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„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Wie Sie reagieren ist im Bewerbungsgespräch entscheidend, nicht die Antwort

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Von: Anna Heyers

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Einige Fragen im Bewerbungsgespräch scheinen altmodisch, sind bei Personalern aber beliebt. Dabei geht’s meist um den Bewerber selbst, nicht um seine Antwort.

Gerade als Berufseinsteiger hat man eine Idealvorstellung für die eigene Karriere: Im Traumjob starten und danach schnell aufsteigen. Doch nicht jeder hat eine genaue Idee, wie sein zukünftiges Berufsleben aussehen soll. Das kann sich bei der Bewerbung als Stolperstein erweisen.

Bewerbung: Die Frage nach der Zukunft

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“, diese Frage wird nur zu gern in Vorstellungsgesprächen gestellt, ist aber noch keine von denen, die Bewerber aus dem Konzept bringen sollen. Doch welche Antwort ist die Richtige: Sollte man, auch wenn es nicht ganz der Wahrheit entspricht, einen ausgeklügelten Karriereplan erfinden? Oder doch lieber mit der Wahrheit rausrücken und zugeben, dass man darüber noch nicht nachgedacht hat?

Was bezwecken Personaler mit bestimmten Bewerbungsfragen?

Die gute Nachricht: Es gibt hier kein richtig oder falsch. Doch Karriereexperten wie Ute Bölker betonen, dass die Frage nach der eigenen Karriere-Zukunft nicht sprachlos machen sollte. Wichtig sei für die Personaler zu sehen, ob der Bewerber über den Tellerrand schauen kann und sich über seine eigene Entwicklung Gedanken macht.

Wer Ziele erkennen lässt, bringt auch das Unternehmen weiter, ist ambitioniert und gibt neue Impulse.

Ute Bölke, Karriere-/Outplacement-Beraterin und Trainerin

In fünf Jahren muss man also gar nicht unbedingt den Chefposten innehaben. Auch die eigene Weiterentwicklung, oder der Wunsch danach, kann zeigen, dass der Jobanwärter Ziele hat.

Vorm Bewerbungsgespräch: Diese Fragen können helfen

Im Zuge einer Bewerbung sollte man sich auch selbst einschätzen können. Dabei helfen können Fragen, die die Zukunft und das neue Unternehmen im Blick haben:

„Gut beraten ist, wer sich vorher Gedanken gemacht hat und seine Wachstumsziele mit den Werten des Unternehmens und der Stelle abgleicht“, so Ute Bölker laut welt.de.

Bewerbung: Eine gute Antwort

Generell gilt: Zu engagierte Antworten sind heute nicht mehr gerne gesehen. Dazu gehören Formulierungen wie etwa „in fünf Jahren mache ich Ihren Job“ oder „heute Anfänger, morgen Chef“. Besser ist es, sich ein gewisses Maß an Unsicherheit zuzugestehen, die eigene Entwicklung hervorzuheben und den Ball dann an die zukünftige Firma weiterzuspielen. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Eine Frau zeigt zwei Interessierten etwas am Computer.
Unterstützt das neue Unternehmen die Weiterbildung seiner Mitarbeiter? Eine Frage, die Bewerber stellen können. © Monkey Business/Imago

„Wo ich genau in fünf Jahren stehe, kann ich Ihnen jetzt noch nicht genau sagen. Mein bisheriger Berufsweg zeigt aber deutlich, dass ich stets die Weiterentwicklung gesucht habe. Meine Entwicklung hängt aber auch von Ihnen ab: Wie fördern Sie als Unternehmen denn zielstrebige Mitarbeiter?“ Generell gilt übrigens: Sich ruhig trauen, Fragen ans Unternehmen zu stellen.

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Wichtig ist die eigene Leidenschaft

Ganz genau muss der Bewerber also gar nicht wissen, wo er sich in fünf Jahren befindet. Wenn er Ambition zeigt und der Personaler merkt, dass sich der Bewerber mit seiner eigenen Zukunft und seinen Möglichkeiten auseinandergesetzt hat, ist schon viel gewonnen.

Im Zweifel sollte man erst mal allgemeiner, flexibel und optimistisch bleiben.

Ute Bölke, Karriere-/Outplacement-Beraterin und Trainerin

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