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Hohe Gaspreise belasten Menschen in Ostdeutschland stärker als im Westen

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Von: Janine Napirca

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Stempel Gaspreis liegt auf Euroscheinen
Aus einer Analyse des Vergleichportals Verivox geht hervor, dass Gaskundinnen und -kunden im Osten Deutschlands deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. © Martin Wagner/Imago

Im bundesweiten Vergleich sind die hohen Gaspreise besonders im Osten Deutschlands ein Problem für Verbraucherinnen und Verbraucher, wie aus einer Analyse von Verivox hervorgeht.

Obwohl die Gaspreise aufgrund des Ukraine-Kriegs in ganz Deutschland stark gestiegen* sind, treffen die hohen Energiepreise vor allem Menschen im Osten. Eine Mitteilung des Vergleichsportals Verivox, das eine Analyse durchgeführt hat, berichtet von einer starken finanziellen Belastung für Gaskunden und -kundinnen in den neuen Bundesländern. Nicht zuletzt wegen der gestiegenen Preise wollen immer mehr Menschen in Deutschland Energie sparen. Ob sich ein Gaswechsel für Sie lohnt, lesen Sie hier.

Höherer Gasverbrauch im Osten: Hohe Gaspreise belasten Ostdeutschland stärker als den Westen

Warum ist der Osten stärker von den gestiegenen Gaspreisen betroffen? Dem Unternehmen zufolge sind der Bedarf und der Preis in Ostdeutschland besonders hoch. Denn die Kostenlast liege rund 16 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Während sich der Gasverbrauch im Jahr in Deutschland auf durchschnittlich 21.504 Kilowattstunden pro Haushalt beläuft, benötigen Menschen im Osten im Schnitt 23.561 Kilowattstunden pro Jahr – das sind immerhin fast 10 Prozent mehr im bundesweiten Vergleich.

Gas kostet in Ostdeutschland mehr als in Westdeutschland

Der Mitteilung des Unternehmens Verivox zufolge belastet nicht nur der höhere Gasverbrauch den Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher in Ostdeutschland. Hinzu kommt laut Analyse, dass Gas im bundesdeutschen Mittel aktuell 12,98 Cent je Kilowattstunde, im Osten aber durchschnittlich 13,72 Cent pro Kilowattstunde kostet. Während man im Westen also für Gas im Schnitt ungefähr 2.791 Euro für Gas bezahlt, sind es im Osten Deutschland durchschnittlich 3.232 Euro.

Je nach Bundesland zahlt man noch mehr für Gas

Außerdem ist es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, wie viel Gaskunden und -kundinnen im Schnitt bezahlen.

BundeslandKostenVerbrauch
Sachsen3.930 Euro27.357 kWh
Hessen3.459 Euro26.033 kWh
Thüringen3.046 Euro22.929 kWh
Saarland3.034 Euro22.575 kWh
Bremen3.018 Euro25.238 kWh
Bayern2.926 Euro23.232 kWh
Berlin1.836 Euro15.250 kWh

Quelle: Verivox

„Je nach Wohnort, Wohnungsgröße und Sanierungsstand des Gebäudes ist die Belastung durch hohe Gaspreise unterschiedlich stark ausgeprägt. In Bundesländern, in denen der Gasbedarf überdurchschnittlich hoch ist, leben vergleichsweise viele Menschen in teil- oder unsanierten Ein- und Zweifamilienhäusern. Die kürzlich verabschiedeten Maßnahmen der Bundesregierung bilden dies nicht ab und fangen die hohen Zusatzkosten in vielen Haushalten nicht auf.“

Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox

Inzwischen könnte sich die Anschaffung einer Wärmepumpe, anstelle von Heizen mit Erdgas – wie aus einer weiteren Analyse von Verivox hervorgeht, bezahlt machen.

Gaspreise sind in einem Jahr laut Verivox um 120 Prozent gestiegen 

Die Gaspreise sind der Mitteilung von Verivox zufolge in den vergangenen 12 Monaten durchschnittlich um 120 Prozent gestiegen. Wer zum Beispiel ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden beheizt, bezahlt dafür aktuell laut Analyse rund 2.596 Euro. Zum Vergleich: im März 2021 waren es nur ungefähr 1.179 Euro. Damit haben sich die Gaspreise innerhalb von nur einem Jahr mehr als verdoppelt. Es verwundert also kaum, dass immer mehr Deutsche an Atomkraft und Kohleenergie festhalten wollen. (jn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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