Karriere-Rückschritt

Vom Chef zurück zum Mitarbeiter: Warum Sie einen Schritt zurück gehen sollten

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Als Führungskraft ist man viel mit Organisatorischem beschäftigt.

Vom Vorgesetzten zurück zum Mitarbeiter? Ist das wirklich ein sinnvoller Schritt? Lesen Sie von der Schwere des Erfolgs und der Leichtigkeit des Anfangs.

Bei der klassischen Karriere geht es stetig bergauf bis hinauf zur Führungsposition. Ein Rückschritt wird meist als etwas Negatives angesehen, als Selbstfindungstrips für Schwächlinge - aber warum eigentlich? Der kontinuierliche Aufstieg ist für viele Menschen gar nicht mehr so attraktiv.

Vorgesetzte: Verloren zwischen Fach- und Führungskraft

Kaum jemand will noch Führungspositionen übernehmen. Nur noch 40 Prozent aller Männer und 34 Prozent aller Frauen streben in ihrem Unternehmen überhaupt eine Führungsposition an. Und viele Arbeiternehmer in Führungspositionen gaben bei einer Studie der Boston Consulting Group an, sich zwischen den Rollen als Fach- und Führungskraft verloren zu fühlen. Deshalb hat Hermann Arnold, Mitbegründer der Softwarefirma Haufe-umantis ein Alternativmodell entwickelt: Ein Vorgesetzter tritt zurück, bildet sich weiter und kommt vielleicht später als besserer Chef zurück. "Spiralkarriere" nennt Arnold das.

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Karriere-Rückschritt: Beispiel für gelungenes Recruiting?

"Viele Leute mit Führungsaufgaben sitzen im goldenen Käfig. Sie sind nicht wirklich gut in dem, was sie tun, wissen aber auch nicht, wie sie ohne Verlust von Ansehen und Gehalt ihren Posten wieder loswerden", sagt Hermann Arnold. Früher war er Geschäftsführer seiner eigenen Firma und hatte die Verantwortung für 100 Mitarbeiter. Dann gab er diese Verantwortung an einen ehemaligen Praktikanten ab. Das könne man kurios finden - oder als Beispiel für gelungenes Recruiting betrachten, sagt er. "Für mich war klar: Ich bin nicht mehr der Richtige an der Firmenspitze. Er würde es besser machen. Und ich hatte ihn auch vom ersten Tag an gefördert."

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Manche Führungskräfte leiden unter der Personalverantwortung

Ähnlich erging es Thomas Bartel. Seine Tage bestanden aus Meetings, Gesprächen und Feedbackrunden. Statt als Softwareentwickler selbst Codes zu schreiben, war er vor allem mit Organisatorischem beschäftigt. Das machte ihm zwar Spaß, doch er vermisste das Gefühl, mal wieder "wirklich tief in ein Thema einzusteigen". Als sein Chef ihm das Angebot machte, bei gleichbleibendem Gehalt von seiner Führungsposition zurückzutreten und von einer acht Jahre jüngeren Kollegin geführt zu werden, nahm er das Angebot sofort an. "Ich habe mich darauf gefreut, das Organisatorische und die Personalverantwortung los zu sein", erklärt er.

Das berühmteste Beispiel für eine solche "Spiralkarriere" ist wohl Steve Jobs, schreibt Spiegel.de. Von Apple gefeuert zu werden sei das Beste gewesen, was ihm jemals hätte passieren können, sagte er. "Die Schwere, erfolgreich zu sein, wurde ersetzt durch die Leichtigkeit, wieder ein Anfänger zu sein."

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Bittere Erkenntnis: Mit der Führungsposition geht das Interesse

Arnold hatte nach seinem Rückschritt jedoch eine schmerzhafte Erkenntnis: "Als Chef ist man gewöhnt daran, dass Menschen einem zuhören, und man bildet sich ein, dass sie dies tun, weil man so schlau oder charmant ist. Die Wahrheit ist aber: In dem Moment, in dem man die Rolle verliert, verlieren die meisten das Interesse."

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