In manchen Fällen gibt es Geld zurück

Fünf-Tage-Streik bei der Deutschen Bahn ab heute: Ticket-Rückgabe für Fahrgäste möglich?

Lokführer-Streik im Personenverkehr - Bayern
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Erneut dürften viele Züge ausfallen.

Bahnreisende müssen angesichts des Streiks ab diesem Donnerstag befürchten, nicht ans Ziel zu kommen. Welche Optionen Sie als Fahrgast jetzt noch haben.

Schon wieder droht ein Bahn-Streik*, den Zugverkehr lahmzulegen. Die GDL hat zum Arbeitskampf aufgerufen, der Personenverkehr ist seit dem frühen Donnerstagmorgen (2. September) betroffen. Der Streik soll im Personenverkehr soll fünf Tage dauern.

Bei Bahnstreik: Ticket-Rückgabe möglich - so funktioniert‘s

Reisende haben mehrere Möglichkeiten - auch die Ticket-Rückgabe. So kann man sich, sollte man die Fahrt im Streikzeitraum aus welchem Grund auch immer nicht antreten wollen, das Ticket kostenfrei erstatten lassen. Dies gilt ausdrücklich auch für Verbindungen, die verfügbar wären, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Für online oder in der App gekaufte Tickets muss dafür ein Kulanzformular auf der DB-Webseite ausgefüllt werden. Aufgepasst: Fahrkarten, die am Schalter gekauft wurden, können auch nur dort zurückgegeben werden. Tipp: Die Reklamation sollte man nicht allzu lange aufschieben.

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Bahn-Streik: So viel Geld gibt es bei Verspätung zurück

In welchen Fällen gibt es Geld zurück? „Wenn Sie wegen eines Bahnstreiks nicht pünktlich an Ihrem Ziel ankommen, können Sie je nach Verspätung einen Teil des Fahrpreises oder sogar den kompletten Fahrpreis zurück bekommen“, informierte die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite bereits beim vergangenen Streik. Das regele die EU-Fahrgastverordnung.

Die Höhe der Entschädigung richtet sich dabei nach der Länge der Verzögerung. „Kommen Fahrgäste mindestens 60 Minuten später als geplant an, haben sie Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent“, kommt Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf in dem dpa-Bericht zu Wort. Die Ansprüche kann man laut dpa mit dem Fahrgastrechte-Formular online, im Zug oder in einem DB-Büro geltend machen.

Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten müsse die Bahngesellschaft Betroffenen zudem kostenlos Erfrischungen und Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anbieten, heißt es auf verbraucherzentrale.de, sofern sie im Zug oder im Bahnhof verfügbar oder lieferbar seien. Tipp der Verbraucherzentrale: „Gibt es von dem Unternehmen nichts und kaufen Sie auf eigene Faust etwas ein, bewahren Sie auch diese Rechnungen auf.“

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Verbraucherzentrale rät: Zug-Verspätungen dokumentieren

Die Verbraucherzentrale rät zudem, die Belege von Verspätungen oder Zugausfallen gleich an Ort und Stelle zu sammeln: Entweder könne man sich Verspätungen von DB-Mitarbeitern am Bahnhof bescheinigen lassen. Das könne allerdings mühselig sein, wenn bei einem Streik Tausende Passagiere an einem Bahnhof gestrandet seien. Oder man könne sonst auch Fotos von den Anzeigetafeln machen, auf denen die Verspätung oder der Zugausfall zu sehen sind, so der Rat der Verbraucherschützer. Oder Screenshots von einer entsprechenden Information in der DB-App oder auf der Internetseite des Eisenbahnunternehmens.

Zug-Verbindung fährt nicht: Können Fahrgäste umsteigen?

Für den Fernverkehr gilt dpa zufolge: Fährt der Zug nicht, für den das Ticket gilt, können Fahrgäste auf eine andere Verbindung ausweichen. Auch höherwertige Züge - also zum Beispiel ICE statt IC - könnten dann genutzt werden. Die Zugbindung sei aufgehoben. Bereits gebuchte Tickets für den Streikzeitraum vom 2. bis einschließlich 7. September könnten an einem anderen Tag genutzt werden. Sie seien den Bahnangaben zufolge vom 30. August bis einschließlich 17. September gültig.

Diese Regelungen gelten laut dpa beim Nahverkehr: Wenn sich bei Verbindungen eine mindestens 20-minütige Verspätung abzeichnet, könnten Fahrgäste Züge des Fernverkehrs ohne Aufpreis nutzen. Bevor Fahrgäste in einen Fernverkehrszug einsteigen, müssten sie aber ein gültiges Ticket lösen, schreibt dpa. Die Kosten dafür könnten sie sich später von der Bahn erstatten lassen. Das gelte aber nur dann, wenn die ursprüngliche Route nicht länger als 50 Kilometer sei oder nicht länger als eine Stunde dauere. Auch bei einer erheblich ermäßigten Fahrkarte - also beispielsweise einem Länder- oder Semesterticket - gelte diese Regelung nicht.

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Mögliche Alternativen, wenn der Zug nicht fährt

Auch auf Ersatz-Verkehrsmittel kann beziehungsweise muss man schlechtenfalls ausweichen. Hier die Vor- und Nachteile:

  • Andere Bahnen nutzen, die nicht bestreikt werden: In München zum Beispiel wird die U-Bahn auch diesmal nicht bestreikt, wohl aber die S-Bahnen. Insgesamt dürfte es im Öffentlichen Nahverkehr natürlich voller werden.
  • Fernbus: Für viele Reisende sei der Fernbus eine naheliegende Variante, berichtet dpa. In Streikzeiten verzeichne Marktführer Flixbus deutlich steigende Nachfragen. Tipp: Reisende sollten schnell sein. Denn die Preise dürften steigen, je näher der Reisetag rückt.
  • Mietwagen: Auch die Zahl der Mietwagen-Buchungen nehme im Streikzeitraum tendenziell zu. Damit würden die Kapazitäten knapper - was sich auch bei den Preisen bemerkbar machen dürfte.
  • Taxi/Uber: Je nach Entfernung zum Ziel könne ein Umstieg ins Taxi sinnvoll sein. Spontan eins zu bekommen, dürfte entsprechend schwieriger sein als zu Zeiten, in denen nicht gestreikt wird.
  • Flugzeug: Wer kurzfristig auf das Flugzeug ausweichen will, muss dafür gegebenenfalls tiefer in die Tasche greifen.
  • Eigenes Auto: Was bleibt, ist das eigene Auto. Bahnstreikbedingt dürfte es gerade im Berufsverkehr allerdings auf den Straßen voller werden. Wer diese Option wählt, muss deshalb ebenfalls deutlich mehr Zeit einplanen und sollte im Fall möglicher Verspätungen auch hier unbedingt den Arbeitgeber informieren.

Auch diesmal dürfte der Bahnstreik wieder Millionen Fahrgäste treffen, darunter viele Urlaubsreisende. Besonders bitter: Diesmal betrifft es auch das Wochenende. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein. © pixabay
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire. © pixabay
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert. © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc. © pixabay
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay

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