Eine ziemlich stille Sache

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Gewöhnungsbedürftig: Beim E-Bike Zero S muss man sich ganz schön umstellen.

Normalerweise hört man schon von Weitem ein Knattern, wenn man im Garchinger Industriegebiet das Gelände der Kartbahn betritt. Heute aber ist es ruhig...

...obwohl auf der 851 Meter langen Bahn reger Fahrverkehr herrscht: Zero präsentiert hier vor den Toren Münchens seine Elektro- Bikes, die Supermoto S und die geländetaugliche DS. Es ist eine ziemlich stille Sache.

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Die Zukunft fährt elektrisch Gespräch mit Neal Saiki, dem Gründer des Elektromotorrad-Herstellers Zero

Dabei sehen die Zweiräder aus amerikanischer Produktion beileibe nicht nach Leisetretern aus, sondern wie ganz normale Motorräder. Nur eben mit dem Unterschied, dass da kein benzingetriebenes Aggregat für den Antrieb sorgt, sondern ein elektrischer Gleichstrommotor des deutschen Herstellers Perm, der eine Maximalleistung von 23 PS (17 kW) hat und die 123 Kilogramm schwere Zero S auf bis zu 105 km/h beschleunigen soll.

Vor der ersten Fahrt steht allerdings eine kurze Einweisung in die spezifische Fahrtechnik an. Der man gewissenhaft lauschen sollte, denn zum Beispiel sucht man Kupplungs- und Schalthebel vergebens, und auch das Fahrverhalten soll ein bisserl anders sein als beim benzingetriebenen Zweirad.

Doch keine Bange, letztlich geht es doch ganz einfach: Schlüssel drehen, Systemcheck abwarten und dann am Gasgriff drehen. Aber vorsichtig, denn die Zero S nimmt sofort mit Vehemenz die Fahrt auf. Und dann muss man nur noch lenken, die Energiezufuhr regulieren und vor allem rechtzeitig bremsen. Denn das Elektrobike rollt einfach weiter, auch wenn man den Gasgriff zudreht. Anders als beim normalen Motorrad hat hier der Motor keine bremsende Funktion.

Dementsprechend eierig sehen die ersten paar Kurven auf der Zero aus. Aber dann beginnt man schnell die Dynamik zu genießen, da auch die Scheibenbremsen vorn und hinten gut verzögern. Nach Angaben des Herstellers soll die Kapazität des Akkus für 80 bis 100 Kilometer ausreichen. Daran sind aber Zweifel erlaubt, denn schon bei unseren Testfahrten bewegte sich der Zeiger der Ladekontrollanzeige merklich nach unten, sobald wir mit Vollgas unterwegs waren.

Wer weit kommen will, muss also seinen Vorwärtsdrang sehr drosseln und ein gemächliches Tempo einschlagen. In vier Stunden soll der Akku wieder vollständig geladen sein. Als Einstand für die Zero S und DS sind jeweils stattliche 9995 Euro fällig. Dafür ist man dann fast gratis unterwegs: Als Betriebskosten gibt der Hersteller gerade mal 0,01 Euro pro Kilometer an. Spätestens da werden dann die Fahrer konventionell betriebener Motorräder aufhorchen – denn von der Zero S selbst hört man ja nichts.

 Volker Pfau

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