"Totalverweigerung"

Umweltzonen: Harsche Kritik an Kontrollen

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Nordrhein-Westfalen kommt bei den Untersuchungen schlecht weg.

Düsseldorf - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft zahlreichen Kommunen vor, ihre Umweltzonen nicht ausreichend zu kontrollieren. Von "Alibi" und "Totalverweigerung" ist gar die Rede.

„Rund zwei Drittel der Kommunen haben die Zone gegen Feinstaub zwar formell eingeführt, in der Praxis ist sie aber nicht mehr als ein Alibi, weil der Verkehr kaum oder gar nicht kontrolliert wird“, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch der in Düsseldorf erscheinenden Westdeutschen Zeitung. Die DUH-Erhebung wird am Montag in Berlin vorgestellt.

Vor allem Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg kämen in der Untersuchung schlecht weg. „Bei manchen Städten wie Bonn und Köln grenzt das Kontrollverhalten an Totalverweigerung“, sagte Resch. Auch in Tübingen werde so gut wie gar nicht kontrolliert, obwohl in der Stadt ein Grüner Oberbürgermeister sei.

Klimakiller ade - die besten Tipps zum Senken der Treibhausgase

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Einer der größten Klimakiller ist: die Kuh. Sie produziert zwar kein Kohlenstoffdioxid, dafür aber Unmengen von Methan. Und dieses Gas ist 23mal stärker als Kohlendioxid. © dpa
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Ein Kilogramm Milch hat deshalb laut Greenpeace einen Treibhauseffekt von 7 Autokilometern. Das bedeutet, dass die Herstellung von einem Kilogramm Milch genauso viele Treibhausgase erzeugt wie eine 7 Kilometer lange Fahrt mit einem BMW Modell 118d. Auch das Fleisch der Milchkuh ist nicht ohne: ein Kilogramm hat den Effekt von 51 Autokilometern. © dpa
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Ein Kilo Käse ist noch umweltschädlicher: dessen Effekt lässt sich mit 71 Autokilometern vergleichen. © dpa
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Am umweltschädlichsten ist jedoch das Fleisch aus Ochsenmast: In einem Kilogramm Rindfleisch aus konventioneller Erzeugung stecken genauso viele Klimakiller wie in einer 70 Kilometer langen Fahrt mit dem BMW. Und, Überraschung: Rindfleisch aus Bioerzeugung ist sogar noch schädlicher. Darin stecken laut Greenpeace so viele Gase wie in 113 Autokilometern: 11,3 Kilogramm Kohlendioxid in einem Kilo Bio-Rindfleisch. © dpa
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Ein Hähnchenfilet ist da die umweltfreundliche Alternative: Es sind nur 3,5 Kilogramm in einem Kilo Geflügel versteckt.  © dpa
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Sogar Schweinefleisch ist klimabekömmlicher als das Rindersteak: Ein Kilo entspricht lediglich 26 Autokilometern, beziehungsweise 3,3 Kilo Kohlenstoffdioxid. © dpa
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Da lohnt es sich, ein wenig Brot zu essen: In Winterweizen steckt laut Greenpeace wenig Umweltbelastung. Lediglich 3,4 Autokilometer stecken in einem Kilogramm konventionell angebauten Weizen, 1,5 Kilometer im Bioweizen. © dpa
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Obst und Gemüse sind wieder eine andere Sache: Hier kommt es darauf an, woher das Grünzeug stammt. © dpa
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Der Apfel aus Neuseeland belastet die Umwelt bei uns stark - egal, ob aus Bio- oder aus konventionellem Anbau. Der Apfel aus der Region ist durch den kurzen Transportweg ungleich klimafreundlicher. © dpa
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Besser als frisch geliefert aus fernen Ländern ist demnach tiefgekültes Gemüse. Bei Konservenware kommt es darauf an, worin sie aufbewahrt wird - denn bei Einweggläsern stecken stolze 38 Prozent der gesamten Kohlenstoffdioxid-Emmissionen in dem Glas. Bei Dosen-Mais sind mit 105 Gramm je Kilo ledigliche ein Fünftel der Klimagase in der Verpackung. © dpa
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Reis setzt dagegen beim Anbau eine Menge des umweltschädlichen Methans frei - und ist damit sogar laut Greenpeace klimafeindlicher als Fleisch - im ungünstigsten Fall. Bessere Alternativen: Nudeln und Kartoffeln. © dpa
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Um ein Kilo Kaffee herzustellen, werden 0,3 Kilowattstunden Energie verbraucht - noch ohne das Trocknen, Rösten und Sortieren der Bohnen. Hier kann aber bei der Zubereitung gespart werden: Statt der elektrischen Kaffeemaschine einfach das Wasser manuell durch den Filter gießen. Noch klimafreundlicher, sagt die Internetplatform utopia.de, sei Wein... Allerdings taugt der nichts als Wachmacher. © dpa
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Bei der Kleidung ist die Sache realtiv einfach: Je weiter das Stück um den Erdball reist, desto größer ist die Klimabelastung. Wenn ein T-Shirt beispielsweise von den USA über China bis nach Deutschland transportiert wird, dann stecken in dem Stoff zwischen sechs und sieben Kilogramm Kohlenstoffdioxid. In Bio-T-Shirts sind dagegen nur noch ein Siebtel der Belastung versteckt. Der umweltfreundlichste Kleiderkauf: gebrauchte Ware aus Second-Hand-Shops. © dpa
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Bei der Wäsche muss die Temperatur heruntergedreht werden - bei 40 Grad werden die Kohlendioxid-Emmissionen im Vergleich zur 60-Grad-Wäsche um zwei Drittel gesenkt. © dpa
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Auch beim Kochen kann man sparen: Wer etwa Wasser heiß machen will, benutzt besser den Wasserkocher als den Elektroherd. Der Herd verbraucht für das Aufheizen von 1,5 Litern 170 Gramm Kohlenstoffdioxid, der Wasserkocher nur 100 Gramm. © dpa
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CDs werden auch schlecht beurteilt: Eine Scheibe verbraucht für die Produktion und den Transport ein Kilogramm Kohlendioxid. Alternative: Musik aus dem Internet herunterladen - und natürlich nicht auf CD brennen... © dpa
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Auch Computer verbrauchen viel zu viel Strom - bei einer Suchanfrage bei Google wird soviel Strom verbraucht, dass eine Energiesparlampe rund eine Stunde brennen könnte. Die Alternativen sind Such-Websites wie forestle.org oder znout.org, denn deren Betreiber behaupten zumindest, die Gewinne in Klimaschutzprojekte zu stecken. © dpa
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Das Standby der vielen Elektrogeräte im Haushalt - ein altbekanntes Problem. Im Jahr macht das pro Gerät je nach Strommix bis zu 50 Kilo Kohlenstoffdioxid. Die einzig wahre Alternative heißt also: Steckdosenleiste mit Schalter kaufen  - oder Ausstecken.   © dpa
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Der größte Schreck: Das geliebte Haustier ist der absolute Klimakiller. Die Autoren des Buches "Time to eat the dog?" haben festgestellt, dass ein mittelgroßer Hund im Jahr 164 Kilo Fleisch und 95 Kilo Getreide frisst. Eine Katze ist mit 2200 Kilo Kohlenstoffdioxid-Ausstoß so klimafeindlich wie ein VW Golf. Die Lösung? Tja, das muss jeder selber wissen. Die Autoren empfehlen: Hasen kaufen, mit Bioabfällen füttern und dann schnell auf den Teller bringen. Geschmackssache. © dpa

Gute Noten bekämen dagegen Berlin und Bremen. Die DUH will gegen einzelne Städte klagen, um schärfere Kontrollen durchzusetzen.

dpa

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