Volvo V40 im Test: Ein Herz für Fußgänger

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Beschützt Passagiere und Passanten: der neue Volvo V40.

Im täglichen Gerangel um jeden Meter Verkehrsfläche können Autofahrer schon mal zu Kontrahenten werden. Wird es zu eng und ein Fahrer zum Ausweichen gezwungen, gehört jedoch oft eine ganz andere Gruppe zu den Verlierern.

Fußgänger haben bei Kollisionen mit Autos meist schlechte Karten. Mit dem neuen V40 macht Volvo deshalb Ernst mit seinem Ziel: Bis 2020 soll nicht nur kein Mensch in einem Volvo, sondern auch niemand mehr durch einen Volvo ums Leben kommen.

Als weltweit erstes Serienauto hat der V40 einen Fußgänger-Airbag. Im Falle eines Falles schießt dieser aus einem Schlitz unter der angehobenen Motorhaube. Das Luftkissen bläht sich in Millisekunden vor dem unteren Drittel der Windschutzscheibe und der A-Säulen auf. Dort ereignen sich statistisch die schwersten Verletzungen, deren Intensität der Airbag abmildern soll.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, schickt Volvo den schicken, 4,36 Meter langen Fünftürer mit einer Vielzahl von elektronischen Helfern auf die Straße. Ein Beispiel ist der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung: Tritt eine Person plötzlich vor dem Auto auf die Straße, ertönt ein Warnsignal. Reagiert der Fahrer nicht, leitet der Assistent eine Vollbremsung ein. Bis zu einem Tempo von 35 Stundenkilometern kann das System so Kollisionen verhindern.

Natürlich sorgt Volvo auch für die Passagiere im Inneren. Unterhalb des Armaturenbretts verbirgt sich ein serienmäßiger Knie-Airbag, ein Toter-Winkel-Assistent erweitert das Sichtfeld des Fahrers und warnt auch vor bis zu siebzig Meter hinter dem Auto auftauchenden Fahrzeugen.

Ein nicht alltäglicher Sicherheitsbaustein ist der „Cross Traffic Alert“, eine Kamera, die beim Ein- und Ausparken den Querverkehr überwacht. Das serienmäßige City Safety System, das Unfälle bei niedrigem Tempo vermeiden soll, arbeitet im neuen V40 nun bis zu einer Geschwindigkeit von 50 statt 30 Stundenkilometern. Auf Wunsch mit an Bord: Spurhalte- und Einparkassistent, Müdigkeitswarner, aktives Fernlicht und automatische Verkehrszeichenerkennung.

Schnörkellose Eleganz: Im Innenraum überzeugt der V40 mit funktionaler Schlichtheit.

Innen gefällt uns der V40 mit seiner funktionalen und schnörkellosen Sachlichkeit, zum Beispiel die scheinbar frei schwebende Mittelkonsole und der rahmenlose Rückspiegel. Auf den beiden vorderen Sitzen, und mit Einschränkung auch hinten, finden wir den Platz gut bis genügend. Abstriche gibt es hinten für den etwas umständlichen Einstieg. Für das Gepäck gibt es 335 Liter – kein Spitzenwert, aber im Wettbewerbsumfeld ausreichend. Wer mehr Platz braucht, findet mit umgeklappter Rückbank und einem optionalen Einlegeboden eine ebene Fläche und Platz für 1032 Liter.

Zur Markteinführung stehen zwei Benziner und drei Diesel mit 115 bis 180 PS zur Verfügung. Alle Motoren verfügen serienmäßig über ein Start-Stopp-System und Bremsenergie-Rückgewinnung. Auf unseren Testfahrten legte sich der kleinste Diesel ordentlich ins Zeug, wirkte aber an lang gezogenen Steigungen trotz durchgetretenem Gaspedal etwas schwach auf der Brust.

Den Anstrengungen entsprechend lag der Verbrauch im Test dann auch bei etwas mehr als sechs Litern. Für den Alltagsgebrauch dürfte dieser Motor aber völlig ausreichen – und dann auch dem angegebenen Normverbrauch von 3,6 Litern nahe kommen. Mit seinen Tugenden Sicherheit, Sparsamkeit und Schönheit kann sich der neue Schwede getrost dem Wettbewerb von Audi A3 und der neuen A-Klasse stellen.

Von Solveig Grewe

Datenblatt: Volvo V40 D2

• Motor: Vierzylinder- Turbodiesel

• Hubraum: 1560 ccm

• kW(PS) bei U/min: 84 (115) bei 3600

• Nm bei U/min: 270 bei 1750 bis 2500

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

• Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 12,3 Sekunden

• Abgas CO2: 94 g/km

• Verbrauch: 4,0/3,4/3,6 Liter pro 100 km (inner- orts/außerorts/kombiniert)

• CO2-Effizienzklasse: B

• Preis: ab 24.980 Euro

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