Qual der Wahl

Wie sich Audi-, Mercedes- und BMW-Fahrer unterscheiden

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Fahrer eines Audi A6 mögen hohe Leistung und Aggressivität.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Wahl der Automarke? Psychologen der Ruhr-Uni Bochum haben es anhand von Dienstwagenfahrern untersucht.

"Du bist, was du fährst": Klischees über Autofahrer und deren Lieblingsmarken gibt es viele. Zum Beispiel der Porsche mit eingebauter Vorfahrt. Oder ein Mercedes mit spießigem, Hut tragendem Rentner am Steuer. Soweit das Vorurteil.  

Doch gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstruktur und Wahl der Automarke? Wirtschaftspsychologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sagen: Ja, gibt es.

Das Projektteam Testentwicklung um Dr. Rüdiger Hossiep hat dazu einen wissenschaftlichen Online-Test entwickelt, der anhand von persönlichen Vorlieben und Einstellungen des Fahrers die Marke mit der größten Übereinstimmung auswählt.  

Unterstützung bei der Autowahl: 90 bis 95% Trefferquote

Der online abrufbare Fragebogen FAHR (Fragebogen zur automobilbezogenen Handlungsregulation) umfasst inzwischen zahlreiche Daten und Statistiken, beispielsweise vom Kraftfahrtbundesamt, und auch die Teilnehmerzahl wächst stetig an.

Entsprechend plausibel sind auch die Resultate, sagen die Wissenschaftler. In ungefähr 90 bis 95 Prozent der Fälle sei das Ergebnis zutreffend.

Beispiel Dienstwagen: Wie unterscheiden sich Fahrer von Audi, Mercedes und BMW?

Sie können den Auto-Persönlichkeits-Test einmal selbst ausprobieren. Er basiert auf Faktoren wie Sicherheitsbedürfnis, Funktionalität, Leistung und Image. Am Ende zeigt er, welche fünf Marken am besten und welche am wenigsten zu Ihnen passen.

Am Beispiel Dienstwagen haben die Wissenschaftler selbst einige Fahrertypen analysiert. Die Unterschiede sind teilweise enorm.

Der Fahrer einer Mercedes C-Klasse zum Beispiel mag es laut den Wissenschaftlern sicher, funktional und beständig. Weniger Wert legt er hingegen, durchschnittlich gesehen, auf die Faktoren Sportlichkeit und Aggressivität.

Fahrer eines 3er BMW haben die extremsten Ansprüche

Dem gegenüber steht der Fahrer eines Audi A4. Er will mehr Leistung und Aggressivität, hat dafür aber ein geringeres Sicherheitsbedürfnis. In punkto Individualität und Funktionalität ähneln sich die Fahrer von C-Klasse und A4.

Die höchsten oder extremsten Anforderungen haben laut den Forschern der Ruhr-Uni die Fahrer eines 3er-BMWs. Bei Faktoren wie Image, Design, Performance, Aggressivität und Faszination liegen sie ganz vorne. Funktionalität ist ihnen hingegen am unwichtigsten.

Wieder etwas anders verhält es sich beim größeren Bruder 5er. Hinsichtlich Performance und Aggressivität liege der 5er-BMW wiederum hinter dem Audi A6. An die Audi-Werte bei Leistung und Aggressivität kommt BMW nicht heran. Dafür legten Audi-Fahrer weniger Wert auf Individualität, Image und Design.

Für das komplette Gegenteil stehen Fahrer einer Mercedes E-Klasse. Sie haben dort die höchsten Werte, wo A6-Fahrer die niedrigsten haben: bei Beständigkeit, Sicherheit und Funktionalität.  

Das ist die Top-10 der beliebtesten Dienstwagen

Platz 10: Opel AstraDer kompakte Rüsselsheimer schafft es gerade noch so in die Top-10.
Platz 10: Opel Astra. Den Anfang macht der kompakte Rüsselsheimer. Er schafft es gerade noch so in die Top-10. © Opel
Platz 9: Ford FocusWer sich für einen Ford als Dienstwagen entscheidet, greift meistens zum Focus.
Platz 9: Ford Focus. Wer sich für einen Ford als Dienstwagen entscheidet, greift meistens zum Focus. © Ford
Platz 8: VW TouranDer Touran ist besonders wegen seines Platzangebots bei Firmen sehr beliebt.
Platz 8: VW Touran. Der Touran ist besonders wegen seines großzügigen Platzangebots bei Firmen sehr beliebt. © Volkswagen AG
Platz 7: BMW 3erDer Bayer - hier das Modell 340i - hat im Vergleich zur Premium-Konkurrenz um Mercedes und Audi bei den Dienstwagen das Nachsehen.
Platz 7: BMW 3er. Der Bayer - hier das Modell 340i - hat im Vergleich zur Premium-Konkurrenz um Mercedes und Audi bei den Dienstwagen das Nachsehen. © BMW
Platz 6: Mercedes C-KlasseEinen Platz besser als der 3er BMW und damit bei den Fuhrparkmanagern etwas beliebter ist die C-Klasse von Mercedes.
Platz 6: Mercedes C-Klasse. Einen Platz besser als der 3er BMW und damit bei den Fuhrparkmanagern etwas beliebter ist die C-Klasse von Mercedes. © Daimler AG
Platz 5: Audi A6In der Top-5 der meistgefahrenen Dienstwagen finden sich nur noch Fahrzeuge aus dem erweiterten VW-Konzern. Hier der Audi A6. 
Platz 5: Audi A6. In der Top-5 der meistgefahrenen Dienstwagen befinden sich nur noch Fahrzeuge aus dem erweiterten VW-Konzern. Hier der Audi A6.  © Audi
Platz 4: Skoda OctaviaSogar einen Platz besser als der Ingolstädter ist sein tschechischer Konzernbruder. Unter den Dienstwagen ist der Octavia das meistgefahrene importierte Fahrzeug.  
Platz 4: Skoda Octavia. Sogar einen Platz besser als der Ingolstädter ist sein tschechischer Konzernbruder. Unter den Dienstwagen ist der Octavia übrigens das meistgefahrene importierte Fahrzeug.   © Skoda
Platz 3: Audi A4Zwei Plätze besser als der größere Bruder A6 ist der A4 als Fahrzeug der Oberen Mittelklasse.
Platz 3: Audi A4. Zwei Plätze besser als der größere Bruder A6 ist der A4 als Fahrzeug der Oberen Mittelklasse. © Audi
Platz 2: VW GolfDer zweite Platz und damit die Silbermedaille geht an den Golf, dafür... 
Platz 2: VW Golf. Der zweite Platz und damit die Silbermedaille geht an den Golf, dafür...  © Volkswagen AG
Platz 1: VW Passat...setzt sich ein weiterer Wolfsburger die Krone des beliebtesten Firmenwagens auf. Besonders die Kombiversion "Variant" ist bei Firmen gefragt.  
...setzt sich mit dem VW Passat ein weiterer Wolfsburger die Krone des beliebtesten Firmenwagens auf. Besonders die Kombiversion "Variant" ist bei Firmen gefragt.   © Volkswagen AG

Von Matthias Opfermann

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