Umbau mit Tiefenwirkung - Tipps zu Fahrwerksänderungen

Wie tief ist zu tief? Konkrete Grenzen hat der Gesetzgeber zwar nicht festgelegt, doch eine Abnahme des neuen Fahrwerks ist Pflicht. Foto: KW automotive GmbH
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Wie tief ist zu tief? Konkrete Grenzen hat der Gesetzgeber zwar nicht festgelegt, doch eine Abnahme des neuen Fahrwerks ist Pflicht. Foto: KW automotive GmbH
Optik oder Performance: Verkürzte Federwege können in Grenzsituationen das Fahrverhalten verbessern - meistens verschlechtern sie aber den Komfort. Foto: Vogtland
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Optik oder Performance: Verkürzte Federwege können in Grenzsituationen das Fahrverhalten verbessern - meistens verschlechtern sie aber den Komfort. Foto: Vogtland
Getunter Leistungsträger: Auch Sportmodelle, wie etwa der Audi RS6, lassen sich noch weiter tunen und tiefer legen. Foto: Peter Wagner
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Getunter Leistungsträger: Auch Sportmodelle, wie etwa der Audi RS6, lassen sich noch weiter tunen und tiefer legen. Foto: Peter Wagner
Knapp geschnitten: Je tiefer das Fahrwerk, desto härter muss die Federung im Zweifel werden, damit die Reifen nicht anecken. Foto: H&R Spezialfedern
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Knapp geschnitten: Je tiefer das Fahrwerk, desto härter muss die Federung im Zweifel werden, damit die Reifen nicht anecken. Foto: H&R Spezialfedern
Angepasste Individualisierung: Auch adaptive Fahrwerke lassen sich inzwischen nachrüsten. Hier ein Bausatz von KW. Foto: KW automotive GmbH
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Angepasste Individualisierung: Auch adaptive Fahrwerke lassen sich inzwischen nachrüsten. Hier ein Bausatz von KW. Foto: KW automotive GmbH
Weniger Federweg: Eibach bietet Tieferlegungssätze an, bei denen Federn und Dämpfer aufeinander abgestimmt sind. Foto: Eibach/Steve Giraud
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Weniger Federweg: Eibach bietet Tieferlegungssätze an, bei denen Federn und Dämpfer aufeinander abgestimmt sind. Foto: Eibach/Steve Giraud
Stadt statt Gelände: Auch für SUVs werden Tieferlegungen angeboten. Foto: Brabus
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Stadt statt Gelände: Auch für SUVs werden Tieferlegungen angeboten. Foto: Brabus

Deutsche Autofahrer haben es gerne sportlich. Breitreifen und tiefer gelegte Fahrwerke gehören seit Jahren zu den beliebtesten Extras. Der Zubehörhandel bietet hierzu Dämpfer und Federn in großer Auswahl an. Von der Tieferlegung in Eigenregie raten Fachleute aber ab.

Roßbach/Wied (dpa/tmn) - Schneller wird man damit nur selten - manchmal sogar langsamer. Doch für viele Autofahrer reicht es schon, wenn das eigene Auto etwas sportlicher aussieht.

Breitere Reifen und ein tiefer gelegtes Fahrwerk verhelfen selbst Familienkutschen zu einer Spur mehr Dynamik. Doch wenn die Bodenfreiheit zu sehr leidet, wird es kritisch.

Wer sein Auto tieferlegen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Den Austausch der Fahrwerksfedern oder ein Komplettfahrwerk, bestehend aus Dämpfern und Federn. "Das Tieferlegen mittels Fahrwerksfedern simuliert quasi einen Beladungszustand des Fahrzeugs. Die Federkennung ist gegenüber der Serie verändert, wodurch das Fahrzeug eine straffere Auslegung bekommt", erklärt Harald Schmidtke vom Verband der Automobil Tuner (VDAT).

Sind die neuen Federn gut auf die Dämpfer abgestimmt, kann sich das Fahrverhalten dadurch verbessern. "Auf der anderen Seite können extreme Tieferlegungen in Verbindung mit falschen Dämpfern und extremen Niederquerschnittsreifen zur Verschlechterung des Fahrverhaltens führen und die Traktion mindern", warnt Jürgen Wolz, Technischer Leiter beim TÜV Süd.

Wer es ernst meint mit dem Tieferlegen, wählt daher zumeist die Variante zwei und baut gleich ein komplett anderes Fahrwerk mit aufeinander abgestimmten Dämpfern und Federn ein. Das können verstellbare Gewindefahrwerke sein oder sogar adaptive Fahrwerke, die sich selbständig regulieren. "Gewindefahrwerke sind die aktuellen Marktführer bei Komplettfahrwerken", erklärt Schmidtke. "Die Tieferlegung kann hier individuell eingestellt werden, wobei die im Gutachten vorgegebene, geprüfte Tieferlegung zu beachten ist."

Bei adaptiven Fahrwerken sorgt eine Elektronik dafür, dass das Fahrwerk optimal angepasst wird. Hierbei gehe es nicht nur um Sportlichkeit, es könne auch der Komfort im Vordergrund stehen.

Wird das Fahrwerk verändert, ist der Besuch bei einer Prüforganisation Pflicht. Sowohl Tieferlegungsfedern als auch Komplettfahrwerke müssen Teilegutachten oder eine ABE besitzen, erläutert Schmidtke. "Nach dem Einbau ist in jedem Fall die Abnahme beim TÜV erforderlich", ergänzt Wolz.

Nicht ganz so eindeutig verhält es sich mit der Mindestbodenfreiheit. Vorgeschrieben ist lediglich, dass im verkehrsüblichen Betrieb weder das Fahrzeug noch Verkehrseinrichtungen beschädigt werden dürfen. "Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen ergibt sich in der Praxis aus den Vorschriften eine Mindestbodenfreiheit von acht bis zehn Zentimetern", so Schmidtke.

Der Eingriff lässt sich nach Meinung von Joseph Schloßmacher von Audi auch am Spritverbrauch ablesen: "Grundsätzlich profitiert der Kraftstoffverbrauch von der besseren Aerodynamik, die mit einer reduzierten Trimmlage einhergeht."

Einig sind sich die Experten darin, dass Veränderungen am Fahrwerk nichts für Freizeitschrauber sind. "Da es sich um wesentliche Bauteile eines Fahrzeuges handelt und die Fahrsicherheit betroffen ist, sollte man den Einbau einer Fachwerkstatt überlassen", rät Wolz.

Der Preis für eine Tieferlegung beginnt bei rund 500 Euro für neue Federn inklusive Montage und Vermessung. Am anderen Ende der Skala können für ein elektronisch gesteuertes Fahrwerk mit entsprechender Verkabelung auch bis zu 3200 Euro berechnet werden.

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