Dubiose Fußball-Zweitbörsen

Stiftung Warentest: So werden Sie bei Fußballtickets abgezockt

+
Wer noch Tickets für ein Fußballspiel ergattern möchte, muss schnell sein - oder stöbert auf einer der Online-Börsen. Doch die können für ein böses Erwachen sorgen.

Tickets für Fußball-Spiele sind heiß begehrt – viele Fans gehen oft leer aus. Im Internet gehen sie auf Suche – und erleben laut Finanztest böse Überraschungen.

Stammplätze, Fanclubs und Firmentickets – für Normalsterbliche Fußballfans scheint es fast unmöglich, eines der begehrten Tickets zu ergattern. Meist sind die in Windeseile ausverkauft – oder Fans müssen sie bereits Monate vorher reservieren oder bestellen.

Manchmal stellt sich sogar manch ein verzweifelter Fußballanhänger vor das Stadion und sucht noch nach Last-Minute-Tickets. Andere wiederum stöbern im Internet und stoßen dabei auf fragwürdige Seiten, die Tickets zum Kauf und Verkauf anbieten. "Finanztest" von Stiftung Warentest hat im Heft 7/2017 die Online-Ticketbörsen kurz vor dem DFB-Pokalfinale unter die Lupe genommen.

Online-Ticketbörsen laut Finanztest: Seriöse Anbieter - oder dubiose Abzocker?

Auf Ebay sowie Viagogo oder Stubhub werden Karten aus privater Hand angeboten. Das Ergebnis des Verbrauchermagazins fällt allerdings ernüchternd aus. Viele Kunden würden mit besonderen oder schnell ausverkauften Schnäppchen angelockt – und am Ende müssten sie draufzahlen. Einzelne Karten sollen hier schon mal bis zu 4.500 Euro kosten. Ob das mit rechten Dingen zugeht?

Wenige Tage vor dem Spiel machte Finanztest dann noch einmal die Probe auf Viagogo – und siehe da: Plötzlich war der Preis auf schlappe 400 Euro gefallen. Das harte Urteil des Verbrauchermagazins: Ticket-Zweitmärkte sind daher nur reine "Bauernfängerei 2.0". Zum Ärger geprellter Kunden.

Geprellte Kunden: So werden Ticketkäufer laut Finanztest an der Nase herumgeführt

In Internetforen lassen sie ihrem Unmut freien Lauf. So beschwert sich angeblich User Turtle155, "erst abgezockt, dann keine Karten" erhalten zu haben. Und auch User Isacaro gesteht: "Bin auch reingefallen, habe Tickets für 96,00 Euro bestellt (zwei Stück), erhalten habe ich Tickets für 35,00 Euro!!!"

Sie sollen laut Finanztest keine Ausnahmen bilden: So haben angeblich bereits mehrere Fußballfans zu spät gemerkt, dass sie für die Karten viel zu viel bezahlt haben, als sie sie bereits in Händen hielten. Der Grund dafür: Da die Tickets von privat verkauft werden, bestimmen auch diese den Preis nach Gutdünken. Viagogo & Co. dienen hier schließlich nur als Marktplatz.

Finanztest gibt Tipps: So gelangen Sie an Fußball-Tickets von seriösen Anbietern

Sie erheben allerdings für die Abwicklung Versandkosten und Bearbeitungsgebühren. Und letztere sind nicht zu knapp – und sollen laut Magazin bei mehr als 20 Euro pro Karte liegen. Zudem dauert der Versand angeblich bis zu mehreren Wochen – eine Stornierung oder ein Widerruf sind fast nicht möglich. Stattdessen kann es passieren, dass der Zweithändler auf eine Kontaktaufnahme erst gar nicht reagiert – und der Kunde am Ende sein Geld verliert.

Tipp von Finanztest: Stöbern Sie lieber auf den Homepages der Fußballmannschaften. Diese betreiben oftmals eigene offizielle Zweitmarktbörsen, auf denen sie selbst Karten weiterverkaufen oder von seriösen Privaten kaufen können.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie noch an Tickets speziell für die Spiele des FC Bayern gelangen.

Auch interessant: Hier gehen die Stars des FC Bayern in München feiern und essen.

Von Jasmin Pospiech

Abgezockt: Die schlimmsten Fälle der Verbraucherzentrale

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.