US-Cops mit BMW Power auf Verbrecherjagd

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Der E7 ist ein Streifenwagen der Superlative

US-Cops schnappen künfig mit deutscher Technik Verbrecher: BMW liefert Dieselmotoren für den US-Superpolizeiwagen E 7. Experten sprechen von einem Milliardengeschäft.

Der noch junge US-Autohersteller Carbon Motors hat bei den Bayern mehr als 240 000 Dieselmotoren für seinen neuen Super-Streifenwagen E7 bestellt. Niemals zuvor hat BMW einem Dritten derart viele Antriebe verkauft. Ein Milliardengeschäft, von denen Vertriebsvorstand Ian Robertson gerne mehr sähe: “Wir werden weitere Möglichkeiten auf diesem Gebiet ausloten.“

Schon seit längerem arbeitet BMW daran, das Geschäft mit Komponenten auszubauen. Am Montag unterzeichneten BMW und Carbon Motors die Verträge. Nach bisherigen Planungen sollen 2012 die ersten der auf die Bedürfnisse der amerikanischen Polizei zugeschnittenen Autos ausgeliefert werden. Carbon will damit in einen Markt eindringen, der seit fast zwei Jahrzehnten von Ford mit seinem Straßenkreuzer Crown Victoria dominiert wird. 

US-Polizeiwagen der Zukunft

E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Purer Power: US-Cops gehen in Zukunft mit dedm E7 auf Verbrecherjagd. Mit einem 304 PS starker Sechszylinder-Diesel beschleunigt das 1,8 Tonnen schwere Gerät auf bis zu Tempo 250. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
In 6,5 Sekunden spurtet der E 7 auf Tempo 100. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Schusssichere Fenster und Türen machen den E7 zum Albtraum aller bösen Buben. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Unübersehbar mit Led © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
12.500 Vorbestellungen für den E7 liegen aus fast allen US-Bundesstaaten vor. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
BMW liefert im Paket mit den Sechszylinder-Dieselmotoren auch das Kühl- und Abgassystem sowie das Automatikgetriebe. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Der Grundpreis für das Polizeiauto soll bei 50 000 Dollar liegen. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Belüftete Sitze für die Cops mit speziellen Einbuchtungen für das Tragen eines Waffengurtes und Nachtsichtgeräte. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Für unfreiwillige Passagiere: Die Sitze sind auf Hartplastik und komplett abwaschbar © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
Die hinteren Türen sind gegenläufig angeschlagen, damit Personen in Handschellen besser im Fond untergebracht werden können. © Hersteller
E 7 - US-Polizeiwagen der Zukunft von US-Autohersteller Carbon Motors
400 000 Kilometer soll das fahrzeug im Einsatz sein: Nach Ablauf der Dienstzeit wird die Limo zerlegt und die Teile recycelt. © Hersteller

Der E7 ist ein Streifenwagen der Superlative. Er hat ins Wagendach eingelassene Signalleuchten, eine rammfeste Karosserie, die auf Wunsch auch Kugeln abhält, und einen großen, vandalensicheren sowie abwaschbaren Innenraum. Nun steht auch der passende Antrieb bereit: BMW liefert im Paket mit dem Sechszylinder-Diesel zusätzlich das Kühl- und Abgassystem sowie das Automatikgetriebe. Gebaut werden die Aggregate im Motorenwerk Steyr in Österreich.

Die Bayern versprechen den US-Ordnungshütern satte Fahrleistungen bei einem um bis zu 40 Prozent geringen Spritverbrauch. Nicht nur die Umwelt profitiere, sondern auch der Steuerzahler, frohlockte Carbon- Motors-Chef William Santana Li. Ende Februar hatte der Hersteller nach eigenen Angaben mehr als 12 500 Vorbestellungen aus fast allen US-Bundesstaaten vorliegen.

Der Zeitpunkt für Carbon Motors könnte kaum günstiger sein. Denn im kommenden Jahr geht der Platzhirsch Ford Crown Victoria in Rente. Carbon Motors schätzt, dass von den US-weit 450 000 Polizeiautos jährlich 75 000 ersetzt werden müssen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Ford bringt den Police Interceptor heraus (zu deutsch: Abfangjäger), General Motors schickt den Chevrolet Caprice ins Rennen und Chrysler den Dodge Charger.

US-Cops im Einsatz: Ford Police Interceptor

Ford Police Interceptor 2016
Der neue Ford Police Interceptor 2016 hat neben Power unter Haube auch viel Blaulicht. Die Leuchten an Front und Heck sind neu. 25 verschiedene Muster stehen zur Wahl. © Ford
Ford Police Interceptor 2016
Der Ford Police Interceptor 2016 ist hart im Nehmen: Fahrer und Beifahrertür sind kugelsicher.  © Ford
Ford Police Interceptor 2016
Der Ford Police Interceptor Utility beschleunigte mit dem gleichen Motor wie seine Schwesterlimousine in 6,55 Sekunden von 0 auf 100 km/h. © Ford
Ford Police Interceptor 2016
Eine Rückfahrkamera mit einem 4-Zoll-Bildschrim in der Mittelkonsole ist beim neuen Ford Police Interceptor 2016 Standard. © Ford
Ford Police Interceptor 2016
Cockpit im neuen Ford Police Interceptor 2016 © Ford
Ford Police Interceptor Utility
Only für US-Cops: Ford schärft seine Polizeiauto nach. Den Ford Police Interceptor Utility Geländewagen gibt es jetzt mit 370 PS V6-Motor.  © Ford
Ford Police Interceptor Sedan
Den Police Interceptor Sedan gibt es schon seit Oktober 2012 mit Turboboost. © Ford
Ford Police Interceptor
Die Performance der Blaulichtfahrzeuge beeindruckt im Test Charlie Powell, den verantwortlichen Kommandeur der Nevada Highway Patrol. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Ford Police Interceptor gibt es mit Hinterradantrieb oder auch 4x4. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Mit dem neuen Police Interceptor von Ford gehen die US-Cops 2012 auf Streife. Interceptor bedeutet zu Deutsch Abfangjäger. Das neue Modell löst den Ford Crown Victoria ab. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Natürlich stehen Sicherheit und Funktionalität beim der neuen Generation im Vordergrund. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Das Einsatzfahrzeug gibt es mit zwei V6 Motoren mit 263 PS oder 363 PS. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Der Interceptor basiert auf dem Ford Taurus. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Respekt! Das Design ist autoritär, kantig und streng. © Ford
 Ford Police Interceptor Modell 2010
Alles was ein Officer braucht... © Ford
Ford Police Interceptor
USA Polizeiauto Ford Police Interceptor. © Ford
Ford Police Interceptor 2016
Ford Police Interceptor 2016 © Ford
Ford Police Interceptor 2016
Ford Police Interceptor 2016: Mit 370 PS auf Verbrecherjagd. © Ford

Gelingt es Carbon Motors, sich gegen die “Big 3“ der US- Autoindustrie durchzusetzen, wäre es auch für BMW ein Triumph. Die deutschen Autobauer versuchen seit Jahren, den Amerikanern den Diesel schmackhaft zu machen. Bislang mit durchwachsenem Erfolg. Einen der Gründe sieht BMW-Vorstand Robertson darin, dass der Treibstoff in Amerika schwer zu bekommen ist: “Wenn sie Diesel wollen, müssen sie oft zur Lkw-Tankstelle fahren.“

Doch Robertson macht eine langsame Wandlung aus. Dabei ließen sich die US-Amerikaner weniger vom Umweltgedanken leiten als von praktischen Überlegungen. Die Tankfüllung reiche länger. “Die Entfernungen in den USA sind andere als in Europa“, sagte er. Schon heute werde jeder dritte BMW-Geländewagen X5 in den USA mit einer Dieselmaschine verkauft. “Das wäre vor einigen Jahren undenkbar gewesen."

Zum weithin unbekannten Partner zeigt Robertson Vertrauen. Dabei hat Carbon Motors bislang nicht mehr als einen Prototypen auf die Räder gestellt. Die Fertigung müssen die US-Amerikaner erst noch aufbauen. 1550 Mitarbeiter sollen den E7-Polizeiwagen in einer ausrangierten Fabrik eines Autozulieferers in Indiana produzieren. Dafür hat Carbon Motors beim Staat um einen 310 Millionen Dollar schweren Kredit nachgefragt. Die Frage, ob der Neuling seine Rechnungen bezahlen kann, ist für BMW-Vorstand Robertson dennoch leicht zu beantworten: “Ich bin sicher, sie können.“

dpa

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