So werden Sie reich

Sieben Tipps vom größten Milliardär der Welt

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Jakob Fugger war der reichste Mann seiner Zeit. Seine Geschäftstricks gelten sogar noch heute.

Der reichste Mann der Welt war wohl ein Deutscher. Und erstaunlicherweise sind seine Tipps 500 Jahre danach noch immer genauso brandaktuell wie damals.

Im 15. Jahrhundert galt er als der einflussreichste und vermögendste Bankier Europas: Jakob Fugger aus dem beschaulichen Augsburg schaffte es, ein riesiges Vermögen anzuhäufen. Der Geschäftsmann soll sogar nach heutigen Standards etwa 365 Milliarden Euro besessen haben, wie das Finanzportal "Marketwatch" berichtet. Und hat zudem mit seinem innovativen Geschäftsgeist die damalige Wirtschaft revolutioniert und Könige und Päpste finanziell unterstützt.

Auch heute noch - 500 Jahre später - werden seine Business-Ideen und Überzeugungen umgesetzt. Seine Vorgehensweise, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, decken sich auf erstaunliche Weise mit den Tipps vieler Finanzmogule unserer heutigen Zeit. Hier erfahren Sie sieben wertvolle Ratschläge, wie Sie reich werden können.

Tipp Nummer Eins: Investiere in/trotz Krisenzeiten

Laut dem Finanzportal dachte Fugger voraus und nahm dabei auch Risiken in Kauf. Dadurch konnte er zwei große Deals absahnen, die ihn richtig reich machten.

Im ersten Fall finanzierte er Herzog Siegmund von Tirol, als dieser im Clinch mit Venedig lag. Dieses hatte nämlich vor, das kleine Herzogtum zu übernehmen. Um sich auszulösen, benötigte Siegmund Geld. Doch die Banken zu dieser Zeit weigerten sich. Fugger ergriff die Gunst der Stunde und sprang ein. Er sammelte Geld von Sponsoren wie Familienmitglieder und Freunden ein und half dem Herzog aus der Patsche. Als Dank schenkte dieser ihm im Gegenzug die Nutzungsrechte auf eine Silbermine.

Als zweites investierte Fugger angeblich in Kupferminen in Ungarn. Zu dieser Zeit befürchteten aber viele, dass die Türken ins Land einmarschieren könnten und ließen lieber die Finger von den Minen. So gelang ihm neben dem lukrativen Silber- auch der Einstieg ins Kupfergeschäft. Die Türken marschierten zwar ein – aber erst, als Fugger schon gestorben war. Und noch heute gilt an der Börse der Spruch, nach dem man erst recht Aktien kaufen sollte, wenn Verluste drohen könnten.

Tipp Nummer Zwei: Sei unentbehrlich für deine Geschäftspartner

Fugger war reich – aber er hatte auch seine Finger und besonders seine Ohren überall drin. Das heißt, wenn es einem seiner adligen "Freunde" finanziell schlecht ging, war er sofort zu Stelle - und half ihnen mit einem Darlehen aus. Zwar war er wegen seiner strengen Geschäftspraktiken unbeliebt – aber dennoch kamen sie alle zu ihm, wenn sie schnell Geld benötigten.

Tipp Nummer Drei: Wisse immer über alle Geschäfte Bescheid

Wissen ist Macht – dieses Sprichwort war schon vor 500 Jahren Gold wert. Und Jakob Fugger wusste bereits damals, wie wichtig die richtigen Informationen fürs Geschäft sind. Angeblich soll er laut "Marketwatch" immer darüber Bescheid gewusst haben, wie es auf dem Markt gerade aussieht.

Er soll sogar den ersten Nachrichtendienst der Welt gegründet haben, um so vor Konkurrenten die wichtigsten Meldungen zu erhalten. So wusste er über alles Bescheid – und vermied dadurch finanzielle Einbußen.

So erfuhr er zum Beispiel über seine Spione in England, dass Heinrich VII. nie Schiffe - beladen mit Gold - an Kaiser Maximilian geschickt hatte. Doch das hatte letzterer behauptet – im Gegenzug sollte er Heinrich im Kampf gegen die Franzosen unterstützen. Doch die Schiffe waren nie losgesegelt.

Tipp Nummer Vier: Kenne deine Geschäftszahlen

Buchführung ist für viele ein leidiges Thema – doch wer ein florierendes Geschäft führen möchte, der muss auch seine (roten) und schwarzen Zahlen kennen. Angeblich erfanden die Italiener laut dem Finanzportal die doppelte Buchführung.

Und da Fugger über alles im Bilde war, kannte er das System aus Venedig und soll es auch als erster diesseits genutzt haben. Zudem soll er laut „Marketwatch“ ebenfalls der erste gewesen sein, der Prüfer in seine Minen und sonstige Geschäfte schickte, um stets über alles informiert zu sein.

Tipp Nummer Fünf: Bilde dich permanent weiter

Doch Jakob Fugger wollte sich nicht nur auf seinen goldenen Lorbeeren ausruhen – sondern sich stets weiterbilden, um nicht den Anschluss in Sachen Handel & Co. zu verlieren. Deshalb war der Geschäftsmann auch einige Jahre in der damaligen Wirtschaftshauptstadt Venedig. Dort studierte er die Märkte und lernte schnell wichtige Leute seines Business kennen, von denen er später profitieren konnte.

Tipp Nummer Sechs: Präsentiere dich stets gelassen

Da Fugger den Großteil seines Geldes in seine Minen gesteckt hatte, hatte er bald finanzielle Probleme. Flüssiges Geld besaß er nämlich kaum. Deshalb kam er in die Bredouille, als ein österreichischer Bischof bei ihm eine große Geldsumme hinterlegt hatte. Als dieser starb, verlangte der Papst sofort das Geld zurück.

Doch Fugger konnte ihn nicht auszahlen. Da er aber wusste, dass eine öffentliche Pleite eine Blamage bei seinen Partnern und schlecht für sein Image wäre, zeigte er sich spendabel und zahlte das Geld zurück. Allerdings nicht, ohne vorher einen Deal auszuhandeln, der ihn nicht bankrott gehen ließ.

Tipp Nummer Sieben: Gib stets etwas an andere zurück

Auch wenn der Markt bereits vor 500 Jahren sehr hart umkämpft war und Jakob Fugger letztendlich sehr reich machte, vergaß er nicht seine Wurzeln. So gilt er als Gründer der Fuggerei in seiner Heimatstadt Augsburg, der ersten Sozialwohnungs-Siedlung der Welt.

Als strenger Christ nahm er seine Pflicht der Nächstenliebe sehr ernst und schenkte den Armen ein Dach über dem Kopf. Noch heute gibt es die Fuggerei – sie ist gut erhalten und bietet für viele noch immer zu günstigen Preisen im Alter eine Zufluchtsstätte.

Von Jasmin Pospiech

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