Verführerische Zukunft

Volvo stellt im XC90 neue Assistenzsysteme vor

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Der neue Volvo XC90 wird eine Tier-Erkennung an Bord haben: Der automatische Notbremsassistent kann Unfälle vollständig vermeiden oder zumindest die Aufprallgeschwindigkeit reduzieren.

Moderne Autos können mitfühlen und mitdenken. Sie können Unfälle verhindern oder Unfallfolgen zumindest vermindern. Der schwedische Autohersteller Volvo hat jetzt eine Reihe von neuen und verbesserten Assistenzsystemen vorgestellt.

Mit den Assistenzsystemen will Volvo dem Ziel, dass bis zum Jahr 2020 niemand mehr in einem oder durch einen Volvo ums Leben kommen soll, noch näher kommen. Im neuen Volvo XC90, der Ende 2014 vorgestellt wird, werden einige davon ihre Weltpremiere feiern.

Automatische Lenkung

Eines davon ist die Fahrbahn- und Begrenzungserkennung mit Lenkeingriff. Auf die Straße des firmeneigenen Testgeländes Stera Holm bei Göteborg kostet es schon reichlich Überwindung, einen Testwagen knapp 70 km/h von der Straße weg nach rechts auf eine Leitplanke zu lenken. Bruchteile von Sekunden vor dem befürchteten Aufprall übernimmt der Volvo V 70 das Steuer und lenkt wesentlich unaufgeregter als ich wieder zurück auf die Fahrbahn.

Anders als bei anderen Herstellern reagiert der neue Spurhalte-Assistent von Volvo auf den Fahrbahnrand. „Diese Technik funktioniert auch auf kleinen Straßen und Wegen ohne Markierungen “, betont Thomas Broberg, als Leiter der Sicherheitsentwicklung bei Volvo zuständig für elektronische Lebensretter.

Brems- und Stauassistent

Als erstes Modell wird der XC 90 über die neue Generation des Notbremsassistenten verfügen, der auch bei Dunkelheit und in der Dämmerung Autos, Fußgänger und Radfahrer erkennt und reagiert. Ein neuer Stauassistent mit Lenkunterstützung wird das Fahrzeug in der Fahrspur halten und es brav im Verkehr mitschwimmen lassen, indem es automatisch dem vorausfahrenden Fahrzeug folgt.

Motor, Bremsen und Lenkung werden automatisch reagieren. „Das selbstständige Folgen des Fahrzeuges in derselben Spur ist ein Schritt in Richtung vollautonomes Fahren. Allein aus rechtlichen Gründen hat der Fahrer aber immer das letzte Wort und kann jederzeit die Kontrolle wieder übernehmen“, betont Broberg.

Auf der Teststrecke vor uns taucht jetzt ein Elch auf. Zwar eine lebensgroße und täuschend echte Attrappe, die aber sehr ernst zu nehmen ist. Kollisionen mit großen Wildtieren gehören auch in Deutschland zu den häufigsten Schadensursachen. Der neue Notbremsassistent von Volvo wird auch großes Wild erkennen und reagieren.

Autos kommunizieren

Der Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen ist Bestandteil der Car-2-Car Kommunikationstechnik, mit der Informationen mit anderen Fahrzeugen und mit der Verkehrsinfrastruktur ausgetauscht werden. So kann ein Transmitter an Ampeln unnötiges Warten vermeiden, indem die optimale Geschwindigkeit für eine „grüne Welle“ weitergegeben wird.

Auf der Kommunikation mit der Infrastruktur wird auch das Konzept des autonomen Parkens beruhen. Staunend folgen wir auf dem kleinen Parkplatz einem Testfahrzeug, das sich einen freien Stellplatz sucht und einparkt. Zur Lokalisierung eines freien Parkplatzes und der Navigation dorthin nutzt das Auto die vorhandenen Sensoren. Nach der Aktivierung der Funktion über eine Smartphone-App kann der Fahrer das Auto verlassen. Noch ist das Zukunftsmusik, die aber angesichts der angespannten Parksituation in unseren Großstädten sehr verführerisch klingt.

Von Solveig Grewe

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