Es geht voran

Neuheiten und Trends fürs Motorradjahr 2017

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Den Hingucker des Jahres präsentiert Triumph mit der Bobber.

Kaum ein Motorradjahr stand so sehr im Zeichen der Veränderung wie die bevorstehende Saison 2017. Der Zweirad-Boom geht trotz Euro 4 weiter.

Wer durch Prospekte und Kataloge blättert, findet fast schon mehr Neuheiten als Bikes, die bereits im Vorjahr angeboten wurden. Schuld daran sind zum einen die Euro-4-Norm, die seit Jahresbeginn jedes neu zugelassene Motorrad erfüllen muss. Zum anderen geht es der Branche relativ gut (siehe Artikel zu Zulassungszahlen), und das befeuert ebenfalls die Kreativität und den Mut, Neues zu präsentieren. Es geht also mit Volldampf voran!

Der Markt hat also viele Überraschungen parat. Dazu gehört auch, dass Yamaha hierzulande als Marktführer ins neue Jahr geht. Die konsequente Politik mit klar definierten Modellen zu vernünftigen Preisen wurde vom Käufer honoriert und für den langjährigen Branchenprimus BMW bleibt vorerst nur Platz zwei.

Zu den weniger erfreulichen Meldungen gehört die Nachricht, dass die US-Cruiser-Marke Victory nicht weiter gebaut wird. Mutterkonzern Polaris hat aufgrund sinkender Verkaufszahlen Anfang Januar 2017 die Reißleine gezogen und konzentriert sein Engagement nun ausschließlich auf Indian und die E-Bikes von Brammo, die weiteren Motorradmarken des Hauses.

Beim Blick auf den Markt fällt überdies auf, dass sich im Laufe der letzten Jahre die bislang bekannten Kategorien noch mehr aufgelöst haben. Crossover ist angesagt.

Einsteiger

Die Kleinen sind auch in der neuen Saison groß dabei. Die erfreuliche Entwicklung bei den Modellen mit rund 300 ccm Hubraum hält an, es gibt diverse Neuheiten. Mit den Maschinen, die teilweise über 40 PS Leistung haben, kann man durchaus eine Menge Fahrspaß genießen. BMW schiebt bei der gerade präsentierten G 310-Baureihe noch vor dem Verkaufsstart eine GS-Version nach. Kawasaki hat mit der Versys-X 300 (Foto) nun auch einen Allrounder im Angebot. Der Bestseller dieser Klasse, die KTM 390 Duke, erhielt für die aktuelle Saison eine Überarbeitung. Neu in diesem Segment präsentiert sich Suzuki, die mit der GSX 250 R eine sportliche Maschine, mit der V-Strom 250 ein Mini-Adventurebike anbietet. Yamaha rundet sein Sortiment mit dem Allrounder MT-03 und der supersportlichen YZF-R3 nach unten ab.

Kawasaki Versys-X 30.

Retro

Modernste Technik im alten Kleid – so heißt es auch heuer bei vielen Neuheiten. Den zahlenmäßig stärksten Zuwachs gibt es bei den Motorrädern, die in der Optik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre daherkommen, aber die aktuelle Technik unterm Blechkleid haben. Wer sich in den Sattel setzt und losfährt, wird bald merken, dass es sich hier keineswegs um reine Poser-Bikes handelt. Den Hingucker des Jahres präsentiert Triumph mit der Bobber. Ducati erweitert die sehr erfolgreiche Scrambler-Baureihe um Desert Sled und Café Racer, während Moto Guzzi mit Audace/Eldorado sowie der MGX-21 Flying Fortress mächtige Eisen auf die Straße bringt. BMW feiert mit der R nineT überraschend großen Erfolg, also schieben die Bayern die Varianten Racer und Pure nach. Honda hat seinen Retro-Klassiker CB 1100 kräftig überarbeitet und Yamaha will mit der XSR 900 den Café-Racer-Geist der 60er-Jahre wieder aufleben lassen.

BMW R nineT Racer.

Supersportler

Es gibt sie noch – oder wieder, die Bikes, die direkt von der Rennstrecke auf die Straße losgelassen werden. Besonders in der Klasse mit 1000 ccm Hubraum gibt’s einige Neuheiten zu bestaunen. Ducati baut mit der 1299 Superleggera das stärkste (215 PS) und leichteste (167 kg) Sportmotorrad. Trotz des astronomischen Preises von 79 000 Euro sind alle 500 Exemplare aber ausverkauft. Eher den Massengeschmack dürften die Neuheiten aus Japan treffen. Honda belebt die CBR 1000 RR Fireblade neu und hat neben dem Straßenmodell eine Superbike-Basismaschine im Angebot. Lange mussten Fans der Marke Suzuki aufs sportliche Flaggschiff GSX-R 1000 warten, nun ist sie da mit 202 PS und endlich mit den aktuellen elektronischen Fahrhilfen. Bei den kleinen Flitzern tut sich nicht viel: Einzig die Yamaha YZF-R6 steht als Neuheit beim Händler.

Ducati 1299 Superleggera.

Vernunft

Es müssen nicht immer Superlative sein, wie die Verkaufszahlen zeigen. Man träumt vom Edel-Bike, aber gekauft wird Vernunft. Unter den Top 10 der Zulassungsstatistik sind stets mehr als die Hälfte Mittelklassemotorräder. Wer sich da umsieht, wird jede Menge attraktive Modelle finden, bei denen man in Bezug auf den Fahrspaß und die Alltagstauglichkeit keinerlei Abstriche machen muss. Auch für größere Touren kann die KTM 1090 Adventure hergenommen werden, während die neue kleine Ducati Monster 797 ein flotter Kurvenwetzer ist. Kawasaki hat mit der Z 650, der Ninja 650 sowie der Versys 650 und obendrein der Z 900 gleich mehrere neue Eisen im Feuer. BMW gönnt mehreren Modellen der F-Baureihe eine Auffrischung, während Honda mit der Rebel eine Legende wiederbelebt und mit dem Nachfolger der Shadow 750 ein feines Modell für Einsteiger im Programm hat. Sehr vernünftig sind auch weitere Neuheiten der Marke wie die CB 500 Xund die CB 650 F.

KTM 1090 Adventure.

Roller

Der Trend zum großvolumigen Roller hält nach wie vor an. Eine der spektakulärsten Neuheiten kommt von Kymco aus Taiwan: der komplett neu entwickelte Super Touring Roller AK 550 mit diversen elektronischen Helferlein. Suzuki hat den Burgman 400 auf den neuesten Stand gebracht, während Yamaha im Zuge der Umstellung auf Euro 4 die T-Max-Familie (300, 400 und 530 bSX/DX) aufpoliert hat. Piaggio renovierte beim 500er-Dreiradscooter MP3 den Einzylinder. Ein typischer Vertreter der Crossover-Modelle ist der Honda X-ADV (Foto), der wie eine Kreuzung aus Roller und Enduro daherkommt. Mit 55 PS sicher eine interessante Alternative für schaltfaule Fahrer. Eine Wiederauferstehung feiert die Simson Schwalbe: Sie bekommt einen Elektroantrieb von Govecs. Reichweiten von bis zu 160 km verspricht BMW beim überarbeiteten Stromer C evolution Long Range.

Honda X-ADV.

Motorradneuheiten auf der imot

Die Zweiradneuheiten für die aktuelle Saison sowie Zubehör, Bekleidung und was sonst noch für Biker interessant ist, wird auf der Internationalen Motorradmesse IMOT vom 17. bis 19. Februar im M.O.C. in München-Freimann (U6, Haltestelle Kieferngarten) gezeigt. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr, Eintritt 14 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei, Jugendliche bis 18 Jahre 4 Euro. Weitere Infos im Internet: www.imot.de.

Volker Pfau

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