Arbeitsrecht

Corona-Krise: Arbeit verweigern, Urlaub, Kurzarbeitergeld – Diese Rechte haben Sie

Während der Corona-Krise gilt in Büros und an anderen Arbeitsplätzen die Masken-Pflicht.
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Während der Corona-Krise gilt in Büros und an anderen Arbeitsplätzen die Masken-Pflicht.

Die Corona-Krise wirft bei Arbeitnehmern ständig neue Fragen auf. Experten für Arbeitsrecht erklären, welche Rechte Mitarbeiter in der Pandemie haben.

Die Corona-Pandemie* hat unsere Arbeitswelt ordentlich durcheinander gewirbelt. Arbeitnehmer wie Arbeitgeber mussten sich rasant auf die neue Situation einstellen, Arbeitsschutzmaßnahmen einhalten oder von heute auf morgen aus dem Home Office arbeiten. Dabei kommen bei Beschäftigten immer wieder Fragen zum Arbeitsrecht auf.

Corona und Arbeitsrecht: Darf ich die Arbeit verweigern?

„Prinzipiell gilt, dass Arbeitnehmer am gewohnten Arbeitsplatz erscheinen müssen, sofern sie nicht objektiv gefährdet sind“, heißt es in einer Mitteilung der Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer. Mitarbeiter dürfen also keineswegs einfach zuhause bleiben, weil sie im Betrieb oder auf dem Arbeitsweg eine Ansteckung mit Covid-19 befürchten. Der Arbeitgeber muss jedoch für sichere Arbeitsbedingungen sorgen. So muss er erkrankte oder infizierte Mitarbeiter nach Hause schicken oder anordnen, daheim zu bleiben. Homeoffice ist laut der Rechtsexperten nur mit Einverständnis des Arbeitgebers möglich.

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Darf ich mir Urlaubstage für 2021 aufsparen?

Fällt der geplante Urlaub in diesem Jahr aufgrund der Pandemie ins Wasser, möchten viele Arbeitnehmer ihre Urlaubstage fürs nächste Jahr aufsparen. Doch bereits genehmigten Urlaub zurücknehmen ist nur mit dem Einverständnis des Arbeitgebers möglich. „Aber auch Urlaub, der aus dringenden betrieblichen Gründen gar nicht erst beantragt werden konnte, muss bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden. Bei Krankheit kann sich der Übertragungszeitraum auf 15 Monate verlängern“, so die Rechtsanwälte.

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Kurzarbeit und Lohnausfall: Welche Unterstützung habe ich während der Corona-Pandemie?

Wenn Unternehmen aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeit einführen, erhalten Arbeitnehmer finanzielle Unterstützung in Form von Kurzarbeitergeld. Auch bei einer angeordneten Quarantäne erhalten Mitarbeiter während der ersten sechs Wochen Lohnersatz in Höhe des tatsächlichen Lohnausfalls. „Die Zahlung übernimmt der Arbeitgeber, der das Geld vom Land zurückerhält“, so die Anwaltskanzlei. „Anschließend erfolgt eine Zahlung in Höhe des Krankengeldes.“ 

Was passiert, wenn ich an Covid-19 erkranke?

Wenn Arbeitnehmer an Covid-19 erkranken und sich mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung krank melden, besteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die ersten sechs Wochen (§ 3 EFZG). Nach diesem Zeitraum haben gesetzlich Krankenversicherte grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld.

Der Chef sollte dann jedoch möglich vermeiden, den Namen des Erkrankten zu nennen. Denn für „enttarnte“ Covid-19 Patienten ist die Gefahr groß, dass Sie längerfristig stigmatisiert werden. Doch es gibt eine Ausnahme: “Wenn Kollegen nur durch Namensnennung geschützt werden könnten“, sei eine Namensnennung gestattet, sagt Stefan Brink, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg, dem Rechtsportal e-recht24.de.

(as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema: Gehaltserhöhung trotz Corona: Kann ich den Chef jetzt um mehr Geld bitten?

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

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