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Insekten in Lebensmitteln? Worauf Verbraucher jetzt achten sollten

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Von: Janine Napirca

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Die EU hat Insektenpulver in Lebensmitteln europaweit zugelassen. Muss man jetzt unwissentlich Insekten essen – und wäre das schlimm?

„Schleimig, jedoch vitaminreich“ – Simba machte es bereits 1994 im Film „Der König der Löwen“ vor: Insekten essen. Die Europäische Union (EU) erlaubt seit dem 24. Januar 2023 neben Mehlwürmern und Heuschrecken auch Grillen und Getreideschimmelkäfer in Lebensmitteln zu verarbeiten – in Pulverform. Werden wir jetzt also, ohne es zu wissen, Insekten essen? Woran Sie erkennen, ob ein Gericht Insekten enthält und ob es überhaupt schlimm ist, Käfer, Wespen und Co. zu verspeisen, lesen Sie im Folgenden.

EU erlaubt seit 24. Januar 2023 zu Pulver verarbeitete Insekten in Lebensmitteln

Für viele ist es eine beunruhigende Vorstellung, Insekten zu essen. Man stellt sich dabei häufig lebende Krabbeltierchen vor. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus: Meist werden Insekten wie Wespen, Käfer oder Heuschrecken erst getrocknet und dann zu Pulver zermahlen, bevor sie mit anderen Zutaten vermischt und Lebensmitteln hinzugefügt werden. Es muss also keiner Soge haben, auf einmal auf ein Heuschreckenbein zu beißen. Laut einem Bericht der Tagesschau dürfen in der EU ab jetzt Mehlwürmer, Heuschrecken, Grillen und Getreideschimmelkäfer in Lebensmitteln enthalten sein. Bevor sie aber auf den Markt kommen, werden die entsprechenden Lebensmittel durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit auf ihre Unbedenklichkeit untersucht.

Insekten essen
Haben Sie schon einmal Insekten verspeist? (Symbolbild) © Joerg Boethling/Imago

Ebenfalls gut zu wissen: Die kleinen Krabbler werden nicht einfach auf Feldern und Wiesen eingesammelt. Viel eher werden sie unter hygienischen Bedingungen gezüchtet und haben damit eine ausgezeichnete Lebensmittelqualität – wenn auch zugegeben ungewohnt für die meisten europäischen Gaumen.

Woran erkenne ich, ob ein Gericht Insekten enthält?

Ebenso wie andere Zutaten auch, ist es für Hersteller verpflichtend, Insekten im Essen zu kennzeichnen. Die Tagesschau berichtet allerdings, dass es bislang noch keine rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung für Insektenprodukte gebe, weshalb Sie genau in der Zutatenliste nachschauen müssen. Dem Bericht zufolge lautet die Kennzeichnung für Insekten in Lebensmitteln bislang meistens:

teilweise entfettetes Pulver aus Acheta domesticus (Hausgrille)

häufige Kennzeichnung von Insekten in Lebensmitteln laut Tagesschau.de

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Welche Insekten kann man überhaupt essen?

Die Verbraucherzentrale berichtet, dass etwa 2.000 Insektenarten essbar sind, wie zum Beispiel:

Wäre es schlimm, Insekten zu essen? Drei Gründe, die für den Verzehr sprechen

Die Verbraucherzentrale hat drei Gründe vorgestellt, weshalb es gar nicht schlimm ist, Insekten zu essen – ganz im Gegenteil: Denn Insekten sind nicht nur für den Menschen gesund, sie sind auch gut fürs Klima und eine sehr nachhaltige Alternative zu Fleisch.

  1. Insekten sind gesund: Essbare Insekten wie Käfer, Wespen, Mehlwürmer oder Heuschrecken enthalten neben einfach und mehrfach gesättigten und Omega-3-Fettsäuren auch B-Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem ist in Insekten genauso viel Protein enthalten wie etwa in Rind-, Schweine- oder Putenfleisch.
  2. Gut fürs Klima: Es ist besser fürs Klima, Insekten statt Fleisch zu konsumieren, denn sie brauchen viel weniger Platz und Wasser als Rinder, Schweine oder Hühner. Zudem verursachen Insekten weniger Treibhausgas-Emissionen.
  3. Nachhaltige Fleischalternative: Im Gegensatz zu Fleisch aus Nutztieren wie Schwein, Huhn oder Pute ist der essbare Anteil bei Insekten viel höher. Während man beispielsweise nur circa 40 Prozent des Rinds essen kann, sind es bei Insekten ungefähr 80 Prozent.

Allergikerinnen und Allergiker sollten allerdings vorsichtig sein: Wer von einer Kreuzreaktion betroffen ist, berichtet echo24.de.

Insekten essen? Verbraucherinnen und Verbraucher auf Twitter sind skeptisch

Auf Twitter finden sich zahlreiche Stimmen, die sich negativ gegenüber der Neuerung äußern. Während sich beispielsweise die Tierschutzpartei erschüttert darüber zeigt, dass das Insektenpulver europaweit zugelassen wird „In verschiedenen Lebensmitteln, die meist rein pflanzlich waren, kann künftig das Pulver enthalten sein“, will eine Nutzerin sich hingegen stärker darauf fokussieren, selber zu backen.

Rezepte dazu gibt es glücklicherweise einige, wie zum Beispiel Bauernbrot oder Friss-dich-dumm-Brot.

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