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Schnell Abnehmen mit Intervallfasten: Ist diese Diät-Methode auch gesund?

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Von: Svenja Wallocha

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Intervallfasten liegt im Trend, doch ist die Abnehm-Methode auch wirklich besser als herkömmliche Diäten? Und welchen Effekt hat sie auf die Gesundheit?

Kassel – Bei der Suche nach der richtigen Diät kann einem schnell mal der Kopf rauchen. Im Netz werden unzählige Varianten angepriesen, die einen schnellen Erfolg versprechen. Eine Methode ist seit geraumer Zeit besonders populär. Die Rede ist vom Intervallfasten.

Beim Intervallfasten ist Essen nur während einer bestimmten Zeitspanne „erlaubt“. Die Fastenden verzichten freiwillig entweder tage- oder stundenweise auf Nahrung. Diese Form der Diät ist in den vergangenen Jahren zum regelrechten Trend geworden. Immer mehr Menschen wollen damit abnehmen. Zudem erhoffen sich einige auch positive Effekte auf die Gesundheit.

Abnehmen mit Intervallfasten: Diese Formen gibt es bei dieser Diät-Variante

Das Intervallfasten unterscheidet sich vom Heilfasten darin, dass es nicht nur über einen bestimmten Zeitraum, sondern dauerhaft angewendet werden kann. Zudem wird nicht wie bei Diäten nur auf bestimmte Lebensmittel gesetzt. Hier geht es um den zeitweisen Verzicht auf Nahrung, mit dem Ziel langfristig Gewicht zu verlieren. So lässt man beispielsweise das Frühstück oder Abendessen aus. Bei anderen Formen wird ein oder zweimal in der Woche den gesamten Tag vor allem Wasser oder ungesüßter Tee zu sich genommen. Die restlichen Tage isst man normal.

MethodeVerzichtLebensmittelauswahl
16:816 Stunden Nahrungsverzicht am Tag/Eine Mahlzeit fällt aus, sonst normalkeine speziellen Empfehlungen
5:2-DiätAn 2 Tagen reduzierte Nahrungszufuhr, sonst normalkeine speziellen Empfehlungen
Alternate Day Fasting (alternierendes Fasten)Wechsel Fastentage und normale EsstageAn Fastentagen: 25 Prozent der gewohnten Energiemenge erlaubt
Dinner CancellingAn zwei bis drei Tagen pro Woche fällt das Abendessen aus/ Essenspause von mindestens 14 StundenAbends dann nur Wasser oder Tee
(Quelle: DGE)

„Im Gegensatz zu anderen Fastenformen soll das Intervallfasten als Dauerkostform angewendet werden“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die verschiedenen Formen unterscheiden sich bezüglich Dauer und Häufigkeit des Nahrungsverzichtes. Am bekanntesten ist wohl die 16:8-Methode. Doch wirken sich die Methoden auch wirklich positiv auf Gewicht und Gesundheit aus?

Studie zum Abnehmen mit Intervallfasten: Positive Effekte auf Körper und Gesundheit?

Es gibt einige Studien, in denen sich Forschende komplett oder zum Teil mit dem Thema Intervallfasten beschäftigt haben. So zeigten Ergebnisse einer US-Studie, dass Teilnehmende, die am Tag mehrmals proteinreiche Mahlzeiten aßen und dazu noch im Intervall fasteten, mehr Fett verbrannten als diejenigen, die nur Kalorien reduzierten. Ein bis zwei Tage pro Woche wurde auf Essen verzichtet. Bei dieser Kombination sei auch der fettfreie Anteil im Körper, zu dem auch Muskelgewebe gehört, signifikant angestiegen.

in Frau ist in ihrer Küche ein Vollkornbrot mit wenig Butter und einer Paprika. Intervallfasten hilft beim Abnehmen.
in Frau ist in ihrer Küche ein Vollkornbrot mit wenig Butter und einer Paprika. Intervallfasten hilft beim Abnehmen. © Frank Rumpenhorst/dpa

Bei Tierversuchen mit Mäusen konnten ebenfalls bereits positive Effekte nachgewiesen werden – auch auf das Risiko für chronische Krankheiten, wie die Techniker Krankenkasse erklärt. Intervallfasten konnte demnach einen beginnenden Diabetes Typ 2 verhindern und das Leben der Tiere verlängern. Studien mit Menschen sind allerdings klein und rar, wie auch das Deutsche Ärzteblatt in einem Bericht von 2019 feststellte. Die wenigen Studien, die es bisher gibt, sind demnach nicht eindeutig, kamen teils sogar zu unterschiedlichen Resultaten.

Studie zum Intervallfasten: 5:2-Methode im Vergleich mit herkömmlicher Diät

Relativ überraschend waren die Ergebnisse der sogenannten HELENA-Studie. Bei der untersuchte ein Team aus DKFZ-Forschern und Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg* 2018 beispielsweise die 5:2-Methode im Vergleich mit einer herkömmlichen Reduktionsdiät und einer Kontrollgruppe, die keine Diät machte. Das Resultat: Das Intervallfasten hatte keinen Vorteil gegenüber herkömmlichen Diäten.

„Die Studie zeigt, dass das Intervallfasten nicht schlechter ist als eine herkömmliche Reduktionsdiät und für manche Menschen, denen eine zeitweise Kalorienreduktion leichter fällt, eine Alternative darstellen könnte“, wird Dr. Tilman Kühn, Leiter der am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg in dem Fachblatt zitiert.

Die Teilnehmenden an der Studie hätten die 5:2-Methode gut durchgehalten, kaum einer hatte sie allerdings danach in seinen Lebensstil übernommen. Was laut Kühn womöglich an der Methode selbst gelegen habe. Demnach könnte die populäre 16:8-Methode besser geeignet sein. Denn hier wird nicht an kompletten Tagen, sondern nur in einer bestimmten Zeitspanne gefastet. Ein großer Teil der Fastenzeit wird zudem verschlafen.

Intervallfasten und Gesundheit: Studie beschäftigt sich mit Herzkreislauf-Erkrankungen

Auch wenn sich im Vergleich mit einer herkömmlichen Diät bei dieser Studie kein großer Vorteil gegenüber dem Intervallfasten zeigte: Intervallfasten kann beim Abnehmen helfen und scheint zudem besser über einen längeren Zeitraum durchgehalten zu werden. Doch wirkt es sich auch positiv auf die Gesundheit aus?

Eine Cochrane-Studie untersucht 2021 Effekte von Intervallfasten auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen*. Dem Ergebnis zufolge wirke sich Intervallfasten nicht auf die Sterblichkeit, auf das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzversagen aus. Zudem beeinflusste es im Vergleich zu einem normalen Ernährungsmuster oder anderen Diäten auch nicht den Blutzuckerspiegel.

Das Team betonte allerdings, dass es noch weitere Studien braucht, um „den Nutzen und die möglichen Schäden des intermittierenden Fastens zu testen und um zu prüfen, ob es einen Einfluss darauf hat, wie viele Menschen sterben oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickeln“, so das Cochrane- Forschungsteam. Andere Studien zeigten allerdings auch, dass die regelmäßige Unterbrechung der Nahrungsaufnahme auch die Selbstreinigung der Zellen (Autophagie) fördert – also eine Art Recycling-Programm für die Zellen.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) weist dennoch auf die bisher eher dürftigen Studienlage hin und dass die Methode deshalb nicht zur Prävention von Stoffwechselerkrankungen empfohlen werden könne. Und nicht jede Fastenmethode ist auch für jede Person geeignet. Gerade Menschen mit einer Erkrankung sollten sich vor einer Ernährungsumstellung mit ihrem Arzt besprechen. Eine Alternative zum Intervallfasten könnte auch die sogenannte Mittelmeer-Diät sein, die schon mehrfach zum Testsieger unter den DIäten gekürt wurde. (svw) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Die in diesem Artikel genannten Tricks und Informationen können eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Nutzen Sie unsere Ernährungs-Tipps lediglich als Ergänzung zu einer ansonsten vielseitigen und gesunden Ernährung. Die Informationen ersetzen in keinem Fall eine professionelle Beratung und sind nicht zur eigenständigen Diagnose oder Behandlung gedacht.

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