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Rundfunkbeitrag: Von wegen nur Fernsehen - hier fließen die 17,50 Euro auch noch hin

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Viele Deutsche blicken nicht durch, wer wie viel Anteil vom Rundfunkbeitrag erhält.

Pro Monat müssen deutsche Haushalte 17,50 Euro Rundfunkbeitrag an den Beitragsservice entrichten. Doch neben TV-Angeboten zahlen Sie für noch viel mehr.

Krimis, Radio und Hörspiele - kaum einer weiß, dass er mit dem Rundfunkbeitrag viel mehr Angebote nutzen kann, als nur öffentlich-rechtliches Fernsehen zu schauen. Der monatliche Betrag von 17,50 Euro, den jeder Haushalt pro Monat an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio entrichtet, fließt zwar großteils in Fernsehprogramme, Radiosender und Webseiten.

Doch laut dem Online-Portal T-Online gibt es sieben weitere, weniger bekannte Dinge, die ebenfalls vom Rundfunkbeitrag getragen werden.

Das können Sie neben dem TV-und Radioprogramm für den Rundfunkbeitrag auch noch nutzen

Sage und schreibe acht Milliarden Euro soll der Beitragsservice pro Jahr einnehmen, eingezogen wird das Geld von circa 45 Millionen Beitragskonten (90 Prozent davon sind Privathaushalte). Die monatliche Beitragsgebühr wird wie folgt gesplittet:

  • 0,33 Euro gehen an die Landesrundfunkanstalten bzw. an die Aufsichtsbehörde in dem jeweiligen Bundesland, in dem man wohnt.
  • 0,48 Euro bekommt das Deutschlandradio.
  • 4,32 Euro kassiert das ZDF.
  • 12,37 Euro erhält die ARD.

Weitere Angebote des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die Sie nutzen können, sind:

Hörspiele zum kostenlosen Download

Nach Angaben der ARD und des Deutschlandradios werden etwa 300 neue Hörspiele pro Jahr produziert. Diese können nach der Ausstrahlung kostenlos in den Mediatheken oder Webseiten der diversen Landesrundfunkanstalten nachgehört oder heruntergeladen werden. Besonders interessant: Oftmals stehen dort auch Hörspiele gratis zur Verfügung, die erst später (gegen Geld) auf den Markt kommen. Zudem bietet Deutschlandradio in der Audiothek-App seit Ende 2017 zahlreiche Audio-Angebote an.

Orchester

Sinfonie- und Funkhausorchester, Big Bands und Kinderchöre: Insgesamt 24 solcher Musikgruppen gehören zum Senderverbund. Diese werden für Film-, Hörspiel- oder Musikproduktionen eingesetzt und geben zudem Konzerte im Fernsehen oder übers Radio. Außerdem treten sie auf regionalen Kulturveranstaltungen auf, gehen auf Tourneen oder geben Gastspiele. Laut T-Online soll ihr Anteil an der monatlichen Rundfunkgebühr 42 Cent betragen.

Barrierefreiheit

Sicherlich ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Oftmals wird neben (Nachrichten-)Sendungen eine Person angezeigt, die in Gebärdensprache das wiederholt, was der Moderator berichtet. So können auch Gehörlose oder schwerhörige Menschen das Gesagte verstehen. Auch bei Filmen oder Dokus werden manchmal Untertitel gesetzt, um bestimmte Geräusche oder auch Musik wiederzugeben. Zudem werden diese auch oft später in der Mediathek als Audiodeskription für blinde bzw. sehbehinderte Menschen zur Verfügung gestellt.

Senderarchive

Der Senderverbund der neun Landesrundfunkanstalten der ARD sollen insgesamt acht Archive besitzen. Zudem teilen sie sich mit dem Deutschlandradio und der Deutschen Welle das Deutsche Rundfunkarchiv. Außerdem gibt es ein gemeinsames Archiv mit der ZDF, die "Zentrale Schallplattenkatalogisierung für Musik und Musikdaten". In den Archiven werden teils historische Bild-, Film- und Tondokumente aufbewahrt sowie modernere Multimedia-Inhalte.

Filmproduktionen & Co.

Jedes Jahr gibt der Senderverbund nach eigenen Angaben 650 Millionen Euro für Filmproduktionen aus, davon gehen allein 50 Millionen Euro an Filmförderungsanstalten. Aber auch Produktionsmitarbeiter, -firmen sowie Künstler müssen bezahlt werden. Aber auch GEMA & Co. halten ihre Hand auf - und bekommen circa 27 Cent vom monatlichen Rundfunkbeitrag.

Medienforschung

Studien sind für ARD und ZDF wichtig, um langfristig auf dem Laufen über das Nutzerverhalten sowie -wünsche zu bleiben. So soll seit 1964 (!) eine Langzeitstudie zur Medienkompetenz laufen. Seit 1997 gibt es dagegen eine Untersuchung zur Onlinenutzung. Zudem veröffentlicht die ARD jedes Jahr die jährliche Hörfunkstatistik zur Radionutzung sowie eine entsprechende Fernsehstatistik. Zudem kommen regelmäßig Studien, wie Jugendliche mit Medien umgehen.

Auch interessant: Einstige "GEZ"-Gebühr Das Urteil ist gefallen - das müssen Sie jetzt über den Rundfunkbeitrag wissen.

Lesen Sie auch: Rundfunkbeitrag: Ländern fordern Erhöhung - doch die Sache hat einen Haken.

jp

Rundfunkbeitrag 2018: Höhe, Umzug und Befreiung

Auch 2018 beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro monatlich. Dieser Betrag wird von allen deutschen Haushalten an den allgemeinen Beitragsservice entrichtet. In den vergangenen Jahren war er allerdings noch höher. Im April 2015 wurde die Gebühr um 48 Cent und damit auf den jetzigen Betrag gesenkt.
Auch 2018 beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro monatlich. Dieser Betrag wird von allen deutschen Haushalten an den allgemeinen Beitragsservice entrichtet. In den vergangenen Jahren war er allerdings noch höher. Im April 2015 wurde die Gebühr um 48 Cent und damit auf den jetzigen Betrag gesenkt. © dpa
Sozial Schwächere, die einer sogenannten "besonderen wirtschaftlichen Härte" unterliegen, können sich per Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu zählen Arbeitslose, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger, Asylbewerber, Rentner, Pflegebedürftige, Taubblinde, Studenten mit Bafög-Förderung sowie Azubis. Außerdem brauchen Menschen mit einer Behinderung, die das Merkzeichen RF in ihrem Ausweis stehen haben, nur monatliche 5,83 Euro entrichten.
Sozial Schwächere, die einer sogenannten "besonderen wirtschaftlichen Härte" unterliegen, können sich per Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu zählen Arbeitslose, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger, Asylbewerber, Rentner, Pflegebedürftige, Taubblinde, Studenten mit Bafög-Förderung sowie Azubis. Außerdem brauchen Menschen mit einer Behinderung, die das Merkzeichen RF in ihrem Ausweis stehen haben, nur monatliche 5,83 Euro entrichten. © pixabay
Da der Rundfunkbeitrag für alle verpflichtend ist, braucht Sie der Beitragsservice zum Zahlen nicht auffordern. Falls Sie aber die Zahlungen auf Dauer einstellen, wird er Ihnen Mahnungen schicken. Wenn Sie auf diese nicht innerhalb von vier Wochen reagieren, wird Ihnen ein Säumniszuschlag von acht Euro auferlegt. Falls Sie diesem ebenfalls nicht nachkommen, folgt ein Festsetzungsbescheid, in dem alle offenen Zahlungen gelistet sind. Ansonsten droht der Gerichtsvollzieher - und mögliche Konto- oder Gehaltspfändungen. Im Extremfall kann es sogar zu einer Beugehaft von bis zu drei Monaten kommen.
Da der Rundfunkbeitrag für alle verpflichtend ist, braucht Sie der Beitragsservice zum Zahlen nicht auffordern. Falls Sie aber die Zahlungen auf Dauer einstellen, wird er Ihnen Mahnungen schicken. Wenn Sie auf diese nicht innerhalb von vier Wochen reagieren, wird Ihnen ein Säumniszuschlag von acht Euro auferlegt. Falls Sie diesem ebenfalls nicht nachkommen, folgt ein Festsetzungsbescheid, in dem alle offenen Zahlungen gelistet sind. Ansonsten droht der Gerichtsvollzieher - und mögliche Konto- oder Gehaltspfändungen. Im Extremfall kann es sogar zu einer Beugehaft von bis zu drei Monaten kommen. © pixabay
Doch was tun, wenn man umzieht? Dann tut es not, dass Sie sich online oder schriftliche beim allgemeinen Beitragsservice abmelden bzw. ummelden. Aber auch wenn jemand verstirbt, müssen sich die Hinterbliebenen um die Auflösung des Haushalts kümmern. Dazu gehört auch das Kündigen des Beitragskontos der Person. Dazu benötigen Sie stets die neunstellige Beitragsnummer des Kontoinhabers. Auch wer ins Ausland zieht, muss zuvor die Rundfunkgebühr über die Homepage kündigen. Diese tritt dann nach Bestätigung des Beitragsservices bis zum Ende des Monats in Kraft.
Doch was tun, wenn man umzieht? Dann tut es not, dass Sie sich online oder schriftliche beim allgemeinen Beitragsservice abmelden bzw. ummelden. Aber auch wenn jemand verstirbt, müssen sich die Hinterbliebenen um die Auflösung des Haushalts kümmern. Dazu gehört auch das Kündigen des Beitragskontos der Person. Dazu benötigen Sie stets die neunstellige Beitragsnummer des Kontoinhabers. Auch wer ins Ausland zieht, muss zuvor die Rundfunkgebühr über die Homepage kündigen. Diese tritt dann nach Bestätigung des Beitragsservices bis zum Ende des Monats in Kraft. © pixabay

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