Einkommenssteuer & Co.

Gehaltsabrechnung: Diese Beträge werden jeden Monat abgezogen

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Welche Abzüge stehen auf der Gehaltsabrechnung?

Wer ins Berufsleben einsteigt, für den ist die Gehaltsabrechnung ein wahres Mysterium. Welche Beträge werden eigentlich vom Gehalt abgezogen? Das erfahren Sie hier.

Wenn nach dem ersten Arbeitsmonat die Gehaltsabrechnung auf dem Schreibtisch landet, ist die Ernüchterung oft groß - schließlich wird eine ganze Menge vom Bruttogehalt abgezogen - und nur ein Bruchteil davon landet später auf dem Konto. Doch mit welchen Abzügen muss ich überhaupt rechnen?

1. Einkommenssteuer bzw. Lohnsteuer

Auf der monatlichen Gehaltsabrechnung werden sämtliche Abzüge vom Bruttolohn detailliert aufgelistet: Jeder Arbeitnehmer in Deutschland muss unter anderem Einkommenssteuer bzw. Lohnsteuer zahlen. Diese berechnet sich nach dem Einkommen sowie nach der Steuerklasse, die jedem Berufstätigen je nach Familienstand zugeteilt wird. 

Insgesamt gibt es sechs Steuerklassen:

  • Lohnsteuerklasse 1: unverheiratete Arbeitnehmer
  • Lohnsteuerklasse 2: alleinerziehende Arbeitnehmer
  • Lohnsteuerklasse 3: verheiratete Arbeitnehmer, deren Partner keinen Lohn erhält oder in der Lohnsteuerklasse 5 ist
  • Lohnsteuerklasse 4: verheiratete Arbeitnehmer (meist mit ähnlichem Einkommen)
  • Lohnsteuerklasse 5: verheiratete Arbeitnehmer, deren Partner in der Lohnsteuerklasse 3 ist
  • Lohnsteuerklasse 6: Arbeitnehmer mit Nebenjob (keine geringfügige Tätigkeit) 

2. Solidaritätszuschlag

Obwohl ihn viele am liebsten abschaffen würden, muss jeder Arbeitnehmer nach wie vor den Solidaritätszuschlag zahlen. Er beträgt bis zu 5,5 Prozent der monatlichen Lohnsteuer - je nach Einkommen. 

Bei einem geringen Einkommen zahlen Berufstätige weniger oder auch gar keinen "Soli". Die Grenze, bei der der Solidaritätszuschlag fällig wird, liegt bei einer Einkommenssteuer von 

  • monatlich 81 Euro oder 972 Euro pro Jahr in der Lohnsteuerklasse 1,2,4,5 und 6
  • monatlich 162 Euro oder 1.944 Euro pro Jahr in der Lohnsteuerklasse 3

Auf den Solidaritätszuschlag werden jedoch auch Kinderfreibeträge angerechnet, sodass sich der zu zahlende Betrag auf der Gehaltsabrechnung möglicherweise reduziert.

3. Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist Pflicht für alle und landet als einer der größten Abzüge auf der Gehaltsabrechnung. Sie beträgt 14,6 Prozent des Bruttolohns. Allerdings bezahlt der Arbeitgeber die Hälfte davon, Mitarbeiter zahlen also 7,3 Prozent. Erhebt die Krankenversicherung Zusatzbeiträge, müssen Arbeitnehmer diese alleine aufbringen. 

Bei einer privaten Krankenversicherung bezahlt der Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss in Höhe des Arbeitgeberanteils in der gesetzlichen Krankenversicherung.

4. Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung ist ebenfalls eine Pflichtversicherung in Höhe von 3,0 Prozent des Bruttolohn s. Diese wird jedoch nur bis zur jährlichen Beitragsbemessungsgrenze von 78.000 Euro im Westen und 69.600 Euro im Osten fällig. Darüber hinaus müssen Arbeitnehmer keinen Versicherungsbeitrag zahlen.

Lesen Sie auch: So entwickelt sich Ihr Gehalt im Laufe des Lebens.

5. Rentenversicherung

Auch die Rentenversicherung wird auf der Gehaltsabrechnung aufgeführt und ist Pflicht. Sie ist der größte Posten unter den Sozialversicherungen - der Beitragssatz liegt aktuell bei 18,6 Prozent des Bruttolohns. Wie bei der Krankenversicherung teilen sich hier jedoch auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Kosten - dadurch zahlen beide jeweils "nur" 9,3 Prozent

Die Rentenversicherung müssen Mitarbeiter ebenfalls nur bis zur jährlichen Beitragsbemessungsgrenze von 78.000 Euro im Westen und 69.600 Euro im Osten zahlen.

6. Pflegeversicherung

Auch die Pflegeversicherung gehört zu den Sozialversicherungen und wird daher jedem Arbeitnehmer vom Bruttogehalt abgezogen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich hier erneut den Beitragssatz in Höhe von 2,55 Prozent des Bruttogehalts. Somit bleiben 1,275 Prozen t für die Mitarbeiter.

Seit dem 1.1.2005 müssen jedoch Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr einen höheren Beitragssatz von insgesamt 2,8 Prozent (1,4 Prozent Arbeitnehmeranteil) zahlen. 

Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 53.100 Euro bundesweit.

7. Kirchensteuer

Die Kirchensteuer wird nur dann fällig, wenn Arbeitnehmer Mitglied einer anerkannten Kirchengemeinschaft sind, etwa der katholischen oder evangelischen Kirche. 

In Bayern und Baden-Württemberg beträgt die Höhe der Kirchensteuer acht Prozent, in allen übrigen Bundesländern neun Prozent der Einkommens- bzw. Lohnsteuer. Auf die Kirchensteuer werden jedoch auch Kinderfreibeträge angerechnet, sodass sich der Betrag auf der Gehaltsabrechnung möglicherweise reduziert.

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Fehlerhafte Gehaltsabrechnung

Da das Gehalt und die Abzüge sich selten verändern, landet der Gehaltszettel bei vielen Berufstätigen ungeöffnet in der Schublade. Doch das kann sich schnell als großer Fehler erweisen, denn bei der Gehaltsabrechnung passieren immer wieder Fehler, die Sie bares Geld kosten. Welche Details der Gehaltsabrechnung Sie unbedingt prüfen sollten, erfahren Sie hier.

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Von Andrea Stettner

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