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Tabus im Vorstellungsgespräch: Fünf Fehler, die Bewerber um den Job bringen können

In Vorstellungsgesprächen lauern so manche Tabus, die Bewerber lieber nicht brechen sollten. Der Traumjob ist sonst schneller dahin, als ihnen lieb ist.

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch* haben Sie sehnlichst erwartet – jetzt heißt es bloß nichts falsch machen! In Jobinterviews lauern so manche Stolperfallen und Tabus, die Bewerber tunlichst vermeiden sollten.

1. Zu spät kommen

Ein unvorhergesehener Stau, die U-Bahn fällt aus – und der Eingang zum Firmengebäude ist auch unauffindbar. Und schon haben wir den Salat: Sie kommen zu spät! Unpünktlichkeit kann Bewerber schnell ins Aus manövrieren. Arbeitgeber legen schließlich wert darauf, dass Mitarbeiter ihre Termine einhalten und sich gut organisieren können. Planen Sie also lieber ein bisschen Pufferzeit für die Anreise ein. Wer bereits 15 Minuten vor dem Termin ankommt, ist zudem entspannt statt abgehetzt und kann sich voll und ganz aufs Jobinterview fokussieren.

2. Unvorbereitet ins Gespräch gehen

91 Prozent der Arbeitgeber fragen Bewerber nach den Gründen für ihre Bewerbung, fast 70 Prozent testen Wissen über die Firma. Zu dem Ergebnis kommt eine Umfrage von Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Universität Osnabrück, der 200 Unternehmen nach ihren Einstellungsroutinen befragte. „Das sollte man vorbereiten“, sagt der Wirtschaftspsychologe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Gleiche gelte auch für Fragen nach den eigenen Stärken und Schwächen*: „Niemand will sehen, dass der Bewerber sich dazu erst im Gespräch tiefschürfende Gedanken macht.“ Übrigens, so finden Sie heraus, was Ihre Stärken und Schwächen sind.

3. Unaufmerksam sein

Der Personaler erzählt Ihnen ausschweifend vom Unternehmen, über das Sie dank bester Vorbereitung natürlich das meiste schon wissen. Seine Gedanken einfach so schweifen zu lassen und lustlos in sich zusammenzufallen, ist im Bewerbungsgespräch jedoch ein absolutes Tabu. Stattdessen sollten Bewerber stets interessiert zuhören, den gegenüber anschauen, lächeln und immer mal wieder freundlich nicken. Das hinterlässt einen positiven Eindruck, der für eine Jobzusage das Zünglein an der Waage sein kann: „Die Eignung ist meist weniger wichtig als das Gefallen“, meint Kanning weiter, „Die Entscheidung hängt davon ab, wie der Interviewer sich mit dem Bewerber fühlt.“

Im Vorstellungsgespräch hinterlassen Bewerber, die Tabus brechen, einen schlechten Eindruck.

4. Schlecht über den Ex-Arbeitgeber reden

Gründe, den Job zu wechseln, gibt es für Bewerber viele. Wer sich mit seinem alten Chef oder Kollegen überworfen hat, der sollte jedoch tunlichst vermeiden, über diese zu lästern. „Dahinter steckt die alltagspsychologische Annahme, dass es sich nicht um einen loyalen Mitarbeiter handelt“, erklärt Professor Kanning weiter. Manche Personaler versuchen sogar mit geschickten Fragestellungen, mögliche Konflikte am bisherigen Arbeitsplatz den Kandidaten zu entlocken. Statt über den Ex-Arbeitgeber herzuziehen, sollten Sie aber lieber sachlich bleiben und andere Argumente für den Jobwechsel vorbringen, wie eine berufliche Weiterentwicklung.

5. Vertrauliche Daten preisgeben

Und auch dieser Fauxpax gehört laut Karriere-Experten zu den absoluten Tabus im Vorstellungsgespräch: Vertrauliche Daten preisgeben. Achten Sie beispielsweise darauf, bei Arbeitsproben keine vertraulichen Unterlagen zu präsentieren oder Kundennamen preiszugeben – außer dieser hat es ausdrücklich erlaubt. Offizielle Referenzen sind hingegen kein Problem und zeigen, welchen Mehrwert man dem neuen Unternehmen zu bieten hat. (as)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema: Diese verzwickte Bewerbungsfrage sollten Sie im Vorstellungsgespräch unbedingt stellen.

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Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © fkn
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © fkn
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © fkn
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © fkn
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © fkn
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. © fkn
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © fkn
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © fkn
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © fkn
Aufstützen
Den Kopf aufstützen: Hier könnte man meinen, Ihr Kopf sei zu schwer, so dass sie ihn nicht von allein gerade halten können. Davon sollten Sie absehen. © fkn

Rubriklistenbild: © AndreyPopov/imago-images

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