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Gehälter in Vorständen: Frauen weiterhin in der Minderheit, bekommen aber mehr Geld

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Von: Jasmin Farah

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Noch immer finden sich weniger Frauen in Führungspositionen, geschweige denn in Vorständen. Doch haben sie es geschafft, haben sie zumindest gehaltstechnisch den Männern viel voraus.

Wir leben in modernen Zeiten, dennoch ticken auch hierzulande die Uhren in vielen Lebensbereichen noch anders. Besonders im Arbeitsumfeld zeigt sich noch immer ein sehr starker Trend: Es finden sich weitaus mehr Männer als Frauen in Führungspositionen. Hinzu kommt, dass Frauen, auch wenn sie die gleichen Arbeiten wie Männer ausführen oder dieselbe Position bekleiden, erheblich weniger Geld verdienen.

Gehälter in Vorständen: Frauen in der Minderheit, bekommen dafür aber mehr Geld

Demnach haben Frauen vergangenes Jahr generell auf dem Arbeitsmarkt 18 Prozent weniger pro Stunde verdient als männliche Kollegen. Dies rührt meist daher, dass Frauen häufiger in Branchen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird und in denen sie seltener aufsteigen können. Hinzu kommt, dass sie aufgrund von Familienplanung größtenteils Teilzeitstellen oder Minijobs annehmen. Dies wird auch als „Gender-Pay-Gap“ bezeichnet und bezieht sich auf die Lohnlücke bzw. das ungleiche Lohngefälle zwischen den Geschlechtern.

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Generell verdienten Frauen in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt 18 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Der Großteil des Unterschieds hat allerdings strukturelle Gründe. © picture alliance / Tobias Kleinschmidt/dpa

Doch jetzt hat eine neue Gehaltsstudie Überraschendes herausgefunden: Zwar haben Topmanager im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich fast 470.000 Euro mehr verdient, aber es verteilt sich anders als gedacht. Denn obwohl auch in Vorständen von zahlreichen Unternehmen Frauen noch immer rar gesät sind, bekommen die wenigen an der Spitze viel mehr Geld als männliche Kollegen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

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Gehälter in Vorständen steigen – auch für Männer

„Bereits im siebten Jahr lag 2021 die Gesamtdirektvergütung der Frauen oberhalb ihrer männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen“, heißt es darin. Demnach sollen Frauen in Topetagen der 160 Dax-Konzernen 2021 durchschnittlich 2,4 Millionen Euro verdient haben, fast 350.000 Euro mehr als ihre restlichen Vorstandskollegen. Aber die Studie zeige auch, dass die Gehälter der Männer in Vorständen allmählich stark ansteigen würden, heißt es im Bericht weiter.

Und was Vorstandsvorsitzende angeht, erübrigt sich sogar der Geschlechtervergleich. Es gibt lediglich ein Dax-Unternehmen, den Chemiekonzern Merck, der von einer Frau namens Bélen Garijo geführt wird. Allerdings habe auch sie im vergangenen Jahr sechs Millionen Euro erhalten – was wiederum deutlich mehr als der Durchschnitt ist.

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