So viel Do-it-yourself ist heute am Auto noch möglich

Ist kein Spezialwerkzeug nötig, um den Filter auszubauen, muss dafür kein Auto in die Werkstatt.
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Ist kein Spezialwerkzeug nötig, um den Filter auszubauen, muss dafür kein Auto in die Werkstatt.

Heutzutage funktioniert unsere Welt oft nur noch mit den neuesten Technologien, womit der durchschnittliche Mensch oftmals überfordert ist und fachliche Hilfe heranziehen muss.

Wir haben uns mal angeschaut, inwiefern sich dies bei unseren Autos bemerkbar macht. Was heute rund um das Auto noch nach dem Do-it-yourself-Prinzip funktioniert, verrät dieser Beitrag. 

Filterwechsel – ganz einfach, wenn es kein Spezialwerkzeug braucht

Bei zwei Filtern, die im Auto verbaut sind, kann der Wechsel ganz schnell erfolgen: Der Innenraumfilter, der dafür sorgt, dass du frische Luft im Fahrzeug hast anstatt eine von Pollen geplagte Triefnase. Als Faustregel gilt: Zur regelmäßigen Inspektion oder dann, wenn unangenehme Gerüche durchs Fahrzeuginnere wabern, ist es Zeit, um den Innenraumfilter zu wechseln. Der Innenraumfilter kann vom Motorraum zugänglich sein, dann befindet er sich in der Regel nahe der Windschutzscheibe. Auch denkbar ist, dass sich der Frischefilter für den Innenraum hinter dem Handschuhfach befindet. Ein Blick in die Bedienungsanleitung sollte schnell zeigen, wo sich der Filter befindet und ob größere Ausbauten nötig sind, um diesen zu wechseln. Im besten Fall sind nur ein paar Schrauben zu lösen; im schlechtesten Fall muss das Handschuhfach ausgebaut werden.

Ebenso wie sich die Fahrer und Beifahrer über frisch gefilterte Luft freuen, ist es auch für den Motor eine Wohltat, saubere Luft ansaugen zu können. Darüber hinaus verlängert die Wohltat eines neuen Filters auch die Lebenszeit des Motors, denn Schmutz, Staub und Dreck würden auf lange Sicht gesprochen wie Schmirgelpapier auf den Motor wirken. Der Luftfilter befindet sich im Motorraum und wird häufig mit der englischen Bezeichnung „Air Filter“ ausgewiesen. Achtung: Dieselfahrzeuge müssen zunächst vom Luftmassenmesser gekappt werden (Stecker ziehen), bevor der Wechsel vollzogen werden kann. Anschließend gilt es den Schlauchanschluss zu lösen und den Filterkasten zu öffnen. Einige Modelle sind mit simplen Klemmen gesichert, andere mit Muttern und Schrauben. Der anschließend zu entfernende Luftfilter kann im Hausmüll entsorgt werden.

Reifenwechsel – ein Kinderspiel, wenn die Reifen keinen Sensor haben

Zugegeben, das Motto der Autohersteller – moderner, technischer, unnahbarer – treibt so manchem passionierten Auto- und Motorradschrauber die Sorgenfalten auf die Stirn, denn: Was früher noch einfach und mit ein paar Handgriffen erledigt war, ist heute oft schon allein deswegen nicht möglich, weil Spezialwerkzeug nötig ist oder Programmierkenntnisse. Mittlerweile „fordern“ schon Kleinwagen wie der Opel Corsa dazu auf, wenn dieser beispielsweise von Sommer- auf Winterreifen umgerüstet wurde. Der Grund: Die Sensoren in den Reifen müssen „angelernt“ werden, heißt es aus dem Mund des Fachmanns, der ratz-fatz ums Auto herumgeht und jeden Winterreifen zum Piepen bringt, was zur Folge hat, dass die Fehlermeldung im Display verschwindet. Die positive Nachricht lautet: Es gibt diese Anlerngeräte für jedermann im Online-Handel.

Der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und in die andere Richtung zurück ist im Grunde ein Kinderspiel. Die Ausgangssituation für einen sicheren Do-it-yourself-Reifenwechsel ist die Stellung „P“ beim Automatikgetriebe oder die Kombination aus einem Gang und angezogener Handbremse beim Schaltgetriebe. Nun sollten die Radmuttern gelockert werden, solange das Fahrzeug noch fest auf dem Boden steht. So hilft das Gewicht des Fahrzeugs dabei, die Muttern zu lösen. Dann darf das Auto in die Luft gehen.

Der Wagenheber wird dazu unter den Schweller geschoben; das Fahrzeug wird nach oben gepumpt bis das Rad schwebt. Die ohnehin schon lockeren Schrauben werden rausgedreht, das Rad kann abgezogen werden. Montiert wird in derselben Reihenfolge wie auch die Demontage erfolgt ist: Am Boden stehend wird das Gewicht des Fahrzeugs genutzt, um die Reifen festzuziehen. Der passende Drehmoment kann dazu beim entsprechenden Gerät voreingestellt werden. Klackt der Schlüssel, ist der voreingestellte Wert erreicht. Wichtig: Nach etwa 50 Kilometern müssen die Reifen nachgezogen werden. Verfügt das Fahrzeug nicht über einen elektronischen Sensor, steht nun der freien Fahrt nichts mehr im Wege. Wenn doch, gilt es die neuen Räder mit dem Fahrzeug zu koppeln – ähnlich wie es das Smartphone via Bluetooth mit dem Autoradio tut.

Freie Sicht erfordert nur ein wenig motorisches Geschick

Der Wechsel der Scheibenwischer ist ein vergleichsweise simples Unterfangen, das – in Eigenregie ausgeführt – viel Geld für die Scheibenwischer an sich und für den Wechsel sparen kann. Die Wischerarme werden dazu nach oben geklappt bis sie fast senkrecht in die Luft ragen. Nun werden die Wischer vom Wischerarm gelöst – bei einigen Modellen muss der Kunststoff-Adapter dazu gedrückt werden, um die Wischer freizugeben. Die neuen Wischer werden anschließend eingeklipst, dann kommt der Bügel in die dafür vorgesehene Vorrichtung.

Um die Lebenszeit der Scheibenwischer zu verlängern, gibt es ein paar simple Kniffe: Die Gummileiste zu säubern, bevor die kompletten Scheibenwischer ausgetauscht werden, ist eine Option, um den Austausch hinaus zu zögern. Auch die Reinigung des Fahrzeugs kann bereits einiges gut oder auch schlecht machen, denn der Gummi des Wischers verträgt Lösungsmittel nicht gut, Autoshampoo oder Spülmittel hingegen schon. Auch Frostschutzmittel ist grundsätzlich ok, allerdings sollte mit Rücksicht auf die Wischer gerade im Winter das Fahrzeug manuell enteist werden – und nicht etwa durch massives Wischen. Enteiser ist hingegen erlaubt.

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