Nach der Kündigung

Arbeitslos in der Coronakrise: Das müssen Betroffene bei der Jobsuche wissen

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Wer sich in der Coronakrise arbeitssuchend meldet, kann aktuell nicht persönlich vorsprechen.

Wer in der Coronakrise von einer Kündigung betroffen ist, sollte so schnell wie möglich Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit aufnehmen. Was dabei zu beachten ist.

  • Wer sich in der Coronakrise* arbeitssuchend meldet, muss einiges beachten.
  • Denn die Jobcenter sind für den Publikumsverkehr derzeit noch geschlossen.
  • Wie man sich nach einer Kündigung* arbeitslos meldet - und welche Fristen man beachten muss.

Arbeitslos in Coronakrise: Das sollte man bei der Jobsuche beachten

Wer in der Coronakrise* seinen Job verliert, sollte so schnell wie möglich Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit aufnehmen. Normalerweise spricht man dort persönlich vor. Die Jobcenter und Arbeitsagenturen sind für den Publikumsverkehr seit Mitte März allerdings geschlossen. Alle persönlichen Gesprächstermine entfielen deshalb. "Sie müssen diese Termine nicht absagen, Sie müssen diesbezüglich auch nicht anrufen", informiert die Agentur für Arbeit hierzu. Betroffene können sich statt persönlich vorzusprechen telefonisch oder über die "eServices" auf der Internetseite bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden.

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Gekündigt in der Coronakrise: Diese Fristen gelten bei der Agentur für Arbeit

Die Fristen gelten wie gehabt: Beschäftigte müssen sich, wenn das Arbeitsverhältnis endet, spätestens drei Monate vorher arbeitssuchend melden. Erfahren Betroffene weniger als drei Monate vorher von ihrer Kündigung*, müssen sie innerhalb von drei Tagen Bescheid geben.

Man sollte sich also auf jeden Fall an die Fristen halten, um keine Nachteile zu erleiden - auch in der Coronakrise. Denn: Halte ein Arbeitnehmer die Frist nicht ein, könne eine Sperrzeit von einer Woche drohen, informierte die Arbeitsagentur.  Es sei denn, man kann coronabedingt tatsächlich nichts dafür. In solchen Fällen zeigt die Arbeitsagentur in Corona-Zeiten Kulanz, wie es etwa in einem Bericht auf welt.deheißt: "Kann ein Arbeitnehmer nachweisen, dass er die Agentur partout nicht erreichen konnte – wenn etwa, wie in der ersten Hochphase der Corona-Krise geschehen, die Telefonleitungen der Arbeitsagentur zusammenbrechen –, lassen die Agenturmitarbeiter durchaus mit sich reden."

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Coronakrise: Arbeitnehmer melden sich telefonisch arbeitslos

"Derzeit können sich Arbeitnehmer telefonisch arbeitslos melden und erhalten dann einen Antrag auf Arbeitslosengeld", berichtet das Portal zudem (Stand: 6. Mai). "Diesen füllen sie online aus. Erforderliche Unterlagen, etwa der Sozialversicherungsausweis, das Kündigungsschreiben oder der Arbeitsvertrag sowie einen Lebenslauf reichen Sie ebenfalls elektronisch ein."

Ob Ihnen Arbeitslosengeld zustehe, entscheide die Arbeitsagentur zunächst ohne einen persönlichen Gesprächstermin. "Sobald sie wieder öffnet, verschickt sie eine Einladung, damit der Arbeitnehmer die Arbeitslosmeldung persönlich nachholen kann. Hierbei muss er seinen Personalausweis beziehungsweise seinen Pass mit Meldebescheinigung mitbringen."

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Anspruch auf Arbeitslosengeld? Das sind die Bedingungen

Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld nennt die Arbeitsagentur folgende Bedingungen: 

  • "Sie erfüllen die Anwartschaftszeit. Das bedeutet meist: Sie waren in den 30 Monaten vor Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt. Dabei können mehrere Beschäftigungen zusammengerechnet werden." Es gebe aber auch die "kurze Anwartschaft", heißt es in dem Bericht auf Welt.de unter Berufung auf die Arbeitsagentur: Durch sie hätten auch diejenigen Anspruch auf Arbeitslosengeld, die zuvor weniger als zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren – wenn sie zum Beispiel häufig Jobs hatten, die auf wenige Monate befristet waren.
  • Sie haben sich bei Ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.
  • Sie sind ohne Beschäftigung, können aber eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben (mindestens 15 Stunden pro Woche).
  • Sie suchen eine versicherungspflichtige Beschäftigung und arbeiten dabei mit der Agentur für Arbeit zusammen.

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Das Arbeitslosengeld berechnen? Was Sie dazu wissen sollten

So wird das Arbeitslosengeld der Arbeitsagentur zufolge berechnet:

  • Grundlage der Berechnung ist Ihr Brutto-Arbeitsentgelt (Gehalt) der vergangenen 12 Monate. Dieser Betrag wird geteilt durch die Anzahl der Tage eines Jahres, also 365. Das Ergebnis ist Ihr Brutto-Arbeitsentgelt pro Tag.
  • Davon werden die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und ein Pauschalbetrag für die Sozialversicherung in Höhe von 20 Prozent abgezogen. (Diese Abzüge dienen nur der Berechnung und werden nicht tatsächlich abgeführt.) Das Ergebnis ist Ihr Netto-Entgelt pro Tag.
  • 60 Prozent dieses Netto-Entgelts sind der Betrag, den Sie als Arbeitslosengeld pro Tag erhalten. Er erhöht sich auf 67 Prozent, falls Sie oder Ihr Ehe-/Lebenspartner ein Kind oder mehrere Kinder haben.

Weitere Informationen zum Arbeitslosengeld gibt es hier.

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ahu

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