Kündigung

Chefs aufgepasst: Diese Zeichen verraten schon Monate vorher, dass Mitarbeiter kündigen

Gewisse Anzeichen deuten schon früh darauf hin, dass Mitarbeiter mit einer Kündigung liebäugeln. Woran Sie Abwanderungswillige erkennen - und was Chefs dagegen tun können.

Die Laune Ihrer Mitarbeiter war schon einmal besser? Dann sollten Sie genau hinsehen und -hören, wenn Sie Ihre Team-Mitglieder im Unternehmen halten wollen. Denn gewisse Anzeichen deuten schon früh darauf hin, dass Mitarbeiter kündigen wollen*.

Mitarbeiter-Studie: 30 Prozent planen baldige Kündigung

Wie eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte herausgefunden hat, planen tatsächlich 30 Prozent der jüngeren Arbeitnehmer (Jahrgänge 1983 bis 2002) innerhalb von zwei Jahren zu kündigen. Ein enormer Wert, der für Unternehmen richtig ins Geld geht und sich zudem negativ auf die Produktivität auswirken kann. Doch Führungskräfte können oft noch gegensteuern – wenn sie denn die entsprechenden Signale richtig deuten, die kündigungswillige Mitarbeiter aussenden.

Lesen Sie auch: Sie wollen kündigen? So lange ist die gesetzliche Kündigungsfrist.

Vier Anzeichen verraten, ob Mitarbeiter kündigen wollen

Patrick Cournoyer ist Leiter der Innovationsabteilung bei Peakon, einem Unternehmen, das sich auf Mitarbeiterbefragungen spezialisiert hat. Er behauptet: Unternehmen könnten Kündigungen bereits neun Monate vorher voraussagen. Doch wie ist das möglich? Im Gespräch mit dem HR-Softwareanbieter Personio verrät er, auf welche Signale Chefs achten sollen:

  • 1. Schlechte Bewertungen
    Wer eine schlechte Bewertung abgibt, der kündigt dreimal schneller, weiß Cournoyer. Deshalb sollten Personaler und Chefs hellhörig werden, sobald die Weiterempfehlungsrate für das Unternehmen bei den Mitarbeitern sinkt.
  • 2. Die Loyalität lässt nach
    „Wie schnell würde ein Mitarbeiter kündigen, würde er oder sie ein Angebot von einem anderen Unternehmen bekommen?“ Laut des Experten ein wichtiger Indikator, der eng mit der Loyalität gegenüber des Unternehmens verknüpft sei.
  • 3. Niemand hört den Mitarbeitern zu
    Die Meinung, Gefühle und Stimme der Mitarbeiter sei laut Cournoyer wichtiger denn je. Gerade durch die Corona-Krise habe sich dieser Wandel noch beschleunigt. Wer also verhindern wolle, dass Mitarbeiter kündigen, müsse ihnen unbedingt Gehör schenken und ihre Ansichten mit ins Unternehmen einbringen.
  • 4. Keine Entwicklung mehr möglich
    Ihr Mitarbeiter beklagt sich über fehlende Entwicklungsmöglichkeiten im Betreib? Auch das könne auf eine bevorstehende Kündigung hindeuten.

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So können Führungskräfte Kündigungen durch Mitarbeiter verhindern

Wer diese Anzeichen in seinem Team erkennt, kann jedoch in vielen Fällen eine Kündigung noch abwenden. Cournoyer empfiehlt zum Einen Entwicklungspläne für jeden einzelnen Mitarbeiter, über den monatlich Rücksprache gehalten wird. „Wenn [Mitarbeiter] das Gefühl haben, dass ihre Entwicklung für das Unternehmen und besonders für ihren direkten Vorgesetzten Priorität hat, ermutigt sie das, zu bleiben und ihrerseits in das Unternehmen zu investieren”, weiß der Experte.

Ein weitere Tipp: Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, Feedback zugeben, ihre Bedenken und Sorgen zu teilen. Das sei gerade jetzt in der Corona-Krise wichtig, wo das Team oft über viele Orte verteilt arbeitet, sei es im Home Office oder im Büro. Cournoyer erklärt, dass sich Mitarbeiter stärker mit dem Unternehmen verbunden fühlen würden, wenn ihre Stimme gehört wird. Und das sorge im Idealfall dafür, dass sie weiterhin im Unternehmen blieben.

Praxistipps für Führungskräfte

Eine erfolgreiche, moderne Unternehmenskultur entwickeln – das funktioniert nur gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern. Der Ratgeber „Erfolg gestalten“ (werblicher Link) erklärt praxisnah, wie Ihnen das im Team gelingt.

Wann Mitarbeitern die Kündigung vom Chef droht

Nicht nur Mitarbeiter senden oft verhängnisvolle Signale, die auf eine Kündigung hindeuten. Auch Chefs verraten durch gewisse Anzeichen, ob einem Mitarbeiter bald die Kündigung droht. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Lesen Sie auch: Angst in Corona-Zeiten: Wann kann eine Kündigung drohen - und was sind Ihre Rechte?

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

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