Vatertag ist besonders gefährlich

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Vatertag ist Unfalltag!

Berlin - Die Zahlen an Christi Himmelfahrt sind erschreckend. Der Feiertag schneidet in der Unfallstatistik besonders schlecht ab. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund:

Vatertag ist Unfalltag: An Christi Himmelfahrt gibt es dreimal so viele Alkoholunfälle im Straßenverkehr wie im Jahresdurchschnitt.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen das: Im Jahr 2010 ereigneten sich am Vatertag 296 Unfälle, bei denen mindestens ein Beteiligter unter Alkoholeinfluss stand. An keinem anderen Tag im Jahr gibt es so viele alkoholbedingte Verkehrsunfälle. Im Jahresdurchschnitt sind es pro Tag rund 108 Alkoholunfälle.

"Fahren unter Alkoholeinfluss ist kein Kavaliersdelikt. Alkoholisierte Verkehrsteilnehmer sind eine Gefahr für sich und andere", betont Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa

Wer Alkohol konsumiert, sollte sich grundsätzlich nicht ans Steuer setzen. Denn schon kleine Mengen Alkohol lassen die Übersicht und Koordinationsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich sinken, Unfälle sind vorprogrammiert und der Führerschein in Gefahr", so Unfallforscher Brockmann. Wer viel trinkt, sollte als Alternative allerdings auch nicht das Fahrrad wählen. Auch alkoholisierte Radfahrer gefährden ihre eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer, warnt Siegfried Brockmann.

Die Folgen sind bei Alkoholunfällen wesentlich schwerer als bei "gewöhnlichen" Verkehrsunfällen. Das belegen die Zahlen: Im Jahr 2010 kamen auf 1.000 Unfälle mit Personenschaden 13 Tote und 217 Schwerverletzte. Bei Alkoholunfällen waren es dagegen 23 Getötete und 332 Schwerverletzte. Elf Menschen verloren am Vatertag 2010 ihr Leben auf deutschen Straßen, davon drei Personen bei Alkoholunfällen. Jeder dritte der 213 Schwerverletzten dieses Tages kam bei Unfällen unter Alkoholeinfluss zu Schaden.

Unfall mit Promille ist eine Straftat 

Wer mit seinem Pkw einen Unfall verursacht oder auffällig fährt, begeht bereits ab 0,3 Promille eine Straftat und wird mit einem Fahrverbot oder mindestens sechs Monaten Führerscheinentzug und sieben Punkten in Flensburg belangt.

ots/ADAC

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