Sieben Tipps

So geben Sie Geld aus - und sind dabei auch noch glücklich

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Geld sparen frustet - viel Geld ausgeben allerdings ebenso.

Geld ausgeben schmerzt oft das Portemonnaie. Doch auch sparsam leben bedeutet für viele Verzicht. Mit diesen sieben Tipps können sie trotzdem glücklich sein.

Wer sparen will oder sogar muss, hat oftmals keine rechte Freude dran. Schließlich bedeutet das oftmals, sich nicht das kaufen zu können, was man gerne hätte. Sei es der Kaffee zum Mitnehmen in der Früh, der für den morgendlichen Kick sorgt oder das schicke, neue Fahrrad – wenn es doch der alte Drahtesel noch genauso tut.

Allerdings hat man dann oft das Gefühl, zurückstecken zu müssen – und das kann auf Dauer ebenfalls frustrieren. Wenn wir allerdings zu viel ausgeben, haben wir ein schlechtes Gewissen. 

Dies ist meist subjektiv – und bereits eine andere Sicht auf die Dinge kann dabei helfen, Geld ausgeben als sinnvoll zu erachten und sich trotzdem nicht die Laune vermiesen zu lassen.

Tipp 1: Lieber bar bezahlen als mit Karte

Nur Bares ist Wahres: Wer ständig mit Giro- oder Kreditkarte zahlt, der verliert am Ende sehr schnell den Überblick über seine Finanzen. Daher macht es Sinn, stattdessen lieber einen Stopp mehr zum Bankautomaten einzuplanen als die kleinsten Summen mit Plastikgeld zu bezahlen.

Ansonsten kann es passieren, dass ein böses Erwachen folgt – und eine satte Kreditkartenabrechnung am Ende des Monats. Aber warum verführt das Zahlen mit der Kreditkarte uns dazu, mehr auszugeben als normal?

Der Verhaltensökonom George Loewenstein von der Carnegie Mellon University weiß, warum: "Kreditkarten trennen die Verbindung zu unserer geistigen Buchführung."

Das heißt konkret: Angeblich soll sich für uns das Bezahlen neurologisch so ähnlich anfühlen wie Schmerz – Kreditkarten dagegen sollen dieses Gefühl betäuben. Wir haben so keinen rechten Bezug mehr, wie viel wir eigentlich wirklich ausgeben.

Das Erstaunliche daran: Das Bezahlen mit Kreditkarte verleitet laut US-Forschern angeblich nicht nur dazu, mehr zu verprassen, sondern ändert auch, was wir uns damit kaufen.

So sollen Menschen, die viel mit Plastikgeld zahlen, eher zu ungesunden Lebensmitteln wie Süßigkeiten und Fast-Food greifen. Warum das aber so ist, ist nicht geklärt. Allerdings vermuten die Wissenschaftler dasselbe Phänomen dahinter.

Tipp 2: Schenken macht glücklich

Von wegen Geiz ist geil: Sogar Glücks-Wissenschaftler aus Harvard haben jetzt herausgefunden, dass Geld ausgeben glücklich macht – und bei uns die richtigen Knöpfe drückt. Angeblich wird dadurch das Belohnungszentrum im Gehirn stimuliert.

Allerdings wären wir sogar noch glücklicher, wenn wir für andere Geld ausgeben, ergo schenken. Auch wenn die Aufmerksamkeit noch so klein ist – das gilt übrigens auch für Ausgaben für sich selbst.

Hier empfiehlt es sich ebenfalls, nicht zu große Summen auf einmal auszugeben, sondern sich nur hin und wieder etwas Kleines zu gönnen.

Tipp 3: Aktivitäten schaffen schöne Erinnerungen

Ein romantisches Wochenende mit dem/der Liebsten in Paris – oder das neueste Smartphone? Wer die Wahl hat, sollte sich immer für ersteres entscheiden. Das rät der Harvard-Psychologe Daniel Gilbert.

Der Grund dafür: Wenn Sie sich für Freizeitaktivitäten entscheiden, werden Sie (hoffentlich) für immer schöne Erinnerungen behalten. Diese wiederum wecken in Ihnen besondere Emotionen und diese Verbindung ist mehr wert als der neueste Technik-Schnickschnack.

Tipp: Wer zusätzlich einige Monate im Voraus bucht, der freut sich bereits im Vorfeld riesig – und genießt die verdiente Auszeit umso mehr. Das gleiche gilt allerdings für Theaterbesuche und gemeinsame sportliche Betätigung.

Tipp 4: Rabatt verführt zu maßlosem Kauf

Vielleicht ist Ihnen das auch bereits passiert: Nach einem Shoppingrausch am Wühltisch haben Sie viel zu viel eingekauft. Das kleine, aber sehr wirkungsvolle "Rabatt"-Schild hat Sie einfach in Versuchung geführt. Schlechtes Gewissen sollten Sie sich dennoch nicht machen: Ihr Gehirn ist nämlich schuld daran.

Es werden dort nämlich wiederum Belohnungszentren aktiviert, die Dopamin ausschütten und uns mit Glückshormonen überfluten. Wie focus.de berichtet, wenden viele Händler daher eine perfide Verkaufstaktik an: Sie platzieren drei Produkte nebeneinander – mit drei verschiedenen, absteigenden Preisen.

Dabei fällt auf: Meistens g reifen Menschen bei drei Preisangeboten sicherheitshalber zum mittelpreisigen Angebot. Der Grund dafür: Neben der teuren Ware wirkt diese gleich um einiges attraktiver und günstiger auf den Kunden.

Wer allerdings beim Einkaufen Großpackungen einkauft, kann dagegen bis zu 15 Prozent sparen. Erfahren Sie hier mehr.

Tipp 5: Neid macht unglücklich

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – nicht nur im Job, auch im Privatleben scheint es, als ob wir uns ständig vergleichen. Hat der andere mehr Geld als ich – oder eine größere Immobilie?

Schnell kommt Neid auf – und das kann auf Dauer richtig unglücklich machen. Schließlich sehen wir nur, was wir alles (noch) nicht haben.

Wer dagegen bei sich bleibt und nicht ständig so sehr auf andere schaut, der ist nicht nur zufriedener, sondern auch entspannter.

Tipp 6: Geld ausgeben je nach Typ

Sicherlich kennen Sie Leute, die ihr Geld aus dem Fenster zu schmeißen scheinen – und dann wiederum wahre Geizkrägen, die jeden Cent umdrehen.

Aber laut einer Studie der Universität Cambridge ist genau das der Schlüssel zum glücklichen Geld ausgeben und sparen. Wer nämlich typgerecht für die Dinge Geld ausgibt, die er mag, der ist auch viel zufriedener, so die Forscher.

Ihre Erkenntnisse beruhen dabei auf dem psychologischen 5-Faktoren-Modell (Big Five), das dafür die Punkte Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit und emotionale Labilität mit einbezieht.

Dabei kam heraus: Eher gewissenhafte Menschen waren dann am glücklichsten, wenn sie ihr Geld für Versicherungen und in ihre Gesundheit investierten. Dagegen waren besonders gesellige Menschen dann am zufriedensten, wenn sie ihr Geld für Partys und Ausgehen ausgaben. Und dann ist es auch egal, wie viel Geld man ausgibt.

Tipp 7: Beim Geld hört die Liebe auf

Überstunden, Kindererziehung und auch das liebe Geld: Das sind die häufigsten Themen, über die Paare streiten, meint Paartherapeut Michael Mary. Daher sein Tipp: Auch wenn es unromantisch klingt, sollten Paare möglichst schon zu Beginn der Beziehung sachlich über Finanzen sprechen. "Selbstverständlich nicht beim ersten Date, aber wenn klar wird, dass man zusammenbleiben oder gar zusammenziehen will."

Hier sollte je nach Beziehungstiefe und typgerecht – zwischen verhandeln, teilen und schenken entschieden werden. Denn Mary weiß: Je mehr die Partner übereinstimmen, was ihre Beziehung zum Geld angeht, desto glücklicher ist auch das Paar.

Doch was tun, wenn der Partner pleite geht - wie können Sie Ihr Geld dann schützen? Das erfahren Sie hier.

Auch interessant: Mit dieser Geld-Detox sparen Sie viel Geld.

jp

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