Schmerzhafter Preissprung laut Analyse

Heizkosten rasant gestiegen: Verbrauchern in Deutschland könnte ein teurer Winter drohen

Seit Anfang des Jahres steigen die internationalen Energiepreise rasant. Vielen Verbrauchern droht ein teurer Winter.
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Seit Anfang des Jahres sind die internationalen Energiepreise rasant gestiegen.

Die Heizkosten in Deutschland sind in diesem Jahr laut einer Analyse merklich gestiegen und ein Abwärtstrend nicht erkennbar. Erfahren Sie hier mehr über die Preise.

Heizkosten kennen derzeit offenbar nur eine Richtung: nach oben. Verbraucherinnen und Verbraucher stehen vor einem teuren Winter, wie eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox darlegt. Die Gaskosten seien im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel gestiegen, die Preise für Heizöl legten um knapp 87 Prozent zu, teilte das Vergleichsportal zu der Analyse mit.

Analyse: Gaskosten auf Jahressicht um 28 Prozent gestiegen

Die Gaskosten für einen Haushalt* mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden liegen demnach im Oktober 2021 „bei durchschnittlich 1.402 Euro pro Jahr“, heißt es in der Mitteilung von Verivox. Zum Vergleich: Vor 12 Monaten habe der durchschnittliche Gaspreis noch bei 1.094 Euro gelegen. Das entspreche auf Jahressicht einem Plus von 28,2 Prozent.

„Für diese Preisrallye ausschlaggebend sind in erster Linie die galoppierenden Großhandelspreise“, berichtet das Vergleichsportal. „An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich die Preise für Erdgas im Jahresvergleich versiebenfacht. Aktuell steht der Preis für eine Megawattstunde bei knapp 98 Euro.“ Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewege sich der Preis je Megawattstunde zwischen 10 und 25 Euro.

Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden, seien in den vergangenen 12 Monaten um 146 Prozent gestiegen, schildert das Portal. Lag der Grenzübergangspreis im Juli 2020 für ein Terajoule Erdgas bei 2.402 Euro, so kostete die gleiche Menge den Angaben zufolge im Juli 2021 bereits 5.913 Euro.

„Die besorgniserregenden Preissprünge im Großhandel sind zum einen der hohen Nachfrage aus Asien, zum anderen den gedrosselten Liefermengen aus Russland geschuldet. Darüber hinaus treiben die CO2-Preise im europäischen Emissionshandel, die ebenfalls steil nach oben gehen, die Preisentwicklung“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, laut der Mitteilung.

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Immer mehr Gasversorger heben Preise an

Vor allem Gasversorger, die sich kurzfristig mit Gas eindecken müssen, kommen demnach in Zugzwang: „Für September, Oktober und November haben 42 regionale Gasanbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich 12,9 Prozent angekündigt oder bereits durchgeführt“, heißt es weiter in der Mitteilung. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh entspreche das Mehrkosten von rund 189 Euro pro Jahr.

„In den kommenden Wochen erwarten wir eine große Preiswelle bei Gas“, so Thorsten Storck. „Neben den höheren Großhandelspreisen steigt auch der CO2-Preis für fossile Brennstoffe zum Jahreswechsel von 25 auf 30 Euro pro Tonne. Diese Kosten geben viele Gasversorger direkt an ihre Kunden weiter.“

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Vergleichsportal berichtet: Heizöl verteuert sich um 87 Prozent

Auch Heizölkunden stehen dem Vergleichsportal zufolge aufgrund gestiegener Rohstoffpreisen vor einem teuren Winter. „Kostete leichtes Heizöl im Oktober 2020 im Mittel 42,45 Euro pro Hektoliter, sind es zum Start in die Heizsaison 79,19 Euro“, heißt es in der Mitteilung. Das entspreche einem Kostenanstieg von 86,5 Prozent. Für einen Musterhaushalt (20 Hektoliter) bedeute das jährliche Mehrkosten von 735 Euro.

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Der schmerzhafte Preissprung sei in erster Linie der weltweiten Erdölnachfrage geschuldet. Diese sei mit dem Wiederaufleben der Wirtschaft regelrecht explodiert und habe Ölpreise nach oben getrieben. Die für Europa wichtige Rohölsorte Brent habe im Jahresvergleich um rund 86 Prozent zugelegt. Seit dem Preistief im April 2020 habe sich der Ölpreis beinahe verfünffacht. Der neu eingeführte CO2-Preis belaste die Verbraucher zusätzlich.

„Wer jetzt noch nicht genug Heizöl für den kommenden Winter im Tank hat, sollte sich zügig damit eindecken. Durch Sammelbestellungen gemeinsam mit Nachbarn lassen sich oft Preisnachlässe erzielen“, rät Thorsten Storck laut der Mitteilung. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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