Beruflicher Umzug

Steuererklärung: So können Sie Umzugskosten absetzen und viel Geld zurückbekommen

Wer seine Steuererklärung schreibt, kann oft ungeahnte Kosten absetzen.
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Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann die Kosten in der Steuererklärung angeben.

Ein Umzug kann ungeahnte Kosten verursachen. Was viele aber nicht wissen: Ihre Ausgaben können Sie in einem bestimmten Fall von der Steuer absetzen.

Ja, es ist ein unangenehmes Thema: Kaum jemand kümmert sich gerne um die eigene Steuererklärung*. Einige sind sich unsicher, welche Angaben in welches Feld gehören, andere haben keine konkrete Vorstellung, was sie überhaupt von der Steuer absetzen können.

Sie gehören zu letzterer Personengruppe? Dann haben wir einen kleinen Tipp: Auch Umzugskosten können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben. Dafür muss aber eine bestimmte Voraussetzung erfüllt sein.

Umzugskosten von der Steuer absetzen: Das sollten Sie beachten

Umzugskosten können Sie nur unter einer Bedingung von der Steuer absetzen: Der Wechsel des Standorts muss aus beruflichen Gründen erfolgen. Wie Finanztip erklärt, betrachtet das Finanzamt folgende Umzüge als beruflich bedingt:

  • Ihr Weg zur Arbeit und zurück hat sich um jeweils mindestes 30 Minuten verkürzt.
  • Sie haben den Wohnort gewechselt, um Ihre erste Stelle in einer ganz neuen Stadt anzutreten.
  • Ihre Firma zieht um und Sie müssen deshalb eine neue Bleibe suchen.
  • Ihre Arbeitsbedingungen verbessern sich durch einen Umzug (Finanzamt akzeptiert diese Begründung nur in Einzelfällen).
  • Sie haben nach einem längeren Auslandsaufenthalt eine Stelle in Deutschland angenommen und mussten deshalb in eine neue Wohnung ziehen.

Als Werbungskosten können Sie in der Steuererklärung anschließend folgende Ausgaben angeben:

  • Fahrten zu Wohnbesichtigungen (jeweils 30 Cent pro Kilometer)
  • Maklergebühren, allerdings nur für Mietimmobilien
  • doppelte Mietzahlungen (für maximal sechs Monate) und drei Monatsmieten der neuen Wohnung (maximal drei)
  • Transportkosten und Reparaturen von Schäden durch den Transport
  • Kosten für einen Herd (bis 230 Euro) oder einen Ofen (bis 164 Euro)

Wichtig ist in diesem Fall, dass Sie alle Kosten belegen können. Heben Sie sich Rechnungen und andere Nachweise also gut auf.

Die Elster-Alternative für die Steuererklärung

Wer mit Elster nicht viel anfangen kann und sich generell bei der Steuererklärung schwertut, kann auf die Steuersoftware SteuerSparErklärung 2020 (werblicher Link) zurückgreifen. Mit hilfreichen Erläuterungen können Sie so ganz leicht Ihre Steuererklärungen erstellen.

Lesen Sie auch: Steuererklärung - Diese Sonderausgaben sollten Sie jetzt geltend machen.

Umzugskosten in der Steuererklärung: Setzen Sie eine Pauschale für weitere Ausgaben an

Für jegliche weitere Ausgaben im Rahmen eines Umzugs können Sie eine Pauschale ansetzen. Diese liegt seit 2020 bei 820 Euro für Singles und 1639 Euro für Partner. Zusätzliche 361 Euro kommen pro Kind oder pro weitere Angehörige, mit denen Sie zusammenleben, dazu. Um von dieser Pauschale zu profitieren, müssen Sie allerdings frühestens am 1. März 2020 umgezogen sein, erklärt unter anderem T-Online. Die Pauschale erhöht sich um 50 Prozent, falls Sie in den nächsten fünf Jahren noch einmal aus beruflichen Gründen Ihren Wohnort wechseln. (soa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mehr erfahren: Steuererklärung 2020 - Diese Kosten können Sie als Rentner absetzen.

Video: Steuererklärung: Diese Auswirkungen haben Corona und Homeoffice

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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