Fahrtkosten absetzen

Sie fahren mit dem Auto oder Zug zur Arbeit? So holen Sie sich tausende Euro vom Fiskus zurück

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Wer zur Arbeit pendelt, kann die Fahrtkosten bei der Steuer absetzen.

Umzug, pendeln oder gar doppelte Haushaltsführung? Je nachdem, für welches Modell Sie sich entscheiden, profitieren Sie von satten Steuervorteilen. Was besonders lukrativ ist, hier.

In Zeiten der Globalisierung wird von vielen Arbeitnehmern erwartet, für den Job auch mal weitere Weg in Kauf zu nehmen oder gar in eine fremde Stadt zu ziehen. Während sich die anderen eine neue Bleibe suchen, wollen andere lieber pendeln. Paare entscheiden sich auch schon mal für zwei Wohnungen und sehen sich dann meist nur am Wochenende.

Steuererklärung: So setzen Sie Ihre Fahrtkosten zur Arbeit ab - und sahnen kräftig ab

Laut Studien sollen rund zwei Drittel der Berufstätigen in Deutschland bereits bis zu fünf Mal in ihrem Arbeitsleben umgezogen sein. Jeder Zweite pendelt sogar täglich zur Arbeit und mehr als 1,2 Millionen Steuerzahler unterhalten eine zweite Wohnung an ihrem Arbeitsort.

Doch was viele nicht wissen: Die Fahrtkosten können Sie von der Steuer absetzen! Wie sehr Sie allerdings von den Steuervorteilen profitieren, hängt oft ab vom Modell, das Sie wählen.

Umzug an den Arbeitsort

Haben Sie sich dazu entschlossen, für den Job in eine neue Stadt umzuziehen, zeigt sich der Fiskus oftmals besonders spendabel. Besonders dann, wenn noch ein Partner und/oder Kinder mit im Spiel sind. Zuvor war es nur möglich, die Umzugskosten in der Steuererklärung geltend zu machen, wenn Arbeitnehmer so die tägliche Fahrzeit zum Arbeitsort um mindestens eine Stunde verkürzen konnten.

Auch interessant: Student läuft 32 Kilometer zur Arbeit - und ahnt nicht, was er damit auslöst.

Doch laut einem neuen Urteil entschieden die Richter des Finanzgerichts Baden-Württemberg das Steuerzahler schon mal bis zu 5.400 Euro zurückerhalten - auch wenn sich die Fahrzeit nur um 46 Minuten reduziert hat. Vor allem dann, wenn der Arbeitgeber selbst am Umzug des Mitarbeiters profitiert, da dieser künftig viel besser verfügbar ist.

Das gilt übrigens auch, wenn der Arbeitnehmer von einer Dienstwohnung in eine andere Dienstwohnung wechselt - oder aber auch einen doppelten Haushalt auflöst und in eine Wohnung näher am Arbeitsort zieht. Das Interessante daran: Neben einer Umzugskostenpauschale erhalten Sie oftmals Aufwandsentschädigungen für zum Beispiel Fahrtkosten zur Wohnungsbesichtigung oder Maklerkosten.

Doppelter Haushalt

Sind Sie unter der Woche in einer Wohnung an Ihrem Arbeitsort untergebracht - und pendeln am Wochenende heim zu Ihrer Familie? Dann haben Sie die Möglichkeit, für Wohnung, Haus, Hotel- oder Pensionszimmer ebenfalls Fahrt- und Umzugskosten sowie Verpflegungspauschalen abzusetzen.

Darüber hinaus können Sie auch die Miete inklusive Betriebs- und Nebenkosten bei der Steuererklärung geltend machen. Weitere Aufwendungen wie zum Beispiel Möbel oder Haushaltsartikel sind zusätzlich als Werbungskosten absetzbar.

Pendeln mit Auto oder Zug

Auch wenn Sie "nur" in die Arbeit pendeln, können Sie von Steuervorteilen profitieren. Hier gilt: Je länger der Arbeitswerk, desto mehr Geld bekommen Sie vom Fiskus zurück. Wer also an 230 Tagen im Jahr 15 Kilometer mit dem Auto zum Arbeitsort fährt, erhält so schon eine Pauschale in Höhe von 1.035 Euro, bei 200 Kilometern sind es sogar schon 13.800 Euro. Aber auch wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in einer Fahrgemeinschaft pendeln, ist es ratsam, die Kosten beim Finanzamt anzugeben.

Lesen Sie auch: Steuererklärung 2018: Diese Sonderausgaben sollten Sie unbedingt geltend machen.

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jp

Steuererklärung 2018 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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