Vorsicht

Kündigung: 21 Gründe, warum Sie der Arbeitgeber feuern darf

Für Arbeitgeber gibt es zahlreiche Gründe, warum sie ihren Mitarbeitern kündigen dürfen.
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Für Arbeitgeber gibt es zahlreiche Gründe, warum sie ihren Mitarbeitern kündigen dürfen.

Die Kündigung durch den Arbeitgeber kommt oft unerwartet. Aus welchen Gründen Sie der Arbeitgeber entlassen darf und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

„Hiermit kündigen wir das bestehende Arbeitsverhältnis zum nächstmöglichen Termin.“ Vor einem Kündigungsschreiben* wie diesem fürchten sich wohl die meisten Arbeitnehmer. Vermutlich auch, weil die meisten die Gründe, die zu einer Kündigung führen können, gar nicht kennen. Wir zeigen Ihnen, welche Kündigungsgründe laut Gesetz erlaubt sind, und was Sie tun können, um einer Entlassung vorzubeugen.

Kündigungsgründe: Was die ordentliche von einer außerordentlichen Kündigung unterscheidet

Damit Arbeitgeber nicht nach Lust und Laune ihre Mitarbeiter auf die Straße setzen können, sorgt der Gesetzgeber für den nötigen rechtlichen Rahmen. Vor allem das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Kündigungsschutzgesetz (KschG) spielen für die Kündigung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gilt für bestimmte Gruppen ein Sonderkündigungsschutz, etwa für Schwangere und Mütter.

Zunächst einmal sollten Arbeitnehmer wissen, dass das Arbeitsrecht zwei unterschiedliche Kündigungsarten kennt: Die ordentliche Kündigung sowie die fristlose Kündigung. Die ordentliche Kündigung beinhaltet immer eine bestimmte Kündigungsfrist, während die fristlose – wie der Name schon sagt – ohne Frist, also ab sofort gilt.

Bei der ordentlichen Kündigung greift das Kündigungsschutzgesetz, wenn Ihr Betrieb mehr als elf Mitarbeiter hat und Sie schon länger als sechs Monate im Betrieb gearbeitet haben. Es schützt Arbeitnehmer, indem es es eine ordentliche beziehungsweise. fristgemäße Kündigung nur dann erlaubt, wenn sie auf eine der drei im Gesetz festgelegten Gründe gestützt werden kann: 

  • Gründe in der Person (Personenbedingte Kündigung),
  • Gründe im Verhalten des Arbeitnehmers (Verhaltensbedingte Kündigung) oder
  • betriebsbedingte Gründe (Betriebsbedingte Kündigung).

Kündigungsgründe: In diesen Fällen darf Ihnen der Arbeitgeber eine ordentliche Kündigung aussprechen

Eine personenbedingte Kündigung darf laut Kündigungsschutzgesetz immer dann ausgesprochen werden, wenn ein Arbeitnehmer aus Gründen, die in seiner Person liegen, seinen Arbeitsvertrag zukünftig nicht mehr erfüllen kann. Wichtig hierfür ist, dass die Prognose für die Zukunft negativ ausfällt.

Gründe für eine personenbedingte Kündigung können etwa sein:

  • lange Krankheit oder viele häufige Krankheiten
  • dauernde Arbeitsunfähigkeit
  • Führerscheinverlust (z.B. bei LKW-Fahrern)
  • Vorstrafen
  • Entzug der Arbeitserlaubnis

Lesen Sie hier mehr zur personenbedingten Kündigung.

Eine verhaltensbedingte Kündigung erfolgt nach einem Fehlverhalten des Mitarbeiters, egal ob vorsätzlich oder fahrlässig. Gründe für eine verhaltensbedingte Kündigung:

  • Sie verstoßen gegen den Arbeitsvertrag
  • Sie weigern sich, die Anweisungen des Chefs zu befolgen
  • Wiederholtes unentschuldigtes Fehlen
  • Private Nutzung des Internets
  • Diebstahl

Eine betriebsbedingte Kündigung darf nur dann ausgesprochen werden, wenn betriebliche Erfordernisse dazu führen, dass sich der Arbeitsbedarf dauerhaft reduziert und deshalb Personal abgebaut werden muss. Gründe für eine betriebsbedingte Kündigung können sein:

  • Ausbleiben von Aufträgen
  • Umsatzeinbußen
  • Umstrukturierungen
  • Betriebsstilllegungen (etwa bei einer Insolvenz)
  • Schließung oder Auslagerung von Abteilungen

Hier erfahren Sie mehr zur Betriebsbedingten Kündigung.

Aus diesen Gründen ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt

Für eine fristlose Kündigung muss ein wichtiger Grund vorliegen. Ein „wichtiger Grund“ für eine fristlose Kündigung des Arbeitgebers ist ein besonders schwerwiegender Verstoß seitens des Mitarbeiters. So schwer, dass dem Chef nicht zugemutet werden kann, mit ihm weiter zu arbeiten - sei es unbefristet oder bis zum Ende des befristeten Vertrags - beziehungsweise die rechtliche Kündigungsfrist abzuwarten. Gründe für eine fristlose Kündigung können sein:

  • Straftat im Betrieb (Betrug, Diebstahl)
  • Datenklau
  • Arbeitszeitbetrug
  • Alkohol am Arbeitsplatz beziehungsweise Alkoholsucht
  • Anzeige gegen Arbeitgeber oder Mitarbeiter
  • vorgetäuschte Krankheit

Mehr zum Thema: Vorsicht: In diesen Fällen droht Ihnen die fristlose Kündigung.

(as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Lesen Sie auch: Kündigung: Warum Sie niemals per Einschreiben kündigen sollten – das ist die beste Methode.

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Quelle: Arbeitsrechte.de, Kanzlei Hensche

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

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