Erschwerte Bedingungen

Corona-Beschränkungen vorbei: Deshalb hat Ihr Lieblingsrestaurant jetzt trotzdem zu

In allen Bundesländern dürfen Restaurants wieder öffnen und auch Kneipen und Bars sind vielerorts in Betrieb. Manche Betreiber fordern jedoch die Schließung.

  • Restaurants, Kneipen und Bars nehmen ihren Betrieb wieder auf.
  • Einige entschließen sich aber bewusst dazu, geschlossen zu bleiben.
  • Diese Gründe gibt es dafür.

Die Coronakrise hat in vielen Bereichen des täglichen Lebens spürbare Auswirkungen gehabt. So blieben auch Restaurants, Bars und Kneipen monatelang geschlossen. Da war die Erleichterung natürlich groß, als die Einschränkungen gelockert wurden und viele Lokale ihren Betrieb wieder aufnehmen konnten. Aber es regt sich Widerstand unter den Wirten.

Leere Tische, teure Auflagen - Restaurants bleiben geschlossen

Auch wenn Restaurants, Bars und Kneipen wieder öffnen dürfen, ist die Krise damit noch lange nicht vorbei. Vielerorts zeigt sich ein trauriges Bild. Leere Tische und Tresen, gelangweilte Kellner*, selbst in der Außengastronomie sind häufig deutlich weniger Plätze besetzt als vor der Krise.

Die Ursachen dafür sind vielfältig: Natürlich ist immer noch die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und die damit einhergehende Unsicherheit bei vielen Menschen präsent. Andere Kunden nennen fehlendes Geld als Grund, lieber zu Hause zu essen und zu trinken. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit reißen ein Loch in die Haushaltskasse, unter dem auch die Gastronomie leidet. 

Und einen weiteren Grund liest man immer wieder in den sozialen Medien, hört ihn im Bekanntenkreis: Die Hygieneregeln würden den Kneipen- und Restaurantbesuch unattraktiv machen. Gemeint sind meist Abstandsregeln und Kontaktverbote, die verhindern, dass sich die gewünschten Tischgesellschaften bilden können. Außerdem die Maskenpflicht, die in manchen Bundesländern herrscht, sobald man nicht am Tisch sitzt, sowie die Pflicht, Name und Adresse zu hinterlassen, um im Fall einer Coronavirus-Infektion kontaktiert werden zu können. Diese Einschränkungen und Besonderheiten halten viele Gäste fern.

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Restaurants bleiben geschlossen, um Verlust geringer zu halten

Das Ausbleiben der Gäste ist für viele Wirte aber nur ein Teil der Herausforderung, da durch die Abstandsregeln sowieso nur noch rund die Hälfte der Gäste Platz in den Lokalen finden würde. Laut einer Spiegel-Umfrage unter Wirten klagen Gastwirte über deutliche höhere Kosten und teils unverständliche Sonderregelungen. Man müsse mehr Personal einstellen, das die Gäste am Tisch bedient oder zu große Gruppen am Eintritt hindert. Auch bauliche Maßnahmen wie das Anbringen von Plexiglas-Absperrungen würden ein Problem darstellen. Ausflugslokale, die auf ausländische Touristen angewiesen sind, hätten ebenso große Umsatzeinbußen zu beklagen wie Lokale, die sich auf das Ausrichten von Feiern wie Hochzeiten*, Geburtstagen und Co. spezialisiert haben.

Diese Umstände zwingen einige Wirte dazu, ihr Lokal lieber gleich geschlossen zu halten, als den Betrieb samt Fixkosten mit hohem Aufwand für wenige Gäste aufrechtzuerhalten. So rechnet ein Wirt gegenüber der Hessenschau vor: "Der Kostenaufwand für 30 Gäste ist so hoch wie für 130." Er würde nur draufzahlen, da der Laden erst bei einer Auslastung von 80 Prozent rentabel sei. Miete, Lohnkosten, Strom, Gas, frische Lebensmittel und dazu noch die ausbleibenden Trinkgelder bei weniger Gästen - hier seien die staatlichen Soforthilfen ein Tropfen auf den heißen Stein.

Aber wieso bleiben einige Bars und Kneipen, aber auch viele Restaurants geschlossen, während andere trotz allem öffnen? Auch, weil Regeln unterschiedlich gelten. So dürfen in Hamburg Bars nicht öffnen, Kneipen aber schon, wenn sie als "Schankwirtschaft" betrieben werden. In anderen Fällen macht ein kleines Speisenangebot aus, ob geöffnet werden darf oder nicht, wie zum Beispiel in Brandenburg. In diesen unterschiedlichen Regelungen und Möglichkeiten sieht so mancher Wirt laut Spiegel-Bericht eine Wettbewerbsverzerrung und würden es lieber sehen, dass alle Lokale schließen müssen, solange die Coronaregelungen nicht aufgehoben oder vereinheitlicht werden.

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ante

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Uwe Anspach

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