Wie im Film

Abschied vom Geld: Ehemaliger Millionär führt Einsiedlerleben

Kuriose Geschichte. Ein Börsenmillionär verliert sein ganzes Geld und zieht auf eine einsame australische Insel. Zum Thema Geld hat er eine eindeutige Meinung. 

Ein Mann, der als eine Art moderner Robinson Crusoe seit Jahren auf einer einsamen Insel vor sich hin lebt - ohne Kontakt zur Außenwelt? Dieses Szenario ist aus Hollywood bekannt. Doch anders als der FedEx-Manager Chuck Noland, gespielt von Tom Hanks, wählte der Ex-Börsenmakler und -Millionär David Glasheen diesen Weg ganz freiwillig. Und abgeschnitten von der Welt ist er auch nicht. 

Vor 30 Jahren verlor er sein ganzes Geld, all seinen Luxus, dazu seine Frau, die sich scheiden ließ. Zehn Jahre später zog er sich aus der Zivilisation zurück und führt auf einer einsamen Insel in Australien seitdem ein selbstgewähltes Leben als Nomade.

Ex-Börsenmillionär: Aktiencrash veränderte alles

Für den ehemaligen Börsenmillionär Glasheen begann dieses Abenteuer mit dem berühmten Börsencrash von 1987, dem sogenannten "schwarzen Montag". Bis dahin hatte er ein Leben wie im Bilderbuch geführt. Er war Vorsitzender eines in Sydney ansässigen Unternehmens gewesen, das sich auf Goldbergbau in Papua-Neuguinea spezialisiert hatte. Er investierte in Immobilien, sein Vermögen damals geschätzte 28,4 Millionen US-Dollar. Doch dann verlor er alles - sein Vermögen, seine Frau, nichts war wie bisher. "Ich wurde kalt gemacht, ich war mir nicht bewusst, dass es passieren würde. Ich hätte das ganze Zeug (die Aktien, Anm. d. Red.) verkaufen müssen", wird er vom britischen Daily Telegraph zitiert. Er verlor allein an diesem schwarzen Montag 7,25 Millionen.   

In der Folge musste Glasheen zehn Jahre lang um seine Existenz kämpfen. Dann fühlte sich der mittlerweile 74-Jährige verlassen und entschloss sich dazu, aus der Gesellschaft auszuscheiden. Auf der verlassenen Insel "Restoration Island" nordöstlich von Australien baute er sich ein neues reales Robinson Crusoe-Leben auf. Seit 1997 lebt er nun dort und 'feiert' dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum. Obwohl er immer mal wieder Gäste hat, sagt er, dass die Einsamkeit mit "das härteste" sei: "Es gibt nicht viele Leute, mit denen du in diesem Bereich kommunizieren kannst. Es gibt nichts zu reden." Langweilig wird es ihm dennoch nicht. Er beschäftige sich beispielsweise wieder mit Aktien, bereut, dass er nicht auf Bitcoins gesetzt habe. 

Außerdem hält die Natur immer wieder Überraschungen bereit, wie diese Begegnung mit einem Krokodil  zeigt:  

Real-Life Robinson Crusoe: Nach 20 Jahren soll er die Insel verlassen

Nach all den Jahren machen nun auch die australischen Behörden ernst. Sie haben David schon länger auf dem Kieker und meinen, er müsse die Insel nun endgültig verlassen. Er wurde sogar zu einem "Squatter", zu Deutsch Landbesetzer, erklärt. Deshalb frage er auch nach Hilfe wie auf dem Bild unten, erzählt er einem Mitglied des Blogs "Docastaway"

Seinen geliebten Hund "Quassi" hat er bereits verloren. Obwohl dieser zuvor zwei Angriffe von Krokodilen überlebt hatte, habe ihn letztes Jahr nun die Begegnung mit einem Taipan, eine Giftnattern-Art, das Leben gekostet.  

Ex-Millionär: Geld ist Teil des Problems

Ob David das gleiche Schicksal droht wie seinem Hund, ist nicht unwahrscheinlich. Die Gefahren lauern überall: "Die Wildnis ist ziemlich heftig, es ist eine harte Welt", sagte er dem Daily Telegraph. Trotzdem will er die Insel nicht verlassen und am liebsten dort sterben. Für ihn sei sie das "perfekte Paradies".  

Zum Thema Geld hat er indes eine ganz klare Meinung: "Geld ist Teil der Krankheit in unserer Gesellschaft, da besteht kein Zweifel". 

Im Video unten sehen Sie, wie sich das Insel-Leben des Ex-Millionärs anfühlt: 

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Rubriklistenbild: © Screenshot/Docastaway

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