Zu hohe Beiträge reduzieren

Private Krankenversicherung: Drei Tipps für den Tarifwechsel

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Zahnzusatzleistungen sollten auch beim Tarifwechsel mit drin sein, wenn Sie bereits eine Leistung im alten Vertrag waren.

Privat Krankenversicherte ärgern sich über gestiegene Beiträge. Ein Tarifwechsel lohnt sich da meist. Mit ein paar Tricks stellen Sie das geschickt an.

Einige private Krankenversicherungen haben in den letzten Monaten ihre Beiträge erhöht – sehr zum Unmut ihrer Kunden. Manche denken deshalb sogar über einen Tarifwechsel nach. Doch das ist meist schwieriger als gedacht.

Schließlich kann es passieren, dass Sie bei einer anderen Krankenversicherung genauso viel oder sogar noch mehr zahlen müssen. Und das obwohl der neue Versicherer damit lockt, dass der Kunde seine alten erworbenen Rechte weiter behalten darf. Laut Stiftung Warentest gibt es allerdings einen Weg, wie Sie die Kosten drastisch senken können.

Private Krankenversicherung - was Sie bei einem Tarifwechsel beachten müssen

Erstens, indem Sie sich frühzeitig über günstige Alternativen informieren. Dabei sollten Sie nicht nur auf den Kostenbeitrag, sondern auch auf die enthaltenen Leistungen achten. Tipp: Gehen Sie Ihren Vertrag Punkt für Punkt durch und vergleichen Sie Ihn mit dem Tarif Ihres möglichen neuen Anbieters.

Zum Beispiel sollten Sie abgleichen, ob der neue Versicherer auch Zahnersatzkosten oder Heilpraktiker-Honorare übernimmt. Aber auch der jährliche Selbstbehalt – also die Kosten, die Sie selbst zahlen müssen – sollte beachtet werden.

Am Ende haben Sie vielleicht die Möglichkeit, sogar einen besseren Vertrag als den jetzigen abschließen zu können. Falls Sie sich im Versicherungsdschungel nicht zurecht finden sollten, dann können Sie sich auch an Versicherungsmakler, Berater oder Rechtsanwälte wenden, die gegen ein Honorar beim Tarifwechsel helfen.

Ein Tarifwechsel ist schließlich auch dann sinnvoll, wenn ihre Einkünfte im Rentenalter sinken. Wer sich überlegt, einfach von der privaten wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln, hat es allerdings schwer: In der Regel ist das nämlich nicht mehr möglich.

Tarif beim selben Versicherer wechseln - und Beiträge sparen

Zweitens: Den privaten Anbieter zu wechseln, ist also eine Möglichkeit – aber es gibt noch eine weitere, um die höheren Beiträge zu umgehen. Der Trick: Sie bleiben bei Ihrem jetzigen Anbieter – doch Sie wechseln innerhalb Ihrer Versicherung in einen günstigeren, ähnlichen Tarif.

So behalten Sie Ihre bisherigen erworbenen Rechte - sowie die Rückstellungen, die der Versicherer bereits für höhere Krankheitskosten im Alter eingeplant hat. Gut zu wissen: Laut dem Versicherungsvertragsgesetz dürfen Sie rechtlich innerhalb der Tarife wechseln. Auch Leistungen, die Sie bereits im alten Vertrag erhalten haben, müssen eins zu eins so übernommen werden – ohne etwaige Risikozuschläge oder Ausschlüsse.

Doch die Beanspruchung kann mühsam werden – denn das Wechselrecht bezieht sich eben nur auf ähnliche Tarife, nicht völlig identische, wie Stiftung Warentest berichtet. Das heißt: Wenn Ihr alter Vertrag ambulante, stationäre und Zahnleistungen beinhaltet und Sie in einen anderen wechseln, dann muss der dieselben Leistungsbereiche abdecken, damit es sich lohnt.

Sozialtarife für Rentner günstiger

Falls der neue Tarif allerdings Mehrleistungen beinhaltet, darf der Versicherer Ihnen eine Gesundheitsprüfung auferlegen beziehungsweise für Erkrankungen einen Risikozuschlag verlangen oder Leistungen ausschließen. Ist Ersterer zu hoch, dann dürfen Sie sich wiederum gegen die Mehrleistungen entscheiden.

Tipp: Keine Angst vor den Gesundheitsfragen – Kunden bekommen oftmals ohne einen Risikozuschlag die besseren Konditionen. Und wenn der Versicherer einen verlangt, muss er diesen aus medizinischer Hinsicht auch begründen können.

Eine dritte Möglichkeit wären übrigens auch die Sozialtarife der privaten Krankenversicherung. So gibt es einen Basis- und einen Standardtarif, der besonders für Rentner attraktiv ist. Der Grund: Sie zahlen deutlich geringere Beiträge - aber profitieren am Ende oftmals dieselben Leistungen.

Von Jasmin Pospiech

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