Hoffnung für ältere Diesel

Twintec rüstet Euro-5-Diesel für blaue Plakette nach

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Dicke Luft: Sollte die blaue Plakette kommen, dürfen ältere Diesel unter Umständen bald nicht mehr in die Innenstädte. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Der Abgas-Skandal hat den Ruf von Diesel-Fahrzeugen nachhaltig beschädigt. Die Politik denkt auch über neue Plaketten für deutsche Innenstädte nach. Ein Nachrüstungskit eines Zulieferers könnte Dieselfahrern helfen.

Berlin (dpa/tmn) - Sollte die Blaue Plakette doch bald kommen, können Besitzer älterer Diesel-Fahrzeuge diese nachrüsten lassen. Die Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" hat ein Nachrüstungskit des Zulieferers Twintec getestet, mit dem ein Euro-5-Diesel unter den Schadstoffwerten der Euro-6-Norm blieb.

Ein damit ausgerüsteter VW Passat 1.6 TDI stieß im Test unter realen Verkehrsbedingungen auf einer Strecke von 100 Kilometern rund 49 Milligramm Stickoxide (NOx) pro Kilometer aus - der Grenzwert von Euro 6 liegt bei 80 mg/km. Ein nicht nachgerüsteter Vergleichswagen kam auf einen Wert von 431 mg/km.

Nach Informationen der "Auto Bild" (Ausgabe 22/2017) plant Twintec, die Kits für alle Volumenmodelle anzubieten. Demnach hängt der Zeitpunkt der Markteinführung vom Gesetzgeber ab - sobald es Regeln für die Nachrüstungskits gebe, könne der Hersteller die Produkte für die einzelnen Fahrzeugtypen anbieten.

Eine Umrüstung könne dann in vielen Werkstätten stattfinden, so die Zeitschrift. Die Kosten beliefen sich auf rund 1500 Euro für das Kit, zuzüglich Kosten für den Einbau. Auch die Umrüstung von Dieseln mit Euro-3- und Euro-4-Norm sei möglich. Allerdings müsse man bei älteren Modellen überlegen, ob dies finanziell sinnvoll sei.

In den Umweltzonen größerer Städte dürfen nur Autos mit bestimmten Plaketten fahren. Derzeit gibt es drei Stufen, je nach Schadstoffausstoß des Fahrzeugs. Mit der blauen Plakette würde eine vierte Stufe eingeführt, mit der vor allem älteren Dieselfahrzeugen die Einfahrt in Umweltzonen untersagt werden kann. Die Forderung nach einer blauen Plakette kommt vor allem aus dem grün-rot regierten Baden-Württemberg. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wehrt sich gegen den Vorschlag.

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