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Groß oder schlank: Wie sich Körpermaße beim Gehalt bemerkbar machen

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Von: Franziska Kaindl

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Fünf Bewerber sitzen nebeneinander auf Stühlen und warten auf ihr Vorstellungsgespräch.
Die Attraktivität von Arbeitnehmern nimmt offenbar Einfluss aufs Gehalt. © Imago

Eine aktuelle Studie bestätigt, was sich viele vermutlich gedacht haben: Schönheit bringt mehr Geld. Allerdings sind es bei Mann und Frau unterschiedliche Kriterien.

Ob der Geldbeutel am Ende des Monats gut gefüllt ist, entscheidet nicht nur das Können: Auch die Körpermaße haben einer amerikanischen Studie zufolge einen Einfluss auf die Höhe des Gehalts*. Die Forscher der Universität Iowa haben untersucht, welche Faktoren tatsächlich den Ausschlag geben: Wie sich zeigt, spielt bei Männern ein anderes Körpermerkmal eine Rolle als bei Frauen.

Körpermaße spielen offenbar bei der Höhe des Gehalts eine Rolle

Das Problem bei früheren Studien sei gewesen, dass das „körperliche Erscheinungsbild häufig anhand subjektiver Meinungen auf Grundlage von Umfragen definiert wurde“, erklärte der Studienleiter Suyong Song gegenüber der US-Fachzeitschrift PsyPost. Die Forscher aus Iowa verfolgten einen ganz anderen Ansatz: Mithilfe künstlicher Intelligenz ließen sie größere Datensätze aus dem sogenannten CAESAR-Projekt auswerten. Dieses wurde 1998 bis 2000 größtenteils von der U.S. Air Force durchgeführt und enthielt detaillierte demografische Informationen, konkrete Körpermaße sowie 3D-Ganzkörperscans der Teilnehmer.

Auf Basis dieser Daten fanden die Forscher erstaunliches heraus: „Die Ergebnisse zeigen, dass ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem körperlichen Erscheinungsbild und dem Familieneinkommen besteht und dass sich diese Zusammenhänge zwischen den Geschlechtern unterscheiden“, so Song. Insbesondere hat die Statur der Männer habe einen positiven Einfluss auf das Familieneinkommen, während „die Fettleibigkeit der Frauen“ einen negativen Einfluss auf das Familieneinkommen habe.

Studie zeigt: Große Männer und schlanke Frauen bekommen mehr Geld

Die Forscher schätzen, dass ein Mann mit einem Jahresgehalt von 70.000 Dollar (rund 64.000 Euro) bei einem Zentimeter mehr an Körpergröße mit etwa 998 Dollar (knapp 909 Euro) mehr Familieneinkommen rechnen könne. Bei Frauen hingegen würde ein Rückgang der Fettleibigkeit um eine Einheit – am Body-Mass-Index gemessen – für ein Gehaltsplus von 934 Dollar (circa 850 Euro) bei einem Jahreseinkommen von 70.000 Dollar bedeuten. Das Fazit der Forscher: Körperliche Attraktivität sei in der Tat ein Faktor für ein höheres Einkommen.

Um für weniger Voreingenommenheit auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen, schlagen die Experten vor, dass das Bewusstsein dieser Art der Diskriminierung durch Schulungen gestärkt werden müsse. Außerdem sollten ihrer Meinung nach Mechanismen eingesetzt werden, die Diskriminierung aufgrund der Attraktivität bei Einstellungsprozessen minimieren sollen – zum Beispiel durch blind geführte Vorstellungsgespräche. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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