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LinkedIn-Tweet stellt Bewerbungsanschreiben infrage

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Von: Carina Blumenroth

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Ein Laptop mit dem LinkedIn-Logo auf dem Bildschirm.
Ein Tweet von LinkedIn stellt das Bewerbungsanschreiben infrage. © Z Jan/Imago

Ist ein Bewerbungsschreiben noch zeitgemäß? Einige Unternehmen verzichten bereits darauf. Auch LinkedIn stellt das Anschreiben in einem Tweet infrage.

Es ist lästig, es ist mit Copy-and-Paste verbunden und doch war es immer ein notwendiges Übel, wenn man sich bewirbt: das Anschreiben. Ein Tweet von dem Karriereportal LinkedIn stellt jetzt aber genau dieses Vorgehen bei Bewerbungen infrage:

„Little Miss gibt eine Bewerbung auf, wenn sie ein Anschreiben erfordert“, heißt es in dem Tweet und impliziert, dass das Anschreiben für viele eine Hürde darstellt. Unter dem Namen „Little Miss“ kursieren derzeit viele Memes im Internet, geteilt werden darunter vor allem Guilty Pleasures oder schlechte Angewohnheiten, informiert das Portal Business Punk. Eigentlich sei „Little Miss“ allerdings als Charakter aus Kinderbüchern bekannt.

Little Miss: Tweet gegen das Anschreiben stößt auf Verständnis

Der Tweet von LinkedIn wurde rund 68.000 Mal favorisiert, rund 20.000 Mal wurde der Tweet geteilt und knapp 1.500 Mal kommentiert. Viele Kommentare gehen in eine ähnliche Richtung, die auch im „Little Miss“-Tweet impliziert ist, gewüscht wird also ein Bewerbungsverfahren ohne Anschreiben. Eine Userin schreibt: „Jedes Mal! Du möchtest eine Bewerbung oder eine Gute-Nacht-Geschichte?“ Eine andere Userin kritisiert die Bewerbungsmöglichkeiten einiger Unternehmen:

Ich höre auf, mich zu bewerben, wenn ich ein Anschreiben hochladen oder Daten eingeben muss, die in meinem Lebenslauf stehen (Ausbildung oder Arbeitsverlauf). Es ist 2022, es gibt keinen Grund, warum die Website so hinterherhinkt, dass das erforderlich ist. Wenn sie das tut, hinkt das Unternehmen auch hinterher.

Twitter-Userin

Auch einige Personaler kommentieren unter dem Tweet, sie sind geteilter Meinung. „Für mich als Personalchef sind Anschreiben unerlässlich. Wenn Sie viele Bewerbungen für eine Stelle erhalten, ist das Anschreiben ein wichtiges Merkmal, um Sichtbarkeit zu schaffen. Viele haben einen guten Abschluss, aber die wenigsten ein gutes Anschreiben“, kommentiert ein Personaler seinen Standpunkt. Ein anderer erklärt, er sei zwanzig Jahre Personaler gewesen und habe kaum Anschreiben gelesen. Ein weiterer Personaler kritisiert aber auch die Beliebigkeit vieler Bewerbungen, laut ihm gäbe es viele, bei denen er suchen müsse, welche Fähigkeiten und Kenntnisse für die ausgeschriebene Stelle relevant seien.

Derzeit gibt es auch einige TikTok-Videos, in denen die Erfahrungen mit Bewerbungen geschildert werden. Eine Bewerberin reagierte beispielsweise mit einem Meme auf eine Jobabsage, sie hat daraufhin ein Vorstellungsgespräch bekommen.

LinkedIn-Tweet: User kommentieren, was an Bewerbungen nervt

Unter dem Tweet kommentieren aber auch Userinnen und User, die auch andere Dinge an Bewerbungsverfahren kritisieren. Eine Userin schreibt beispielsweise: „Little Miss sollte Stellenausschreibungen, die kein Gehalt angeben, blockieren.“ Andere sind genervt von Stellenangeboten, die auf einen externen Link führen und ein neues Benutzerkonto benötigen. Was ebenfalls viele als störend empfinden, ist, dass sie Angaben, die bereits den Lebensläufen stehen, noch einmal in Fragebögen ausgefüllt werden müssten.

[Anm. der Red.: Für unsere Redaktion ist die Richtigkeit der Tweets nicht überprüfbar.]

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