Das sollten Betroffene wissen

Ist 2021 das ersehnte Hochzeitsjahr? Brautpaare haben Angst vor Kosten in Corona-Krise

Heiraten in der Coronakrise? Diese Frage stellen sich derzeit viele Brautpaare. (Symbolbild)
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Heiraten in der Coronakrise? Diese Frage stellen sich derzeit viele Brautpaare. (Symbolbild)

Viele Brautpaare haben ihre Hochzeit wegen der Coronakrise ins nächste Jahr verschoben. Die Ungewissheit bleibt. Wer trägt die Kosten, wenn die Feier abgesagt wird?

  • Viele Paare wollen 2021 heiraten - manche von ihnen haben ihre private Feier wegen der Coronakrise um ein Jahr verschoben.
  • Die Angst, was mit den Kosten passiert, wenn die Feier abgesagt werden muss, bleibt.
  • Hochzeitsexperten erklären die Lage und warum es wichtig ist, mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden.

Update vom 04.07.2020: Hochzeitsplanung bleibt für 2021 schwierig - was ist mit den Kosten?

Viele Brautpaare haben ihre Hochzeitsfeier in Folge der Coronakrise von diesem ins nächste Jahr verschoben. „Nächstes Jahr wird tatsächlich das Hochzeitsjahr, so wie es aussieht“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in einem Bericht die Hochzeitsplanerin Svenja Schirk. Da ist es gar nicht so einfach, jetzt noch Termine, Locations und Dienstleister mit freien Kapazitäten zu finden.

Und klar bleibt die Unsicherheit, inwiefern Feiern dann wo und mit wie vielen Personen möglich sind, und welche sonstigen Beschränkungen bis dahin gelten. Viele Brautpaare hätten Angst, auf den Kosten sitzen zu bleiben, kommt Schirk, die Sprecherin beim Bund deutscher Hochzeitsplaner, in dem dpa-Bericht weiter zu Wort.

Was ist mit den Kosten, wenn die Feier abgesagt werden muss? „Da kommt es wirklich auf die Details an“, sagt die Expertin laut dpa. Als Faustregel kann man sich merken: Sagt ein Brautpaar von sich aus ab und nicht als Folge zum Beispiel einer Verordnung, „dann bleiben Kosten hängen.“ Anders ist der Fall vielleicht, wenn eine Location zum Beispiel per Gesetz geschlossen wird, heißt es weiter in dem Bericht. Dann würde der Vertrag aufgelöst, erklärt Schirk laut dpa - denn die Location kann dann ihre Leistung nicht mehr erbringen. 

Habe ein Dienstleister dagegen schon Arbeit investiert, für den Druck und Versand von Einladungen etwa, müssen Brautleute in der Regel zahlen und können auch kein Geld zurückfordern, heißt es weiter in dem dpa-Bericht. Beim Umbuchen wiederum müsse der Dienstleister zustimmen.  Entscheidend seien im Zweifel die Geschäftsbedingungen des Unternehmens. „Wir raten den Brautpaaren und auch unseren Dienstleister-Kollegen immer, viel zu kommunizieren um gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten leben können“, rät die Expertin dpa zufolge.

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Update vom 02.06.2020: Private Hochzeitsfeier möglich? Regelung je nach Bundesland beachten

Die Regelungen, inwiefern private Hochzeitsfeiern in der Coronakrise 2020 - eingeschränkt - wieder möglich sind, werden im Einzelnen von den Bundesländern geregelt. Für alle konkreten Maßnahmen und Informationen kann man sich auf der Seite des jeweiligen Bundeslandes informieren. Zum Teil gibt es hier erhebliche Unterschiede, was zum Beispiel die Anzahl der erlaubten Gäste bei privaten Feiern betrifft.

Das Portal kartenmacherei.de zum Beispiel rät künftigen Brautpaaren, sich unbedingt auf der Seite des Bundeslandes, bei der Stadtverwaltung des Trauungsortes sowie bei der geplanten Location zu informieren, was aktuell möglich ist.

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Artikel vom 25.05. 2020: Heiraten im Jahr 2020 - oder wegen Corona lieber doch nicht?

Heiraten im Jahr 2020 kann Frust statt Freude sein - oder man macht das Beste daraus. Susan Lippe-Bernard, Chefredakteurin des "Braut & Bräutigam Magazins" rät: Wer einen Termin beim Standesamt hat, sollte ihn auf keinen Fall verschieben. "Wer weiß, wann es wieder einen gibt."

Es sei auch schwierig, über weitere Monate, vielleicht ein Jahr die Vorfreude hochzuhalten, zitiert die Deutsche Presse-Agentur die Hochzeits-Expertin. Sie empfiehlt Betroffenen, die im Jahr 2020 ihre Hochzeit geplant haben: Im Kleinen heiraten und nach der Krise auf jeden Fall die Feier nachholen. "Meine 30-jährige Erfahrung mit dem Heiraten sagt mir, viele würden es bereuen, nicht noch irgendwann zu feiern."

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Coronakrise: Kirchliche Trauung oder Fest mit Trauredner nachholen

Es sei ja sowieso oft der Fall, dass kirchliche Trauungen zeitversetzt stattfinden. Und auch wer nur eine standesamtliche Hochzeit* geplant hat, könne ein Gelübde dieser Art später noch nachholen: bei einer Zeremonie mit einem Trauredner. "Wir gehen davon aus, dass bereits eh 25 Prozent der Paare eine solche freie Zeremonie machen", so die Expertin.

Für das weitere Vorgehen rät Lippe-Bernard: "Reden Sie mit den Dienstleistern. Viele Locations müssen Ihnen nun eh absagen, und andere Dienstleister müssen sich ebenfalls einschränken, aber alle wollen weiterplanen können." Also sollte man bei der Absage gleich einen Alternativtermin vereinbaren.

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Hochzeitsfeier 2020 verschoben? Mit Dienstleistern Folgevereinbarung treffen

Manche Locations schlügen das sogar direkt vor, hat Lippe-Bernard von betroffenen Heiratswilligen erfahren. Der Vorteil für beide Seiten: Bereits getroffene Vereinbarungen und Planungen wie das Menü kann der Veranstalter direkt übernehmen. Paare haben also beim zweiten Anlauf nicht noch mal so viel Arbeit.

Gleiches empfiehlt Lippe-Bernard für andere Dienstleister. "Ich würde direkt nach der Location den Fotografen, dann den DJ oder die Band kontaktieren." Danach erst die Gäste - wer Zeit hat, sollte das persönlich machen und um Verständnis bitten, da manche Gästen von fern anreisen und nun zweimal Reisekosten* hätten.

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Hochzeit absagen: Das kann teuer werden

Das Fest - in Absprache mit allen beteiligten Dienstleistern -  auf einen späteren Termin zu verschieben, ist also für viele Paare eine (in der Not) geeignete Maßnahme, um größere Kosten zu vermeiden. Wer hingegen die Feier gänzlich absagt, kann zwar auf Kulanz hoffen - bleibt im Zweifel jedoch auf den (Storno-)Kosten sitzen.

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Standesamtliche Trauung möglich - Feier danach nur auf Abstand

Welche Entscheidung die richtige ist, muss natürlich jeder für sich selbst wissen. Während viele Paare angesichts der Coronkrise ihre geplante Hochzeit zumindest verschieben, halten andere am Termin 2020 fest - und feiern soweit das möglich ist, zumindest auf Abstand. So wie ein Paar aus Hamburg, das ein Kamerateam des NDR nach der Standesamtlichen begleitet hat.

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Corona-Hochzeit in Hamburg wird zum Internet-Hit

Das NDR-Video zeigt das glückliche, frisch vermählte Paar auf dem Nachhauseweg. Veröffentlicht worden ist es unter anderem auf Facebook. Die Gratulanten - darunter Familienmitglieder und Freunde - stehen am Wegesrand mit Herzballons und anderen Überraschungen für das Brautpaar, das sie in diesen Zeiten nicht in den Arm nehmen dürfen. "Das war ein wunderbarer Hochzeitstag", bedankte sich die Braut.

Wegen Corona gibt es in Hanau keine Hochzeiten in Schloss Philippsruhe.* Viele Paare verschieben ihren Termin. (ahu)*Merkur.de, tz.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks)

Nette Idee für die Gäste

Die besten Fotos macht ein professioneller Fotograf, der bei der Hochzeit nicht zu ersetzen ist. Vielleicht ja eher als nette Idee gedacht, um sie unter den Gästen für ein schnelles Blitzfoto mit dem Brautpaar zu verteilen: Einwegkameras mit Blitz im Zehner-Pack (werblicher Link).

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein. © pixabay
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire. © pixabay
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert. © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc. © pixabay
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay

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