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100 Euro Kinderbonus: Das müssen Sie nun bei der Steuererklärung angeben

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Von: Juliane Gutmann, Anne Hund

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Checkliste für die Steuererklärung
Da Eltern 2020 Kinder­geld und Kinder­bonus erhalten haben, werden beide Posten mit den Steuerfrei­beträgen verrechnet. © Oliver Berg/dpa

Viele Familien haben sich in den letzten Jahren über den Kinderbonus gefreut. Doch was bedeutet der Bonus eigentlich für die Steuer? Was Sie beachten müssen.

Update vom 21. Oktober 2022: Auch 2022 werden Familien durch einen Kinderbonus finanziell entlastet. Wie die Bundesagentur für Arbeit weiter informiert, ist der Kinderbonus 2022 Teil des von der Bundesregierung beschlossenen Entlastungspakets, das die stark gestiegenen Energiepreise abfedern soll. Pro Kind wurden im Juni/Juli 100 Euro ausgezahlt, sofern für das Kind im Jahr 2022 mindestens in einem Monat Anspruch auf Kindergeld besteht. Es handelt sich um eine Sonderzahlung, für die dieselben grundsätzlichen Voraussetzungen wie für das Kindergeld gelten, heißt es weiter. Die Auszahlung erfolgt automatisch, es muss also kein Antrag gestellt werden.

Wie der Lohnsteuerhilfeverein (Lohi) informiert, stellt der Corona-Kinderbonus kein steuerpflichtiges Einkommen dar, muss aber wie das Kindergeld in der Steuererklärung eingetragen werden. Für jedes Kind muss in der Steuererklärung die sogenannte Anlage Kind ausgefüllt werden. Zeile 6 ist für das Eintragen von Kindergeld und Kinderbonus vorgesehen, informiert Stiftung Warentest weiter. Das gleiche Prinzip gilt für das Folgejahr 2023 bei der Abgabe der Steuererklärung 2022.

Artikel vom 28. Oktober 2021: Viele Familien haben auch im Corona-Jahr 2021 einen Kinderbonus bekommen. Es waren 150 Euro pro Kind (und im Jahr 2020 ganze 300 Euro) – ein Bonus zur Unterstützung in der Corona-Pandemie, der an kindergeldberechtigte Familien ausgezahlt wurde. Was bedeutet das für die Steuererklärung 2020 beziehungsweise für die Erklärung in den Folgejahren?

Kinderbonus ist steuerfrei, muss aber angegeben werden

Der Kinderbonus stellt kein steuerpflichtiges Einkommen dar, schilderte die Deutsche Presse-Agentur (dpa); er müsse aber wie das Kindergeld in die Anlage Kind der Steuererklärung eingetragen werden. Denn bei der Einkommensteuerveranlagung werde der Kinderbonus zusammen mit dem Kindergeld bei der Günstigerprüfung durch das Finanzamt verrechnet. Der Kinderbonus werde mit dem Kinderfreibetrag verrechnet, aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Dadurch sollten Geringverdiener stärker profitieren. Familien mit höheren Einkommen hätten dagegen weniger vom Corona-Kinderbonus: Besserverdiener profitieren üblicherweise vom Kinderfreibetrag – und auf diesen wird der Bonus angerechnet. 

Steuer: Kinder­bonus eventuell mit Folgen

So kommen die Frei­beträge laut Stiftung Warentest ins Spiel: Das Finanzamt prüfe erst in der Steuererklärung, ob Kindergeld plus Kinderbonus oder die Freibeträge günstiger seien. „Sparen Sie mit diesen mehr Steuern, werden Kindergeld und Bonus von Ihrem Vorteil wieder abgezogen,“ schilderte Test.de in einem Beitrag. Nur der Rest wirke sich steuermindernd aus, „damit Sie nicht doppelt profitieren“. Besserverdienende würden den Kinderbonus teilweise oder voll wieder einbüßen.

Was bedeutet das für die Steuererklärung 2020? Da Eltern 2020 Kinder­geld und Kinder­bonus erhalten haben, werden nun beide Posten mit den Steuerfrei­beträgen verrechnet, erklärt Stiftung WarentestJe nach Einkommen kann es also passieren, dass die Eltern nicht wie sonst von den Frei­beträgen profitieren. „So büßen etwa Eltern mit einem Kind, deren zu versteuerndes Jahres­einkommen über 67.800 Euro (Allein­erziehende: 33 900 Euro) liegt, den Bonus zumindest teil­weise oder voll wieder ein, weil sie nun weniger Steuern sparen als sonst“, heißt es weiter auf Test.de.

Steuererklärung 2020: Kinderbonus an welcher Stelle eintragen?

So rechnet man den Experten der Stiftung Warentest zufolge ab: „Füllen Sie für jedes Kind eine einzelne Anlage Kind aus. Tragen Sie in Zeile 6 ein, wie viel Kinder­geld und -bonus Sie bekommen haben. Geben Sie den Bonus auch an, wenn Sie ihn erst 2021 erhalten, weil Ihr Kind nach September geboren wurde.“

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