Angestellt, Selbstständig, Firmen

Wussten Sie's? Mit diesen Steuer-Tipps sparen Sie viel Geld

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Wer bei der nächsten Steuererklärung sparen möchte, sollte auch kleinste Ausgaben angeben.

Wer seine Steuererklärung machen muss, steht meist vor einem großen Fragezeichen. Egal, ob als Angestellter oder Firmeninhaber. Hier die wichtigsten Fakten.

Um bei der nächsten Steuererklärung Geld vom Fiskus zurückzubekommen, müssen Sie einiges beachten.

Wie Arbeitnehmer, Selbstständige und Unternehmen ihre Kosten senken können, erklärt hier der Steuerexperte und Geschäftsführer vom Online-Buchhaltungstool Billomat Paul-Alexander Thies.

Für Arbeitnehmer: Vergünstigungen bei Arbeitsweg und - kleidung

Grundsätzlich gilt: Wer Kosten steuerlich geltend machen möchte, kommt um die Erstellung seiner Steuerklärung nicht herum. Nur auf diesem Weg kann der Fiskus einzelne Ausgaben genau einsehen und anders bewerten.

Weiß das Finanzamt beispielsweise, wie lange ein Arbeitnehmer zum Arbeitsplatz fährt, bekommt dieser eine Vergünstigung von 30 Cent für jeden zurückgelegten Kilometer. Bei einer Strecke von nur 25 Kilometern macht das satte 1.650 Euro im Jahr.

Vom Fahrrad, der Bahnfahrt bis hin zum Gang in den Bus – für alle Transportmittel gibt es einen kleinen Ausgleich vom Finanzamt zurück.

Ärzte, Handwerker, Sportlehrer und alle anderen, die sich an Kleidervorschriften halten müssen, können zudem 46 Cent bei jedem Kilogramm Wäsche sparen.

Beim Haustier lohnt sich die Steuererklärung gleich doppelt. So kann die Hundehaftpflichtversicherung als Vorsorgeverwendung und der Haustier-Babysitter als haushaltsnahe Dienstleistung eingereicht werden.

Für Selbstständige: Geschäftsessen und Mietkosten absetzen

Einkommens-, Umsatz-, Gewerbesteuer - Selbstständige tragen in Deutschland eine hohe Steuerschuld. Umso wichtiger ist es, die Betriebsausgaben mindestens so genau, wie das Finanzamt, zu analysieren.

Selbstständige, die Teil eines Gemeinschaftsbüros sind, können sämtliche Mietkosten in der Steuerklärung einreichen. Dient die eigene Wohnung als Arbeitsplatz, ermittelt die Steuerbehörde die anteiligen Mietkosten.

Auf diese Art kann jeder Quadratmeter, der dem Selbstständigen zur Arbeit dient, steuerlich geltend gemacht werden. Sollten sie den Arbeitsplatz verlassen, bietet sich die nächste Gelegenheit zum Sparen.

Steuer-Experte Paul-Alexander Thies gibt Tipps, wie Sie Geld bei der Steuererklärung sparen können.

So kann für die Verpflegung an einem Tag außerhalb des Büros ein Pauschalwert von zwölf Euro angerechnet werden. Dieser Wert verdoppelt sich sogar, wenn der Unternehmer länger als 24 Stunden fernab des Büros ist. Doch sollte die Reise zwei Tage andauern, liegt die Pauschale wieder bei zwölf Euro pro Tag.

Auch bei gemeinsamen Geschäftsessen mit Kunden, können die Kosten zu 70 Prozent als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Wichtig dabei ist: Der Beleg muss mit eingereicht werden. Das Finanzamt möchte dazu allerhand wissen. Welche Personen waren dabei, wo hat das Essen stattgefunden und was war der Grund für die gemeinsame Mahlzeit. Sollten Selbständige das alles beachten, heißt es: Guten Appetit.

Selbstständige müssen ihre Steuererklärung jedes Jahr machen - generell bis zum 31. Mai. Haben Sie die Frist verpasst? Dann kann Ihnen das hier drohen.

Für Unternehmen: Kleininvestitionen lohnen

Unternehmen genießen in ihrer Steuererklärung zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, die Arbeitnehmer nicht haben. Der generelle Tipp lautet: Der ausgewiesene Gewinn in der Bilanz muss so gering wie möglich sein.

Denn je höher dieser ausfällt, desto mehr möchte das Finanzamt auch erhalten. Der einfachste Weg dieses Ziel zu erreichen, ist das Geld für die Zukunft des Unternehmens zu nutzen. Kurz, zu investieren.

Zu den schnellen Maßnahmen gehören Kleininvestitionen mit einem Wert von maximal 410 Euro netto. Diese können sofort und vollständig als Werbungskosten abgezogen werden. Der Investitionsabzugsbetrag erlaubt, alle Anlagen bereits drei Jahre vor der tatsächlichen Durchführung steuerlich abzusetzen.

Als Ergebnis steht hier eine Gewinnminderung von bis zu 40 Prozent, die dann wiederum der Investition dienen kann. Die sich daraus ergebenen Steuervorteile sollten Unternehmer aber nie in ihre Rechnung aufnehmen, denn sie wissen: Mit Geld, das man nicht hat, plant man nicht.

Egal ob Arbeitnehmer, Selbstständiger oder Unternehmen - Steuern können nur von denen aktiv mitgestaltet werden, die um ihre Chancen und Möglichkeiten wissen.

Lesen Sie hier mehr zu Freibeträgen, die viel Geld bringen - wenn Sie sie in ihrer nächsten Steuererklärung angeben.

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