Experten geben Tipps

Steuererklärung 2019: Was Elster wirklich bringt - und was Sie beim Sparen wissen sollten

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Haben Sie die Steuererklärung schon erledigt? Es gibt dafür Hilfen.

Für die meisten Menschen ist die Steuererklärung eine Qual. Zum Glück gibt es smarte Helfer im Zahlendschungel. Aber was bringen Elster und andere Steuerprogramme?

  • Die Steuererklärung* ist für viele Betroffene eine lästige Pflicht.
  • In welchen Fällen hilft Elster - und was ist der Unterschied zu anderen Steuerprogrammen?
  • Experten erklären Vor- und Nachteile von Steuerprogrammen.

Steuerprogramme für die Steuererklärung nutzen?

Stiftung Warentest zufolge gehen jährlich gut 23 Millionen Steuererklärungen bei den Finanzämtern ein - und davon werden 77 Prozent mit Hilfe einer Software erstellt.

Praktisch: "Digitale Steuererklärungen werden mittlerweile sogar bevorzugt behandelt", zitiert die Deutsche Presse-Agentur Jörg Geiger vom Magazin Chip". Denn die Finanzämter liefern mit Elster selbst eine Art staatlicher Gratis-Alternative zu Kauf-Steuerprogrammen. Im Prinzip sei Elster das "Papierformular online". Aber klar ist auch: Tipps zum Sparen bietet Elster nicht.

Experten empfehlen Elster daher eher für einfach gelagerte Steuerfälle, also solche ohne Kinder, Immobilien oder sogar Pflegegeld. Das Gute daran, so heißt es weiter in dem dpa-Bericht: Elster übernimmt die Daten aus dem Vorjahr. Nutzer können zudem ihre Belegen von Arbeitgebern, Krankenkassen und zum Beispiel Rentenzahlstellen* einspielen.

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Steuererklärung: Computer-Programm, App oder Browser-Anwendung

Wer sich bei Steuererklärung dagegen konkrete Tipps wünscht und Schritt für Schritt geleitet werden mag, kann ein Computer-Programm nutzen, eine App oder eine Browser-Anwendung.

Geht es mit der App sehr viel schneller? "In 30 Minuten wird es für die wenigsten getan sein“, kommt Jörg Geiger in dem dpa-Bericht zu Wort. Auch die kleine Ansicht am Smartphone ist nicht so komfortabel. Basis sei deshalb ein Chat, der Schritt für Schritt durch das Programm führte, so der Experte. Ein Fehler lasse sich häufig später nicht mehr korrigieren, spätere Ergänzungen seien nicht möglich, ohne von vorne zu starten.

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Lesen Sie hier: So viel Zeit bleibt Ihnen noch für die Steuererklärung 2019

Stiftung Warentest: Fast kein Programm rechnet hundertprozentig richtig

Die Stiftung Warentesthat für ihre Zeitschrift "Finanztest" die Angebote 14 unterschiedlicher Steuerprogramme untersucht - vom Download bis zur App. Nur drei Angebote hätten dabei mit der Note "gut" abgeschnitten (Ausgabe 5/2019).

Was den Testern gefiel, waren demnach die Chats und die Einfachheit mancher Browser- oder Smartphone-Anwendungen, allerdings nicht die Berechnungen. In dem dpa-Bericht kommt dazu auch Projektleiter bei Stiftung Warentest, Stefan Fischer, zu Wort: Die Programme hätten zum Teil eklatante Fehler gemacht. Das gilt aber nicht nur für Apps. Das Ergebnis von "Finanztest": Selbst die Testsieger rechnen nicht hundertprozentig richtig."

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Steuererklärung: Komplizierte Fälle sind eher etwas für den Steuerberater

Insgesamt würden die Unterschiede zwischen Desktop- und Browserversion immer kleiner, wird zudem Dorothee Wiegand vom "c't"-Fachmagazin in dem Bericht zitiert. Noch hätten zwar Desktop-Programme einen Vorsprung, die Webdienste deckten jedoch immer mehr Fälle ab. Beide bieten demnach ähnlich wie Elster an, Daten der Finanzämter abzufragen und einzuspielen - wofür Anwender allerdings einem Anbieter treu bleiben müssen. Das spare Zeit, vermeide Zahlendreher und jede Menge Ärger, so die Expertin.

Bei aller Hilfe, die die Programme bieten, werde es etwa bei Patchwork-Familien mit unterschiedlichen Konstellationen von Unterhalt, Betreuungs- und Kindergeld besonders schwierig. Experten sind sich einig: Je komplizierter der Steuerfall, desto eher sei das ein Fall für den Steuerberater.

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Steuererklärung 2019 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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