Ehegattensplitting?

Nach Hochzeit: Mit dieser Steuerklasse sparen Sie am meisten

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Spätestens nach der Hochzeit machen sich Ehepaare Gedanken, wie sie am besten Steuern sparen können.

Die Hochzeit ist vorbei – und die Geldbörse sehr geschrumpft. Doch eine kluge Wahl der Steuerklasse hilft Ihnen, die gemeinsame Kontokasse wieder aufzufüllen.

Heiraten ist für viele Deutsche einer großer Lebenstraum. Doch so ein besonderer Tag hat auch einen stattlichen Preis – und die darauffolgenden Reise in den Flitterwochen meist auch.

Kehrt nach der Hochzeit etwas Ruhe in den neuen Lebensalltag ein, ist es ratsam, sich um einige Dinge zu kümmern – und zu versuchen, einiges an Geld zu sparen.

Verheiratete Paare können von enormen Steuervorteilen profitieren

Daher ist es wichtig, sich nach der Hochzeit Gedanken zu machen, welche Steuerklasse für Sie und Ihren Ehepartner am besten ist.

Grundsätzlich gilt: Als frisch verheiratetes Paar können Sie beide nicht mehr in der Steuerklasse I, die der Ledigen, bleiben. Sie werden mit der Heirat, sofern beide Ehepartner arbeiten, automatisch der Steuerklasse IV zugeteilt. Das gilt auch für Alleinerziehende, die bisher in Steuerklasse II waren.

Hat allerdings nur einer der Eheleute einen Job, spart er in der Steuerklasse III am meisten, da er hier die geringsten Abzüge zahlen muss. Doch die Paare, bei denen beide Partner erwerbstätig sind, haben die Möglichkeit, sich gegen die automatische Zuteilung zur Steuerklasse IV zu entscheiden.

Sie können dann auf Antrag beim Finanzamt eine andere Kombination der Steuerklassen wählen – je nach Höhe der jeweiligen Einkünfte. Aber auch mit dem Ehegattensplitting lässt sich so viel Geld sparen.

Hierbei werden die Einkünfte der beiden Eheleute zusammengerechnet und halbiert (gesplittet). Daraufhin wird die Einkommenssteuer für das zu versteuernde Gehalt nach dem geltenden Einkommensteuertarif ermittelt. Die errechnete Einkommenssteuer wird schließlich verdoppelt – das heißt: Die Steuerlast wird so zu gleichen Teilen auf die beiden Ehepartner verteilt und einer der Partner muss somit weniger als üblich vorgesehen zahlen.

Welche Steuerklasse für Eheleute am besten ist, hängt zudem noch von anderen Faktoren ab.

Ein Gutverdiener & ein Geringverdiener

Ist das Einkommen der Eheleute unterschiedlich hoch, so sollte sich das Paar besser für die Steuerklassen III und V entscheiden.

Mit dieser Wahl zahlt derjenige mit dem höheren Einkommen sehr viel weniger Steuern als derjenige mit dem geringeren Einkommen.

Doch letztlich bleibt den Eheleuten schließlich mehr Geld.

Beide Ehepartner verdienen gleich oder ähnlich viel

Verdienen beide Ehepartner gleich viel Geld, können sie in der Steuerklasse IV bleiben – Sie müssen also keine Veränderung beim Finanzamt beantragen. Bei dieser Wahl zahlt jeder Partner seine Lohnsteuer in gewohnter Höhe. Doch durch das Ehegattensplitting erhalten die Eheleute nach der Steuererklärung meist eine Rückzahlung.

Tipp: Wer das Splittingverfahren bereits während des Steuerjahres – und nicht erst am Ende – anwenden möchte, kann seit 2010 auch die Kombination von Steuerklasse IV und IV mit "Faktor" wählen. Dann wird das voraussichtliche Jahresbruttoeinkommen beider Partner geschätzt und die Steuer berechnet.

Ein Partner arbeitet, der andere nicht

Wenn nur ein Ehepartner arbeitet, erhält dieser automatisch die Steuerklasse III. Falls aber beide Eheleute arbeiten und einer der beiden Partner jedoch plötzlich arbeitslos wird, behalten Sie Ihre ursprünglichen Steuerklassen. Problem dabei: Falls der Besserverdiener seinen Job verliert, ist ein Wechsel der Steuerklasse nicht mehr so einfach möglich. Ansonsten können Ehepaare allerdings generell einmal pro Jahr einen Wechsel der Steuerklasse beantragen.

Tipp: Bezüge von Arbeitslosen-, Eltern-, Mutterschafts- und Krankengeld richten sich ebenfalls nach der Steuerklasse. Wer also seine Steuerklasse wechselt und dadurch etwa mehr Geld verdient, kann so auch erheblich mehr Bezüge kassieren.

Es lohnt sich also, nach der Hochzeit den gemeinsamen Ehealltag zu planen – und die Finanzen zu vergleichen. Schließlich können Sie und Ihr Partner allein durch die Veränderung der Steuerklasse viel Geld sparen – und die gemeinsame Kasse füllen.

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