Auszahlung im November

Weihnachtsgeld trotz Corona-Krise? Welche Arbeitnehmer jetzt Geld bekommen

Kurz vor Weihnachten spendieren viele Firmen ihren Mitarbeitern einen Corona-Bonus.
+
Längst nicht alle Beschäftigten können sich über Weihnachtsgeld freuen.

In einigen Firmen wird mit dem Novembergehalt das Weihnachtsgeld ausgezahlt. Vor allem eine Gruppe unter den Beschäftigten profitiert, wie die Zahlen für dieses Jahr zeigen.

Weihnachtsgeld* erhalten längst nicht alle Beschäftigten. Denn einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es nicht. Allerdings kann sich aus dem Arbeits- oder Tarifvertrag gegebenenfalls ein Anspruch ergeben. Mehr darüber, ob und in welchen Fällen Beschäftigte Recht auf Weihnachtsgeld haben, erfahren Sie hier. Es gibt zudem eine große Zahl von Betrieben, die ihre Zahlungen an Tarifverträgen orientieren, ohne aber verbindlich daran gebunden zu sein.

Weihnachtsgeld trotz Coronakrise?

Vor allem Tarifbeschäftigte können sich in diesem Jahr über Weihnachtsgeld freuen, wie die Zahlen zeigen, unabhängig von der Coronakrise: 87,2 Prozent aller Tarifbeschäftigten haben in diesem Jahr Anspruch auf eine entsprechende Sonderzahlung zum Jahresende, wie das Statistische Bundesamt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge berichtete. Die Zahlung beträgt im Schnitt 2.677 Euro, was eine Steigerung um 1,9 Prozent seit dem Vorjahr darstellt.

Im Westen ist das durchschnittliche Weihnachtsgeld demnach mit 2.695 Euro rund 5,5 Prozent höher als im Osten, wo 2.554 Euro gezahlt werden. Dafür haben dort anteilig etwas mehr Tarifbeschäftigte (88 Prozent) einen Anspruch als im Westen (87 Prozent).

Lesen Sie auch: Bekommt man in der Elternzeit Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber? Das sollten Sie jetzt wissen

Weihnachtsgeld - Unterschiede je nach Tarifvertrag und Branche

Da die Zahlungen in den jeweiligen Tarifverträgen vereinbart sind, fallen sie äußerst unterschiedlich aus. Sie reichen in den untersuchten Vereinbarungen von 5.651 Euro (Kokerei und Mineralölverarbeitung) bis zum niedrigsten Wert von 301 Euro, den Leiharbeiter im Schnitt erhalten. Auch im Gastgewerbe werde mit durchschnittlich 861 vergleichsweise wenig Weihnachtsgeld gezahlt. Hohe Weihnachtsgelder sind auch bei der Energieversorgung (5.171 Euro) und in der Chemie-Industrie (5.369 Euro) vereinbart, heißt es weiter in dem dpa-Bericht.

Auch interessant: Sie verdienen unter 50.000 Euro jährlich und sind damit zufrieden? Dann zählen Sie nicht zur Mehrheit der Deutschen

Tarifverträge gelten aber längst nicht für alle Arbeitnehmer in Deutschland. 47 Prozent der westdeutschen und 57 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten 2020 in Betrieben, in denen es keinen Tarifvertrag gab, hatte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Mai festgestellt, wie dpa weiter schildert.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Ohne Tarifvertrag sinken die Chancen auf fest vereinbarte Sonderzahlungen: Laut einer Untersuchung des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs hatte im vergangenen Jahr nur rund die Hälfte der Arbeitnehmer einen Anspruch. „Ein Tarifvertrag ist der beste Garant dafür, Weihnachts- oder Urlaubsgeld zu erhalten. Wir wissen aus regelmäßigen Befragungen, dass Beschäftigte mit Tarifvertrag solche Sonderzahlungen etwa doppelt so häufig bekommen wie Beschäftigte, die nicht nach Tarif bezahlt werden“, sagte WSI-Leiter Thorsten Schulten dpa zufolge. (ahu) *Merkur ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.