistungs-Komponenten ausgetauscht. Dank...  © WHEELSANDMORE
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...staudruckreduzierter Auspuffanlage ohne Schalldämpfer schafft der Brite eine finale Leistung von 650 PS bei 700 Nm Drehmoment. Sprint von 0 auf 100: 3,1 Sekunden. © WHEELSANDMORE
NOVITEC ESTESO: Der Esteso ist eine äußerst breite Version des Maserati Levante mit 494 PS, 660 Nm Drehmoment und 272 km/h Spitze.
NOVITEC ESTESO: Der Esteso ist eine äußerst breite Version des Maserati Levante mit 494 PS, 660 Nm Drehmoment und 272 km/h Spitze. © NOVITEC
Der deutsche Edel-Tuner stattet den Maserati u.a. mit 22-Zoll-Rädern und anderen optischen Highlights aus.
Der deutsche Edel-Tuner stattet den Maserati u.a. mit 22-Zoll-Rädern und anderen optischen Highlights aus. © NOVITEC
Neuestes Projekt der bayerischen Tuner aus Stetten bei Memmingen ist der NOVITEC N LARGO. Auch hierbei handelt es sich um eine Breitversion - diesmal des Ferrari 488 GTB oder 488 Spider.  
Neuestes Projekt der bayerischen Tuner aus Stetten bei Memmingen ist der NOVITEC N LARGO. Auch hierbei handelt es sich um eine Breitversion - diesmal des Ferrari 488 GTB oder 488 Spider.   © NOVITEC
Neuestes Projekt der bayerischen Tuner aus Stetten bei Memmingen ist der NOVITEC N LARGO. Auch hierbei handelt es sich um eine Breitversion - diesmal des Ferrari 488 GTB oder 488 Spider.  
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Lumma Bentley Bentayga: Dieser Kraftprotz mit 24-Zoll-Felegen und Bodykit soll demnächst als W12-Benziner mit satten 600 PS zur Verfügung stehen. Und die...  © Lumma Design
Lumma Bentley Bentayga: Dieser Kraftprotz mit 24-Zoll-Felegen soll demnächst als W12-Benziner mit satten 600 PS zur Verfügung stehen. Und die... 
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Quelle: bussgeldkatalog.org

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