Falsche Angabe

Zu hoher Spritverbrauch: Rücktritt vom Kauf ist aufwendig

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Wenn der Neuwagen mehr Benzin verbraucht als beim Kauf versprochen, können Käufer vom Kauf zurücktreten. Der Nachweis für diesen Sachverhalt ist jedoch sehr aufwendig. Foto: Oliver Berg

Es kommt vor, dass die Angaben zum Spritverbrauch eines Neuwagens durch den Praxistest widerlegt werden. Käufer fühlen sich dann betrogen. Doch was ist zu tun, um den Kauf rückgängig zu machen?

München (dpa/tmn) - Wer nachweisen kann, dass sein Neuwagen im Vergleich zu den Herstellerangaben mehr als zehn Prozent mehr Kraftstoff verbraucht, kann vom Kauf zurücktreten. Das sei allerdings aufwendig, sagt ADAC-Juristin Silvia Schattenkirchner.

In solchen Fällen sei immer der konkrete Einzelfall zu prüfen, und zwar unter Prüfstandbedingungen und durch einen Sachverständigen. Und besonders wichtig: Dieser Sachmangel lasse sich nur in den ersten zwei Jahren nach der Übergabe des Autos gegenüber dem Händler anbringen.

Ein Zweitkäufer kann innerhalb der Sachmängelhaftungsfrist von zwei Jahren Ansprüche gegen den Händler geltend machen, der dem Erstbesitzer das Fahrzeug verkauft hat. "Hierfür muss der Erstbesitzer dem Zweitkäufer jedoch die Sachmängelrechte abtreten", sagt Schattenkirchner.

Jenseits der zwei Jahre wird es kniffliger: "Für Gebrauchtwagen haben die Gerichte noch keine eindeutigen Grenzen vorgegeben, ab denen ein Auto zu viel verbraucht", erklärt die Rechtsanwältin.

Schattenkirchner rät grundsätzlich, im Zweifel den Verbrauch des Wagens über einen längeren Zeitraum zu prüfen und zu dokumentieren. Erst dann sollten Verbraucher entscheiden, ob sie das Kostenrisiko für ein Gutachten oder einen Anwalt tragen wollen.

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