Ein Fall fürs Fundbüro

Finderlohn: So viel Geld ist bei einer Fundsache vorgesehen

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Auch mit Suchanzeigen versuchen es verzweifelte Eigentümer manchmal.

Beim Finderlohn geht es nicht nur um eine Geste der Dankbarkeit – die Höhe ist gesetzlich geregelt, wie Experten schildern. Was Betroffene, die einen Gegenstand finden, zudem beachten müssen.

Wer schon mal einen wertvollen Gegenstand verloren hat, weiß, wie froh man ist, ihn möglichst schnell wieder zu bekommen. Wer umgekehrt zum Beispiel eine Handtasche, einen Ring oder einen Geldbeutel* ohne Infos zum Eigentümer findet, sollte sich zügig beim Fundbüro oder einer anderen zuständigen Stelle melden, um die Sache abzugeben. Noch einfacher ist es, wenn das Fundstück zum Beispiel mit Name und Adresse beschriftet ist – dann kann man die Sache dem Eigentümer auch direkt zurückgeben.

Wo man die Anzeige tätigen muss, hängt, wie die Deutsche Presse-Agentur in einem Beitrag zum Thema schilderte, vom Fundort ab. Wer einen Gegenstand in der Bahn oder im öffentlichen Nahverkehr finde, müsse den Fund beim jeweiligen Betreiberunternehmen melden. Für Funde in Amtsgebäuden sei die jeweilige Behörde zuständig. Wer stattdessen etwas auf der Straße finde, müsse sich an örtliche Fundbüro, das Bürgeramt oder die Polizei wenden. Hinterlassen Finder ihre Daten, können sie später ihre Fundrechte geltend machen.

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Fundunterschlagung „kein Kavliersdelikt“

Fund­unter­schlagung ist „kein Kavaliers­delikt“, wie die Stiftung Warentest in einem Beitrag auf Test.de zum Thema schrieb. Darin hieß es unter anderem: „Finder dürfen laut Gesetz nur Gegen­stände mit einem Wert von weniger als 10 Euro behalten.“ Das gilt also zum Beispiel auch dann, wenn man fünf Euro auf der Straße findet - und aber eben nur für Beträge bis zu zehn Euro. Wert­vollere Funde müssten Finder so schnell wie möglich in einem Fundbüro, bei der Polizei oder im Bürger­amt melden, berichtete Test.de weiter. „Tun sie das nicht, machen sie sich strafbar.“

Finderlohn gesetzlich vorgeschrieben

Was ist mit dem Finderlohn? Die Höhe ist gesetzlich geregelt, so der Hinweis der Stiftung Warentest. Konkret berichtete Test.de hierzu: „Ist eine Fundsache bis zu 500 Euro wert, beträgt der Finder­lohn 5 Prozent davon. Bei teureren Gegen­ständen sind es 3 Prozent.“ Geringere Sätze würden bei Funden in öffent­lichen Verkehrs­mitteln oder in Behörden gelten. „Dort muss ein Fund­stück in der Regel mindestens 50 Euro wert sein, bevor der Finder über­haupt etwas bekommt. Außerdem erhält er nur die Hälfte des sonst vorgesehenen Lohns.“ Schwieriger ist es Test.de zufolge bei Fundstücken, die keinen materiellen Wert hätten. Es sei in solchen Fällen zumindest fair, wenn die Eigentümer hier freiwil­lig eine Belohnung zahlten.

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Fundbüro: Was ist, wenn sich der Eigentümer nicht meldet?

Was passiert, wenn man den gefundenen Gegenstand zum Beispiel beim Fundbüro abgegeben hat und sich der Eigentümer aber nicht innerhalb von sechs Monaten meldet? Dann dürften Finder die Sache im Anschluss erstmal behalten, so die Experten der Stiftung Warentest. Habe der Finder kein Interesse, werde die Fundsache versteigert. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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