Urteil zu Verhalten bei Fußgängern

+
Urteil: Kein Schadenersatz für Fußgänger bei verkehrswidrigem Verhalten

Berlin - Fußgänger nehmen gerne eine Abkürzung über die Straße. Doch kommt es zum Unfall, wiegt dieses Verhalten schwer und Ansprüche auf Schadenersatz können erlöschen.   

Ein Fußgänger, der die Straße grob verkehrswidrig überquert, hat bei einem Unfall keinen Anspruch auf Schadenersatz. Das entschied das Kammergericht Berlin (Az.: 12 U 178/09). Nach Auffassung des Gerichts muss ein Autofahrer mit einem solchen Verhalten nicht rechnen. Ein eventuelles Mitverschulden trete daher in diesen Fällen in den Hintergrund.

Das Gericht wies damit die Klage einer 16-jährigen Fußgängerin gegen einen Autofahrer ab. Die Klägerin hatte ein Absperrgitter zu einer Straße überstiegen, um die Fahrbahn zu überqueren. Dabei wurde sie von einem rückwärts einparkenden Wagen erfasst und verletzt. Das Kammergericht sah für den geltend gemachten Schadenersatz keine rechtliche Grundlage. Zwar habe jeder Autofahrer Sorgfaltspflichten, und er müsse auch auf der Fahrbahn mit Fußgängern rechnen. Allerdings müsse er sich nicht ohne weiteres auf ein besonders gravierendes Fehlverhalten wie das der Klägerin einstellen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.