In Zeiten von Corona

Mehr Gehalt trotz Krise? Eine Professorin sagt, wie Sie Ihre Wünsche in Erfolg umwandeln

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Eine Expertin macht Mut, seine Gehaltswünsche zu äußern - sogar in einer Krise.

In der Coronakrise nach einer Gehaltserhöhung fragen? Keine einfache Angelegenheit. Eine Expertin macht Mut, Wünsche gegenüber Chefs trotzdem zu äußern.

  • Den Chef nach einer Gehaltserhöhung fragen?
  • Das ist nicht immer einfach - schon gar nicht in einer Krise*.
  • Eine Expertin der Verhandlungsführung verrät, wie es funktionieren kann.

Mehr Geld oder Anerkennung im Job? Eine Expertin gibt Tipps

Angesichts der Coronakrise* ist es gerade alles andere als einfach, im Job mehr Geld zu verlangen. Viele Beschäftigte sind froh, wenn ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt. Und bekanntlich ist die wirtschaftliche Lage in vielen Unternehmen gerade auch sonst alles andere als rosig.

Trotzdem gibt es, wie der Business Insider berichtet, laut der Professorin und Expertin auf dem Gebiet der Verhandlungsführung*, Alexandra Carter, bestimmte Strategien, wie man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die eigene Karriere vorantreibt und bei Gehaltsverhandlungen durchaus erfolgreich ist.

In dem Beitrag auf businessinsider.de verrät die Professorin, die sich als Leiterin der Mediationsklinik an der Columbia Law School in New York und als Verhandlungsleiterin für die Vereinten Nationen einen Namen machte, ihre Tipps: So würden Mitarbeiter, die "respektvolle Wege" finden, mehr Geld zu verlangen, selbst in einer geschwächten Wirtschaft* oft ihr Ziel erreichen. Firmen seien in einigen Fällen durchaus darauf vorbereitet, in genau jene Art von Mitarbeiter zu investieren, die sie selbstbewusst und stark durch die Krise führen würden.

Erfahren Sie hier: Initiativbewerbung: So klappt's mit dem Traumjob

Gehaltserhöhung fällig? So können Sie danach fragen

Der beste Zeitpunkt zu fragen sei, wenn man etwas in der Hand habe, das für einen spreche, heißt es in dem Bericht konkret. Also wenn man etwa ein Großprojekt abgewickelt, einen Deal gerettet oder dem Unternehmen geholfen habe, seine vierteljährlichen Umsatzziele zu erreichen, zitiert der Business Insider die Professorin.

Natürlich ist es nicht immer ganz so einfach - falls Gehälter im Unternehmen zum Beispiel pauschal eingefroren wurden oder Löhne gar gekürzt wurden. Dann solle man den Zeitpunkt nutzen, dem Management Unterstützung und Wertschätzung entgegenzubringen sowie langfristige Beziehungen aufzubauen, so die Professorin. Das Ziel, so heißt es in dem Bericht weiter, solle eine Position sein, bei der man als erstes von einer Gehaltserhöhung oder einer Beförderung profitiere, sobald die Dinge wieder in Ordnung seien.

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © fkn
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © fkn
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © fkn
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © fkn
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © fkn
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. 
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.  © fkn
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © fkn
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © fkn
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © fkn
Aufstützen
Den Kopf aufstützen: Hier könnte man meinen, Ihr Kopf sei zu schwer, so dass sie ihn nicht von allein gerade halten können. Davon sollten Sie absehen. © fkn

Mehr Gehalt im Beruf - so äußern Sie im Job Ihre Wünsche

Aber wie auf den Chef zugehen? Man solle zunächst für sich definieren, was genau man wolle, so der Ratschlag für die Verhandlungsführung. Als Nächstes sollte man dem Gespräch den richtigen Rahmen zu verpassen, heißt es weiter in dem Bericht. "Wie kann ich meinem Gegenüber helfen, seine Bedürfnisse zu erfüllen, während ich parallel meine Ziele erreiche?", soll man sich der Expertin zufolge selbst fragen.

Das Ziel der Verhandlung über eine Gehaltserhöhung oder Beförderung mit dem Vorgesetzten sei, deutlich zu machen, wie das Unternehmen selbst von diesem Schritt profitiere.

"Bezieht euch dabei vor allem auf Erfolge, die ihr innerhalb des Unternehmens erzielt habt - z. B. der Verbesserung von Abläufen, Schulungen und Mitarbeiterzufriedenheit - sowie Erfolge im Zusammenhang mit der Kundenbetreuung“, zitiert der Business Insider die Professorin. 

Sie empfiehlt für die Verhandlung zudem, offene Fragen zu stellen, die mit "Was" oder "Wie" beginnen: "Was können wir tun, um mich dem angemessenen Vergütungsniveau für diese Position näherzubringen?" oder "Wie haben Sie andere Menschen erfolgreich in Führungspositionen gebracht?'"Eine geschlossene Frage wie "Kann ich mit einer Gehaltserhöhung rechnen?" sollte man, wie es in dem Bericht weiter heißt, dagegen vermeiden.

Lesen Sie hier: Initiativbewerbung: So klappt's mit dem Traumjob

Gehaltserhöhung oder Beförderung: So sprechen Sie das Thema beim Chef an

Und noch eine zweite Kommunikationsstrategie sollte man fahren - indem man auch nach dem Mehrwert für den Verhandlungspartner fragt. Eine Möglichkeit, das Gespräch entsprechend zu gestalten sei: "Hier ist, was ich fordere, und hier zeigt sich, wie wir beide davon profitieren." Und auch auf die Körpersprache sollte man achten, heißt es in dem Bericht. Wie Carter erklärt habe, könne man viel aus der Tonlage und der Körpersprache einer Person herauslesen.

Sollte die Forderung nach einer Gehaltserhöhung oder Beförderung nicht erfolgreich sein, sollte man der Expertin zufolge alternative Fragen vorbereitet haben. Man könne zum Beispiel um eine Gehaltserhöhung im nächsten Jahr, um eine bezahlte Fortbildungsmaßnahmen oder mehr Urlaubstage bitten, so ihr Vorschlag.  

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ahu

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