VW Abgas-Skandal

KBA erteilt Freigabe für restliche VW- Dieselmotoren 

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Volkswagen darf nach Freigabe des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) nun auch die noch fehlenden vom Dieselskandal betroffenen Motoren umrüsten.

Volkswagen darf nach Freigabe des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) nun auch die noch fehlenden vom Dieselskandal betroffenen Motoren umrüsten.

Für den Zuständigkeitsbereich der Behörde lägen nun alle erforderlichen Genehmigungen vor, teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. In den kommenden Wochen sollen die betroffenen Autofahrer die Benachrichtigung erhalten, dass die Umrüstung für ihr Auto verfügbar ist und sie einen Termin mit einer Vertragswerkstatt vereinbaren können.

Seit Anfang 2016 ruft der Volkswagenkonzern betroffene Diesel-Autos in die Werkstatt. Das ursprüngliche Ziel des Konzerns war es, die gesamte Umrüstaktion in diesem Jahr abzuschließen.

Das Stickoxid-Problem N0X

Der Volkswagen-Konzern hatte im September 2015 zugegeben, Abgaswerte von bestimmten Dieselmotoren im Testbetrieb unzulässig geschönt zu haben. Bei den betroffenen Motoren ist ein Softwareprogramm mit einer "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingebaut. Diese Software kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide (Nox-Werte) gemessen werden als im regulären Betrieb. Weltweit sind rund 11 Millionen Fahrzeugen betroffen, in Deutschland rund 2,6 Millionen.

Die Technik für betroffenen VW 1.6 TDI Motoren 

Technische Maßnahmen der betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren.
Diese Technik kommt bei den betroffenen VW EA-189 Dieselmotoren mit einem 1,6-Liter Hubraum zum Einsatz (1.6 TDI). © Volkswagen
Technische Maßnahmen der betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren.
Bei den betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren wird, laut Volkswagen, direkt vor dem Luftmassenmesser ein sogenannter Strömungstransformator befestigt. © Volkswagen
Technische Maßnahmen der betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren.
Der Strömungsgleichrichter ist ein Gitternetz, das den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser beruhigt und so die Messgenauigkeit des Luftmassenmessers entscheidend bei den VW EA-189 1.6 TDI Motoren verbessern soll. © Volkswagen
Technische Maßnahmen der betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren.
Mit dem Teil und einem abgestimmten Software Up-Date sollen die betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren ausgerüstet werden. © Volkswagen
Technische Maßnahmen der betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren.
Die technischen Maßnahmen sind laut dem Konzern voraussichtlich in weniger als eine Stunde erledigt. © Volkswagen
Technische Maßnahmen der betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren.
Mit den technische Maßnahmen sollen die betroffenen VW EA-189 1.6 TDI Motoren die gültigen Stickoxid Werte (NOx) erreichen. Motorleistung, Verbrauch und Fahrleistungen sollen von der Nachbesserung nicht beeinflusst sein. © Volkswagen

Viele europäische und internationale Zulassungsbehörden orientieren sich mit ihren Zulassungsbestimmungen am KBA. Für die USA und Kanada gilt das nicht: Dort zahlt der Konzern betroffenen Kunden unter anderem Entschädigungen in Milliardenhöhe, in Europa sieht der Konzern wegen einer anderer Rechtslage dazu keine Veranlassung. An zahlreichen Gerichten sind dazu jedoch Verfahren anhängig.

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa


dpa/ml

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