Elektromobilität

Umweltschonend sparen? Alle Infos rund um E-Bikes

+
E-Bikes schonen die Umwelt und werden in einigen Städten Deutschlands mittlerweile bezuschusst.

Der Markt von E-Bikes ist in den letzten Jahren rapide gewachsen. Hier erfahren Sie mehr über den Fahrrad-Trend und die Elektromobilität.

Laut MDR fahren aktuell rund 2,5 Millionen dieser motorunterstützen Fahrräder durch Deutschland. Grund genug, um alle Infos rund um E-Bikes einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

E-Bikes: Gesetzliche Regelungen

Schon in den 1980er Jahren gab es Tendenzen hin zum E-Bike. Die Modelle waren damals allerdings noch zu wenig ausgereift, um gegen herkömmliche Fahrräder und Mofas Stand zu halten. Lange wurde das E-Bike eher belächelt. Auf dem Markt beliebt und weitestgehend etabliert ist das E-Bike erst seit einigen Jahren.

E-Bikes, auch Pedelecs oder Elektrofahrräder genannt, sind in Deutschland mittlerweile rechtlich Fahrrädern gleichgestellt. Die Voraussetzungen dafür sind folgende:

  • Maximal 250 Watt starkes Motor
  • Maximal 25 km/h schnell

Sind diese zwei Faktoren gegeben, besteht weder Kennzeichen, noch Führerschein- oder Helmpflicht. Sobald ein E-Bike schneller als 25 Kilometer pro Stunde fährt, tritt die rechtliche Gleichstellung mit Kleinkrafträdern ein. Für diese Modelle wird also ein extra Führerschein benötigt. Außerdem braucht ein solches E-Bike ein Kennzeichen, eine Haftpflichtversicherung sowie eine Betriebserlaubnis. Ebenso muss jemand, der mit einer schnelleren Version des E-Bikes unterwegs ist, einen Helm tragen.

Staatliche Unterstützung von Elektromobilität

Die Förderung von E-Bikes sollte letztes Jahr für die Anschaffung von Elektroleichtfahrzeugen für Unternehmen, freiberuflich Tätige und teilweise auch für Privatpersonen gelten. Die Bundesregierung hatte diese Maßnahme im Herbst 2016 jedoch abgelehnt.

Dennoch werden seit letztem Jahr Elektroautos vom Staat bezuschusst. Konrad Krause, Geschäftsführer des adfc-Sachsen, kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Gegenüber dem MDR sagt er: "Es geht doch eigentlich darum, Menschen in Sachen Elektromobilität zu unterstützen. Wir haben jetzt gerade mal eine Million Elektroautos auf der Straße, aber 2,5 Millionen Elektrofahrräder. Und jeder Kilometer mit diesen Rädern verringert Kraftstoffverbrauch und Schadstoffe."

Zuschuss für E-Bikes durch einzelne Städte und Länder

Seit Anfang des Jahres werden Elektro-Fahrräder aber von verschiedenen Städten unterstützt, so beispielsweise in München. Seit Anfang 2017 gibt es dort das Förderprogramm "München e-mobil". Dieses Programm beinhaltet folgende Punkte:

  • Förderung der Anschaffung von Elektroleichtfahrzeugen für Unternehmen, freiberuflich Tätige und teilweise auch für Privatpersonen
  • Mögliche Boni für die Verwendung von Ökostrom und den Ersatz von Verbrennerfahrzeugen
  • Förderung von nicht öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur
  • Förderung von Beratungsleistungen durch zertifizierte Berater für Elektromobilität

Auch in Tübingen bekommen Anwohner einen Zuschuss beim Kauf eines E-Bikes von bis zu 1.000 Euro. Im Saarland können Städte und Gemeinden für bestimmte Projekte eine Förderung für E-Bikes beantragen. Wie die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger mitteilte, stünden bis 2018 den Städten und Gemeinden insgesamt 700.000 Euro für die Förderung von E-Bikes zur Verfügung.

So viele Unfälle mit Pedelecs in Deutschland wie noch nie

Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs und E-Bikes ist rasant gestiegen. Foto: Daniel Karmann
Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs und E-Bikes ist rasant gestiegen. Foto: Daniel Karmann © Daniel Karmann
Durch die Elektrounterstützung fahren wieder mehr ältere Menschen Rad. Wegen abnehmender Reaktionsfähigkeit gilt diese Gruppe als besonders gefährdet. Foto: Hauke-Christian Dittrich
Durch die Elektrounterstützung fahren wieder mehr ältere Menschen Rad. Wegen abnehmender Reaktionsfähigkeit gilt diese Gruppe als besonders gefährdet. Foto: Hauke-Christian Dittrich © Hauke-Christian Dittrich
Neben einem Lastwagen gerät ein Radler schnell in den toten Winkel und damit in Lebensgefahr. Foto: Arno Burgi
Neben einem Lastwagen gerät ein Radler schnell in den toten Winkel und damit in Lebensgefahr. Foto: Arno Burgi © Arno Burgi
Es fehlt an Infrastruktur für den Radverkehr. Foto: Paul Zinken
Es fehlt an Infrastruktur für den Radverkehr. Foto: Paul Zinken © Paul Zinken
Ein so genanntes Geisterfahrrad erinnert an einer Straßenecke in Berlin an einen tödlichen Unfall. Foto: Tobias Kleinschmidt
Ein so genanntes Geisterfahrrad erinnert an einer Straßenecke in Berlin an einen tödlichen Unfall. Foto: Tobias Kleinschmidt © Tobias Kleinschmidt
Pedelecs, die nicht schneller als 25 km/h fahren, brauchen weder Nummernschild noch Versicherung. Und Helmpflicht besteht auch nicht. Foto: Rainer Jensen
Pedelecs, die nicht schneller als 25 km/h fahren, brauchen weder Nummernschild noch Versicherung. Und Helmpflicht besteht auch nicht. Foto: Rainer Jensen © Rainer Jensen

Anbieter und Modelle von E-Bikes

Bekanntere Marken wie Kettler, Radlbauer oder Fischer, aber auch kleinere Hersteller und Verkäufer von E-Bikes wie Maxx, Niu Vehicles, YouMo oder Gazelle bieten eine große Auswahl an E-Bikes an. Selbst Discounter wie Lidl oder Aldi haben Pedelecs im Angebot. Der Markt ist mittlerweile sehr groß.

Auch bei E-Bikes unterscheidet man zwischen Herren-, Damen- und Unisexrädern. Im Angebot gibt es E-Bikes im Mountainbike-Stil ebenso wie Trekking-Bikes oder auch E-Bikes in klassischem Design. Auf der Website Greenfinder.de lassen sich über 10.000 Modelle vergleichen.

Kauf eines E-Bikes

Kosten für ein gutes E-Bike betragen rund 1.500 Euro. Stiftung Warentest hat die E-Bikes, die für weniger Geld zu erwerben sind, auch weniger positiv bewertet. Schauen Sie beim Kauf also lieber genauer hin. Denn die Akkulaufzeit der günstigeren E-Bikes ist häufig gering, zudem kosten Ersatzteile dafür oftmals hohe Summen. Auch Sicherheitsaspekte sollte man beim Preis im Auge haben.

Das sollten Sie beim Kauf beachten:

  • Die Akkulaufzeit sollte eine hohe Reichweite haben. Sehr gut sind rund 100 Kilometer, die das Pedelec mit einem Akku zurücklegt.
  • Überprüfen Sie die Bremsen und machen Sie immer eine Probefahrt.
  • Achten Sie darauf, dass Ersatzteile wie Ersatzakkus nicht zu teuer sind.
  • Bei längeren Touren und mehr Gepäck sollten Sie darauf achten, dass das E-Bike über ein hohes zulässiges Gesamtgewicht verfügt.
  • Verwahren Sie Ihr Pedelec an einem sicheren Ort. Am besten sind hier Abstellplätze und Garagen geeignet, an die man das Bike nicht tragen muss, dafür ist es zu schwer.

sca

Eurobike 2016: Technik, Stil und Sicherheit

Mountainbikes mit Elektromotor liegen laut Branchenexperten voll im Trend. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Mountainbikes mit Elektromotor liegen laut Branchenexperten voll im Trend.  © Karl-Josef Hildenbrand
Tschüss Dienstwagen: Unternehmen wie JobRad wollen mehr Menschen weg vom Auto hin zum Dienstfahrrad bringen - per Leasing. Foto: Felix Kästle
Tschüss Dienstwagen: Unternehmen wie JobRad wollen mehr Menschen weg vom Auto hin zum Dienstfahrrad bringen - per Leasing. © Felix Kästle
Zähne zeigen: Die amerikanische Marke Sram zeigt ein neues Schaltsystem für Mountainbikes mit nur einem Kettenblatt vorne, dafür mit großem Ritzelpaket hinten mit bis zu 50 Zähnen. Foto: Felix Kästle
Zähne zeigen: Die amerikanische Marke Sram zeigt ein neues Schaltsystem für Mountainbikes mit nur einem Kettenblatt vorne, dafür mit großem Ritzelpaket hinten mit bis zu 50 Zähnen.  © Felix Kästle
Bei diesem Fahrradlenker sind die Enden mit blinkenden Lämpchen versehen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Bei diesem Fahrradlenker sind die Enden mit blinkenden Lämpchen versehen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.  © Karl-Josef Hildenbrand
Kleiner Begleiter: Gut vernetzt zeigen sich die neuen Rad-Computer wie beispielsweise der Rox GPS 11.0 von Sigma. Foto: Felix Kästle
Kleiner Begleiter: Gut vernetzt zeigen sich die neuen Rad-Computer wie beispielsweise der Rox GPS 11.0 von Sigma.  © Felix Kästle
Aufmerksam machen: Viele Hersteller zeigen auf der Eurobike Systeme, um die Radler sichtbarer zu machen, wie hier etwa mit LEDs am Helm. Foto: EUROBIKE Friedrichshafen/Achim Förster
Aufmerksam machen: Viele Hersteller zeigen auf der Eurobike Systeme, um die Radler sichtbarer zu machen, wie hier etwa mit LEDs am Helm. © Achim Förster

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.